Landestreffen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ 2017

Rechtspopulismus bekämpfen – Demokratie und Menschenrechte in der Schule stärken

In der modernen Mediengesellschaft fällt es leicht, im Ozean des globalen Meinungsaustauschs menschenfeindliche und rassistische Tendenzen und Einstellungen zu verbreiten und hinter angeblichen und meist unüberprüfbaren Fakten, wissentlichen und willentlichen Falschmeldungen – sog. „fake news“ - oder gar Verschwörungstheorien zu verstecken oder zumindest sie zu tarnen. Und es fällt umso schwerer, diese Tendenzen und Einstellungen als solche zu erkennen, zu unterscheiden und dann zu widerlegen bzw. zu bekämpfen.

Politisch wirksam werden diese Tendenzen über rechtspopulistische Parteien in ganz Europa und z.B. auch in Äußerungen des derzeitigen amerikanischen Präsidenten. Rechtspopulisten teilen die Gesellschaft ein und sogar auf in „Wir hier und so“ und „Ihr dort und anders“ und stellen damit auch wichtige Errungenschaften der Aufklärung, der Emanzipation und der Autonomie des modernen Individuums in Frage (etwa. bzgl. der sexuellen Identität und Orientierung) – im Grunde eine Haltung, die den Imperativ nach der Gleichbehandlung von ungleichen, aber gleichwertigen Menschen vor dem Gesetz und die Garantie der Menschenwürde und der Menschenrechte in Frage stellt.

Das Treffen will vor allem die SuS, aber auch ihre Lehrkräfte der SOR-SMC befähigen und unterstützen, solche offenen und verborgenen Strömungen, die die Ungleichwertigkeit der Menschen propagieren, in der öffentlichen Meinung (auch der im Netz anonym veröffentlichten Meinung) zu erkennen und zu bekämpfen.

Des Weiteren sollen einige Arbeitsgruppen die Schulen anregen und unterstützen, ihren Auftrag als SOR-SMC im oft mühevollen Schulalltag zu erfüllen.

 

Ablauf

Das moderierte Treffen soll aus einem zweiteiligen Hauptvortrag sowie zwei Durchgängen von - vor- und nachmittags angebotenen - Arbeitsgruppen /Workshops zu speziellen Aspekten des Themas bestehen.

 

Arbeitsgruppen/Workshops

 

1. „Argumentieren gegen Parolen – Wie man Populisten in die Schranken weist“

     Dr. Thomas Thielen; Garbsen 

Klassische Manipulationstricks werden anhand tagesaktueller Beispiele für die SuS zum Entdecken und Dekodieren vorgelegt, Konter-Strategien erarbeitet. Für LK könnte man Möglichkeiten aufzeigen, die zugrundeliegenden Denkbewegungen und Kompetenzen in ihrem Unterricht zu fördern.

 

2. „Aufklärung gegen Populismus im Netz – mit Geschichtswissen argumentieren lernen“

    Marcus Kästner, Uni Bonn 

Meine Idee ist, über eine zentrale Internetpräsenz den Kontakt von Schüler*innen mit Historiker*innen in einem passwortgeschützten Forum zu ermöglichen. Die Schüler*innen können dort Fragen stellen und im Dialog mit den Historiker*innen Antworten finden. Den Schüler*innen sollen dabei keine vorgefertigten Antworten gegeben werden, sondern sie selbst sollen zur Recherche und eigenem Denken ermutigt werden. In einem öffentlichen Teil der Internetpräsenz, mit Anschluss an Social Media wie Facebook und Twitter, können die Ergebnisse dieser Prozesse dann zusammengefasst und veröffentlicht werden.

 

3. „Gemeinsam gegen Hate-speech"

    Wiebke Eltze, „Gegenargument“, Berlin (zugesagt)

Diplom-Politologin mit dem Schwerpunkt politische Erwachsenenbildung; Betzavta-Trainerin; Trainerin für Demokratie und Pluralität; 2009-16 Mitarbeiterin des Netzwerks für Demokratie Licht-Blicke (Berlin-Lichtenberg), seit 2013 als Projektleitung; freie Referentin im Bereich Argumentationstrainings gegen rechte, rassistische und antifeministische Positionen, Rassismus- und Rechtsextremismusprävention

 

4. "Die Vermittlung von Demokratie und Menschenrechten im Unterricht angesichts der Herausforderung durch den aktuellen Rechtspopulismus" (gedacht und konzipiert speziell für Lehrkräfte)

    Prof. Dr. Bernd Janssen, LUH 

 

5. „Rechtspopulismus im Detail – Die Identitäre Bewegung und die Neue Rechte als Ihre ideologische Grundlage“

    Martin Göske (Regionalbüro Nordwest der Mobilen Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie / IBIS e.V.) 

„Jung, hip und extrem rechts –    was ist neu an der Identitären Bewegung? Mit der „Besetzung“ öffentlicher Plätze und Gebäude ist die Identitäre Bewegung (IB) in den letzten zwei Jahren in den Fokus der Medien geraten. Ihre professionell inszenierten Aktionen hinterlassen besonders bei Jugendlichen Eindruck. Einstellungen und Inhalte der neurechten IB sind jedoch ebenso rassistisch wie die der „alten Rechten“. Im Workshop wird auf die zugrunde liegende Ideologie der Neuen Rechten eingegangen und aufgezeigt, dass diese durch rassistische Denkmuster geprägt ist. Außerdem soll die Frage geklärt werden, warum die IB gerade auf junge Menschen attraktiv wirken könnte und was mögliche Strategien  & Handlungsoptionen im Umgang mit der IB sein können.

 

6. „Stop Fake-News“

      

7. „Sicherung der Qualität und Nachhaltigkeit der SOR-SMC“

    Sebastian Ramnitz, ContRa e.V. Vechta 

Es soll darum gehen, wie man Prozesshaftigkeit herstellen kann, d.h. wirklich eine Art Entwicklung der Schule in dem Sinn, dass sie „demokratischer“ wird. Derzeit ist es ja oft ein jährlicher Projekttag und damit hat es sich. Eine wirkliche Haltungsänderung ist oft leider nicht der Fall. Mir schwebt eine Art Steuerungsgruppe in den Schulen vor, die aus SchülerInnen und Lehrkräften besteht, jedoch durch SchülerInnen geleitet, die eine Analyse ihrer Schule durchführen und dann in Ideenworkshops sich jährlich Ziele setzen. Dies nicht nur im Rahmen von Projekten, sondern auch bei Fragen wie nach der Gestaltung der Schule, des Schulablaufes und in Teilen auch der Art und Weise der Wissenvermittlungsmethoden. 

 

8. "Wir sind Schule ohne Rassismus - und jetzt? Das Modell des „aktivcoach“

    Stefan Lutz-Simon (mit Zehranur Aksu oder Sebastian Zollner), Jugendbildungsstätte Unterfranken, Würzburg

Der Workshop bietet Einblicke und Ideen, was ihr tun könnt, um Euch miteinander gegen Diskriminierung zu wehren, welche Möglichkeiten dabei Euer Netzwerk bietet, wie ihr Euch zusammenschließen und etwas auf die Beine stellen könnt. In Übungen und im gemeinsamen Werkeln werden Ideen entwickelt, die ihr von diesem Treffen aus mit in Eure Schule nehmen könnt. In Bayern wurde dazu der SOR-SMC-aktivcoach konzipiert als ein mögliches Modell die Vernetzung von Schüler*innen im SOR-SMC-Netzwerk zu vertiefen. Vielleicht entdeckt ihr dabei ja Eure eigenen Wege, Euch miteinander stark zu machen.  

 

 

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Anmeldung zur Tagung

Montag den 4. Dezember 2017, 09.00 – 16.00 Uhr Hotel Wienecke XI., Hannover

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