Auswirkungen von Hörschädigungen

Die unterschiedlichen Hörschädigungsarten wirken sich unterschiedlich auf betroffene SchülerInnen aus. Allgemein verzögert sich häufig die Entwicklung des Spracherwerbs. Die SchülerInnen müssen den aktiven und passiven Wortschatz bewusst erarbeiten. Eine Hörschädigung vermindert somit die kommunikativen Fähigkeiten. Gespräche können Hörgeschädigte frustrieren, wenn sie den Gesprächspartner nicht oder missverstehen. Hörschädigungen können das räumliche Hören einschränken. Im schulischen Bereich wirken sich Hörschadigungen vor allem auf das Lern- und Leistungsverhalten aus. Schwerhörige SchülerInnen müssen sich deutlich mehr konzentrieren, um dem Unterricht folgen zu können. Eine ständig erhöhte Konzentration führt dazu, dass Betroffene schneller ermüden und inhaltlich nicht mehr folgen können. 

Einseitige Hörschädigung

Eine einseitige Hörschädigung wirkt sich meist kaum auf die Sprachentwicklung und das Sprechen aus. Kinder kommunizieren in ruhiger Umgebung oder in einem Gespräch unauffällig. Häufig bleibt die Hörschädigung bis ins Jugendalter unentdeckt. Trotzdem beeinträchtigt eine einseitige Hörschädigung SchülerInnen in folgenden Bereichen: 

  • Lautstärke-Verlust bis zu 10dB
  • Kopfschatten-Effekt fehlt (Beeinträchtigung der Schallortung)
  • Einschränkung des räumlichen Hörens
  • Hören im Störschall beeinträchtigt

Leichtgradige Hörschädigung

Eine leichtgradige Schwerhörigkeit bedeutet einen Hörverlust zwischen 20 dB und 40 dB. Hörgeräte können die Beeinträchtigung weitgehend ausgleichen und Betroffene können auch leisen Gesprächen folgen. Sprache und Wortschatz sind meist unauffällig, wenn Kinder frühzeitig mit Hörgeräten versorgt wurden. Verständnisschwierigkeiten treten vor allem bei der Kommunikation in Gruppen auf. Die Hörgeräte verstärken nicht nur die gesprochenen Worte sondern auch Nebengeräusche und Störschall. Das Sprachverstehen sinkt dadurch drastisch. Die SchülerInnen müssen sich besonders stark konzentrieren. Dadurch verkürzt sich die Konzentrationsspanne. Im Unterricht sollten deshalb Hilfen für leichtgradig hörgeschädigte SchülerInnen umgesetzt werden.

Mittelgradige Hörschädigung

Der Hörverlust beträgt zwischen 40 und 60 dB. Abhängig vom Zeitpunkt der Diagnose kommt es häufig zu einer verzögerten Sprachentwicklung bei betroffenen Kindern. Selbst mit Hörgeräten können mittelgradig schwerhörige Menschen die hochfrequenten Laute nicht sicher unterscheiden. Ebenso klingt auch die eigene Sprache unscharf. Bei einer mittelgradigen Hörschädigung zeigen sich oft Entwicklungsrückstände, da Betroffene Informationen nicht beiläufig aufnehmen können.

Hochgradige Hörschädigung

Bei einem Hörverlust zwischen 60 und 90 dB intensivieren sich die Probleme einer mittelgradigen Hörschädigung. Die Sprachentwicklung ist deutlich verzögert. Hochgradig schwerhörige Menschen können einem Gespräch mit einem unbekannten Sprecher in einer ruhigen Umgebung in der Regel nicht folgen. Visuelle Ergänzungen durch Mimik, Gestik oder Mundbild sind notwendig. Außerdem ist die Artikulation hochgradig Schwerhöriger auffällig, da eine ausreichende akustische Rückkopplung des eigenen Sprechens nicht möglich ist.

an Taubheit grenzend / Gehörlos

Hörgeräte können einen Hörverlust von über 90 dB nicht ausgleichen. Deshalb findet in der Regel eine Versorgung mit einem Cochlea-Implantat statt. Passiver und aktiver Wortschatz sind stark eingeschränkt. Die Sprachmelodie und Artikulation sind auffällig. Sprachliche Informationen sollten für Gehörlose vereinfacht und mit visueller Unterstützung gegeben werden. 

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