Soziale und Identitätskompetenz


Soziale Kompetenz

„Soziales Lernen entwickelt das Verständnis für gesellschaftliche Differenz und Interessenvielfalt. Es verbessert die in einer heterogen zusammengesetzten Gesellschaft notwendigen Interaktions- und Kommunikationskompetenzen der Lernenden. Für die Politische Bildung hat die Befähigung zur Gewaltvermeidung, zur Kooperation, zur Konfliktbewältigung und zur Anerkennung von Differenz eine besondere Bedeutung. Soziale Kompetenz gründet auf einer stabilen Persönlichkeit.“[1]

Soziale Kompetenz ist damit aufs engest verknüpft mit der Entwicklung einer stabilen Identitätskompetenz und dass in einer Zeit, in der alte Wertorientierungen sich auflösen und traditionelle identitätsstiftende Grundlagen wie Eigentum und Arbeit für viele Menschen mehr und mehr ausgehöhlt werden. Erforderlich werden somit neue Orientierungsanstrengungen jenseits der vielfach geforderten Flexibilität, die häufig nur die Forderung nach Akzeptanz gesellschaftlicher Verhältnisse impliziert, "in denen Menschen aus ihren Lebenszusammenhängen herausgestoßen werden.“ [2]

 

Identitätskompetenz

Identitätskompetenz soll den Einzelnen dazu befähigen, den Dialog zwischen sich und seiner Lebenswelt und damit die alltägliche Identitätsarbeit in einer kreativ-konstruktiven, identitätssichernden Art und Weise zu gestalten. Identitätskompetenz soll Leben und „Lernen in einer Welt gesellschaftlicher Umbrüche“ möglich machen.

 

Mediensozialisation

Wenn man unter Sozialisation den Prozess versteht, in dem der Mensch zur sozialen, gesellschaftlich handlungsfähigen Persönlichkeit wird, dann liegt es auf der Hand, dass den Medien in diesem Prozess eine wichtige Rolle bei der Entwicklung kultureller Orientierung, von Weltbildern und Einstellungen sowie der Vermittlung von Werten zukommt. Insbesondere Orientierung über Moden, Lebensstile, Jargon und generell den Umgang miteinander wird schon von Kindern in den Medien gesucht. Medien bieten vielfältige Angebote und Materialien für die Identitätsbildung von Heranwachsenden. Damit gewinnen Medien als Sozialisationsinstanzen neben Elternhaus, Gleichaltrigen und Schule für Heranwachsende zunehmend an Bedeutung.

Dabei ist jedoch nicht von einem monokausalen Wirkungsverlauf auszugehen, in dem die Kinder und Jugendlichen passiv dem Einfluss der Medien ausgesetzt sind, sondern die Kinder und Jugendlichen sind vielmehr handelnde Individuen, die sich im symbolischen Feld der Medien selbst sozialisieren.

Bei der Beschäftigung mit der Mediensozialisation handelt es sich also um die Auseinandersetzungen mit den dynamischen Wechselbeziehungen zwischen Individuen, Medien und Gesellschaft und die Prozesse von Individuation, Identität, Individualisierung und Modernisierung. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Einfluss Medien ausüben und welche Potenziale sie für die Sozialisation besitzen.

 


[2] Vgl. Oskar Negt: der politische Mensch, Göttingen 2011, S. 22-224

Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln