Kurzfilme zur deutschen Nachkriegsgeschichte

 

Es gab in der deutschen Nachkriegsgeschichte schon einmal eine Zeitspanne, die von einem umfassenden Flüchtlingsphänomen beeinflusst wurde. Der dokumentarische Film Asylrecht, entstanden im Winter 1948/49, besitzt eine in mehrfacher Hinsicht zeitgeschichtliche Bedeutung:

  • Zum einen existieren neben ihm und einigen wenigen, sehr kurzen Wochenschau-Sujets kaum Filmaufnahmen vom Elend der Flüchtlinge in den ersten Nachkriegsjahren;
  • zum zweiten rückte der Film mit seiner sachlichen Erzählweise, die von manchen als schonungslos, von anderen als behutsam empfunden wurde, ein verdrängtes humanitäres Problem in die Öffentlichkeit – auch und vor allem die Weltöffentlichkeit, die Deutschland und den Deutschen infolge des Zweiten Weltkriegs mit Ressentiments begegnete;
  • zum dritten entstand der Film im Auftrag und unter Anleitung der britischen Besatzungsmacht und vor dem Hintergrund des immer offeneren Ost-West-Konfliktes (Berlin-Blockade 1948/49).

Dies macht Asylrecht unter verschiedenen Gesichtspunkten und Fragestellungen einsetzbar.

Das hier vorliegende Bildungspaket ist auf den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I und II zugeschnitten und bietet thematische Anknüpfungspunkte an die Themenkomplexe „Flucht und Vertreibung/Folgen des Zweiten Weltkriegs“, „Nachkriegsgeschichte“ und „Ost-West-Konflikt/ Deutsche Teilung“. Der Film Asylrecht soll dabei nicht auf einen reinen Informationsträger reduziert, sondern im Sinne der Medienkompetenzvermittlung einer historisch- kritischen Filmanalyse unterzogen werden, die sich der vier von Helmut Korte beschriebenen Dimensionen der Filmanalyse bedient: der Ausdifferenzierung von Filmrealität, Bedingungsrealität, Bezugsrealität und Wirkungsrealität.

> hier finden Sie die Materialien des Bildungspakets "Asylrecht"

 

Entstanden im Dezember 1947, vermittelt der pädagogische Kurzspielfilm Stadtmeier und Landmeier einen Eindruck von den Versorgungsnöten in den ersten Nachkriegsjahren. Zwar bezieht sich der Film auf die Lage in der britischen Besatzungszone, wo er unter Anleitung der Besatzungsbehörden produziert wurde – doch lassen sich seine Schilderungen zumindest auf die beiden anderen Westzonen übertragen. Die Probleme waren dort die gleichen: Nahrungsmittelmangel und Produktionsrückgang, Schwarzmarkt und Tauschwirtschaft. Sieger und Besiegte standen vor der Herausforderung, in einer Situation allgemeiner Not ein funktionierendes Gemeinwesen zu errichten, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Bedarfsgütern zu gewährleisten und den wirtschaftlichen Wiederaufbau einzuleiten, um auf diese Weise die schwersten Kriegsfolgen überwinden oder wenigstens mildern zu helfen.

Der vor diesem Hintergrund produzierte Stadtmeier und Landmeier behandelt eine der bedrohlichsten Erscheinungen des damaligen Alltags: die ungenügende Lebensmittelversorgung insbesondere in den Städten. Der Hunger trieb viele Stadtbewohner zu sogenannten Hamsterfahrten aufs Land – um dort Lebensmittel „zu hamstern“ und ihre katastrophale Ernährungslage aufzubessern.

Das hier vorliegende Bildungspaket ist auf den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I und II zugeschnitten. Es ist chronologisch aufgebaut und kann in der Abfolge der Arbeitsblätter eingesetzt werden, wobei – je nach Erkenntnisinteresse und Stand der Vorkenntnisse – Arbeitseinheiten ausgelassen werden können.

> hier finden Sie die Materialien des Bildungspakets "Stadtmeier und Landmeier"

 

 

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