Politikzyklus - Politik als fortlaufender Prozess

 

In der griechischen Antike fand Politik noch auf dem Marktplatz statt. Man versammelte sich und hörte den Ausführungen und den Streitgesprächen der Politiker zu. Für unsere heutigen Schüler noch vorstellbar?

 

Der Anspruch an schulische Bildung

„Eines der obersten Ziele schulischer Bildung überhaupt ist es, junge Menschen zu befähigen, sich in der modernen Gesellschaft zu orientieren und politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen und Probleme kompetent zu beurteilen. Dabei sollen sie ermuntert werden, für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Gerechtigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und Frieden einzutreten. Diesem übergeordneten Ziel sind grundsätzlich alle Unterrichtsfächer verpflichtet, insbesondere aber die des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs.“[1]

 

Wie kann ein Kerncurriculum Politik diesem Anspruch an schulische Bildung gerecht werden? Auf jeden Fall nur dann, wenn politische Bildung und Medienbildung wie zwei Seiten einer Medaille betrachtet werden. Denn der Unterrichtsgegenstand Politik ist ohne Medien heute nicht mehr möglich. Um Informationen zu verbreiten, Willensbildungsprozesse anzustoßen und auch zu steuern, um sich legitimieren zu lassen - immer braucht Politik die Öffentlichkeit. Und Öffentlichkeit gibt es fast ausschließlich nur mit Hilfe der Medien. Denn in den seltensten Fällen erleben wir Politik aus erster Hand. In der Regel lassen wir uns informieren – mit Hilfe von Zeitungen, Fernsehen und zunehmend Internet. Die Welt wird komplexer und der Weg der Willensbildung wird es auch. Dem muss Politikunterricht Rechnung tragen. Ein Politikunterricht, der die Möglichkeiten moderner Beteiligungskultur nicht thematisiert, verfehlt sein Ziel. Besonders, wenn wir bedenken, dass die Beteiligungsmöglichkeiten der Zukunft vielleicht noch gar nicht erfunden sind und wir unsere Schülerinnen und Schüler aber darauf vorbereiten sollen. Dann geht es im Politikunterricht in erster Linie darum das Systematische an Politik zu erkennen, Wirkungen der medialen Darstellung zu analysieren und Beteiligungsformen früher, heute und morgen zu diskutieren. Demokratie ohne Beteiligung ist nicht möglich. Damit liegt auch diesem KC das Bild des mündigen Bürgers zugrunde sowie die Persönlichkeitsstärkung der Schülerinnen und Schüler um eine reflektierte politische Teilhabe zu ermöglichen.

 

Der vereinfachte Politikzyklus

Die Basis des vorliegenden Kerncurriculums Politik für die Haupt- und Realschule in Niedersachsen bildet dabei der vereinfachte Politikzyklus. Grundlage jedes politischen Themas, jeder Fragestellung oder jeden Problems ist der wiederkehrende Ablauf von „Problem > Auseinandersetzung > Entscheidung > Reflexion“. Als Ergebnis kann entweder eine Lösung präsentiert werden, oder es gibt eine Re-Definition des Problems und der Kreislauf startet unter modifizierten Bedingungen erneut. Der Vorteil dieser Vereinfachung von politischen Prozessen liegt für die politische Bildung darin, dass Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten wird, Politik als einen fortlaufenden Prozess zu erkennen der weder Anfang noch Ende hat. Jede politische Fragestellung  kann als zirkulär verstanden werden und es ist an verschiedenen Stellen immer wieder möglich einzusteigen und sich zu beteiligen.

 

[1] https://www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weitere-unterrichtsinhalte/demokratieerziehung.html

 

 

Verbindliche Themenfelder (Inhaltskompetenzen)

 Die im Folgenden verbindlich vorgegebenen Themenfelder entsprechen den Kriterien der Aktualität, Exemplarität, Angemessenheit sowie der Betroffenheit und ermöglichen eine inhaltliche Orientierung in Politik und Gesellschaft. Zudem sind die Themenfelder bewusst als Fragen formuliert, die einen größeren Aufforderungscharakter haben als bloße Schlagworte.

Alle Themenfelder werden im Unterricht unter Anwendung der Aspekte des Politikzyklus untersucht und damit auch im Hinblick auf mediale Darstellung.

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