Erinnerungskultur

Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und der individuellen Biographie

Erinnerungskultur ist nicht nur ein Rahmenthema des vierten Semesters der Sek II. Die Beschäftigung mit den verschiedenen Formen von Geschichte in unserem Alltagsleben, die Auseinandersetzung mit Geschichtsbildern, die an Gedenk- und Feiertagen, Erinnerungsorten, Museen, Denkmälern, in Filmproduktionen und öffentlichen Geschichtsdebatten vermittelt werden, muss selbstverständliches Element historischen Lernens sein. Historische Kompetenz kann nur entwickelt werden, auf der Grundlage individueller und kollektiver Erinnerung.

Schülerinnen und Schüler jeden Alters müssen die Geschichts- und Erinnerungskultur als Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens und ihrer individuellen Biographie wahrnehmen und reflektieren.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die schulbezogene Erinnerungskultur derzeit einen fundamentalen Wandel erfährt: Wie erinnert man sich gemeinsam an historisch-politische Ereignisse, wenn rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen heutiger Schulklassen eine Migrationsbiographie hat? Welche Auswirkungen hat dies auf den Fachunterricht und auf gelebte Erinnerungskultur in der Schule? In welcher Weise können (oder sollten) Lehrkräfte im Rahmen von erinnerungskulturellen Lernprozessen kulturell-religiöse Diversität aufgreifen? Welche pädagogischen Ansätze werden an außerschulischen Lernorten wie Museen und Gedenkstätten verfolgt, um sich aus historischer und aktueller Perspektive mit migrationsbedingter Vielfalt auseinanderzusetzen? Letztlich stellt sich darüber hinaus die Frage, inwieweit Schulbücher und andere Bildungsmedien Migrationsprozesse angemessen abbilden und welche innovativen Medien es bereits für das historisch-politisches Lernen in der Einwanderungsgesellschaft gibt.

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