Wettbewerb: Neue Weltsichten

Schülerwettbewerb zum Thema Medienwandel

Medienereignisse verändern die Welt
Vor 500 Jahren begann Martin Luther seine reformatorische Lehre zu verbreiten. Dafür und auch später für die Verbreitung seiner ins Deutsche übersetzen Bibel setzte er insbesondere auf den Buchdruck. Damit nutzte er – wie seine Gegner – eine damals junge Technologie. Die Reformation war ein Medienereignis, in dem theologie- und kommunikationsgeschichtlicher Einschnitt zusammenfielen und sich gegenseitig bedingten. Der Buchdruck, besonders in Form von Flugschrift und Flugblatt, verhalf der Reformation zum Durchbruch – und umgekehrt: Vor der Reformation befand sich die bereits entwickelte Spitzentechnologie des Buchdrucks in einer Existenzkrise – es gab nur geringen Bedarf. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts bestand ein Großteil der gesamten deutschsprachigen Buchproduktion aus reformatorischen und antireformatorischen Schriften. Durch das Medium des Buches beginnt ein massenhaftes und nicht mehr durch die Autorität der Kirche kontrolliertes Lesen und Schreiben, das in Folge alle Verhältnisse kritisch auf den Kopf stellt. Althergebrachte Strukturen brechen auf und an ihre Stelle tritt, nach langem Ringen, die moderne Gesellschaft.
Buchdruck und Reformation sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich technologischer, kultureller und gesellschaftlicher Wandel wechselseitig bedingen. Medien prägen in allen Zeiten Gesellschaft und Individuum mit. Schreiben, Telefonieren und Tippen sind weit mehr als reine Kulturtechniken – mit jedem neuen Medium eröffnet sich eine neue Erlebniswelt, die auch die Wahrnehmung verändert. Die Schrift ermöglicht Kommunikation über Grenzen und Zeiten hinweg, Fernrohr und Mikroskop stellen die Frage nach Größe und Stellenwert des Menschen neu, und durch Medien wie Radio, Fernsehen und Internet wird die Welt zum „globalen Dorf“.

Und Heute?
Die Digitalisierung schreitet immer schneller voran und bringt neue Möglichkeiten und Erfahrungsspielräume mit sich: Online-Plattformen ermöglichen politisches Handeln per Mausklick, Erlebnisse werden nach Like-Potenzial ausgewählt und Social Bots täuschen persönliche Meinung vor und können politische Veränderungen bedingen. Derartige technologische Entwicklungen sind schon jetzt prägend für unsere Gesellschaft und werden in Zukunft einen noch größeren Stellenwert einnehmen.

Der Wettbewerb
Der Schülerwettbewerb „Neue Weltsichten“ widmet sich diesem Thema und fordert Schülerinnen und Schüler auf, sich kreativ und kritisch mit Medienereignissen, technologischen Entwicklungen und ihren Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuum in Geschichte und Gegenwart zu beschäftigen:

  • Was tragen Medien zum gesellschaftlichen Wandel bei: früher – heute – morgen?
  • Welche Folgen hat Medienwandel für das Individuum und die Gesellschaft: früher – heute – morgen?


Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für einen Aspekt dieses Themenbereichs und bearbeiten diesen selbstständig. Dabei sind sie sowohl bei der Perspektivsetzung (z. B. historisch, technologisch, gesellschaftlich) als auch bei der Wahl des Produkts, das sie gestalten und einreichen, völlig frei.

Teilnahme und Ablauf
Der Schülerwettbewerb fand zum ersten Mal im zweiten Schulhalbjahr 2016/17 in Niedersachsen statt.
Die Bewertung und Auszeichnung der Einreichungen erfolgt durch eine Fachjury.

Wer?

  • Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen
  • Weiterführende Schulen, d. h. Sekundarstufe I und II
  • Es findet eine getrennte Bewertung der beiden Altersklassen statt.
  • Es sind Einzel-, Gruppen- oder Klassenbeiträge möglich.

Was?

  • Die Ausgestaltung des Beitrags ist frei wählbar (Poster, Theaterstück, Videoclip, Radiofeature, Flashmob …).
  • Über den Umfang der Einreichungen dürfen die Teilnehmenden selbst entscheiden – dabei kann ein ausdrucksstarker Essay ebenso viel gelten wie ein selbstgedrehter Film.
  • Eine Erarbeitung kann im Rahmen des Unterrichts (diverse Fächer) geschehen oder außerschulisch (z. B. in AGs, im Rahmen einer Projektwoche oder auch selbstständig am Nachmittag) erfolgen.

Wie?

  • Einreichung besteht aus dem Beitrag sowie einem kurzen Begleitschreiben zum Projekt.
  • Einreichungen sind bis zum 22. Juni eines Jahres über die Website, per E-Mail (wettbewerb@neue-weltsichten.de) oder postalisch möglich* (vorherige Anmeldung nicht erforderlich)

Preise
Alle Teams erhalten ein Teilnahmezertifikat und einen USB-Stick pro Person. Den zwei Gewinnern / Gewinnerteams winkt zudem eine Reise (Anreise, Verpflegung und Eintritt für den oder die Gewinner sowie eine Begleitperson) in ein Medienmuseum.
Sekundarstufe I: Besuch im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn
Sekundarstufe II: Besuch im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe

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