Geschichten von Hoffnungen und Wünschen - Spuren kollektiven Bewusstseins

Die hier vorgestellten Spielfilme entstanden im Nachkriegsdeutschland der Jahre 1946 bis 1951.Die Filmproduktion in diesen Jahren hat sich überwiegend mit der eigenen Gegenwart beschäftigt. Zu keiner anderen Zeit gab es einen vergleichbar hohen Anteil (4/5 aller Filme) an Filmen mit konkretem Zeitbezug.

Vorherrschende Themen und Motive in diesen, "Trümmerfilme" genannten, Wer-  ken  waren: der Krieg mit seinen Folgen physischer und psychischer Zerstörung -  Hunger und Existenznot  in  Trümmern, Schwarzmarkt einerseits, Flüchtlings-schicksale, Kriegsheimkehrer sowie die Entlastung der Mitläufer andererseits.      Die Menschen erscheinen als  "Opfer" der Geschichte.   Der Werteverlust und die Perspektivlosigkeit der Menschen wird häufig thematisiert,  verbunden mit Appel-  len an die Moral  und den Willen zum Aufbau.  Arbeit und  Leistung sowie   die Familie (das kleinfamliliäre Glück) sind  zentrale Ideale und weisen den Weg   in  eine besseren Zukunft:

Die Mörder sind unter uns und Unser täglich Brot waren DEFA-Produktionen und fielen unter die Kontrolle der Sowjetischen Militär-Administration, während die Filme In jenen Tagen, Liebe 47 und Und über uns der Himmel in der britischen bzw. in der amerikanischen Besatzungszone produziert wurden. Die Filme der Rat der Götter und Die Brücke entstanden dann in der DDR.

 

       

Die Mörder sind unter uns

Regie: Wolfgang Staudte
SBZ 1946, 80 Min.

Als die junge Fotografin Susanne aus dem KZ zurückkehrt, findet sie in ihrer Wohnung den Chirurg Mertens vor, der mit übermäßigem Alkoholkonsum versucht, seine furchtbaren Erinnerungen zu verdrängen. Susanne hilft ihm, dass er wieder langsam zu sich findet. Dann begegnet Mertens seinem ehemaligen Hauptmann Brückner, der nun ein aalglatter Geschäftsmann ist. Mertens fordert Sühne für ein von Brückner befohlenes Massaker an Frauen, Kinder und Männern. Susanne kann Mertens im letzten Moment davon überzeugen, dass Vergeltung keine Privatangelegenheit ist und Brückner als Kriegsverbrecher von einem Gericht verurteilt werden muss.

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In jenen Tagen

Regie: Helmut Käutner
Brit. BZ, 1947, 111 Min.

Im Jahr 1945 erzählt ein altes Auto seine Geschichte und die seiner wechselnden ehemaligen Eigentümer. Sieben Episoden um Menschen, die durch rassische und politische Verfolgung, im Widerstand oder durch das Kriegsgeschehen der Willkür des Nazi-Regimes ausgesetzt waren.

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Unser täglich Brot

Regie: Slatan Dudow
DDR 1949, 104 Min.

Der Film schildert den Zerfall einer kleinbürgerlichen Familie im Nachkriegsdeutschland und stellt ihn der Arbeit am Wiederaufbau einer Fabrik in der sowjetischen Besatzungszone gegenüber.

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Und über uns der Himmel

Regie: Josef von Baky
Amer. BZ 1947, 104 Min.

In diesem ersten deutschen Film, der nach dem Zweiten Weltkrieg in der amerikanischen Besatzungs- zone gedreht wurde, kehrt der ehemalige Kranführer Hans Richter nach Berlin in seine halb zerstörte Wohnung zurück, wo er eine verwitwete Frau mit ihrem Kind vorfindet. Aus Angst vor einer arbeits- und chancenlosen Zukunft beginnt er auf dem Schwarzmarkt zu handeln und sich durch Schiebergeschäfte ein kleines Vermögen aufzubauen. Doch als auch sein Sohn zurückkehrt, der durch eine Kriegsverletzung vorübergehend erblindet ist und die Geschäfte seines Vaters moralisch verurteilt, findet er wieder auf den "rechten Weg" zurück.

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Die Brücke

Regie: Arthur Pohl
DDR 1949, 85 Min.

 

 

Lang ist der Weg

Regie: Herbert B. Fredersdorf, Marek Goldstein
Amer. BZ 1948, 69 Min.

Frühe Reflektion eines Überlebenden des Holocausts, der – in jiddischer und polnischer Sprache – das Schicksal einer jüdischen Familie erzählt: Die Familie Jelin wird, als die Deutschen 1939 Polen besetzen, zunächst ins Ghetto getrieben und dann nach Auschwitz abtransportiert. Dem Sohn David gelingt die Flucht aus dem Deportationszug, er schlägt sich zu den Partisanen durch und überlebt den Krieg. Er erfährt, dass sein Vater umgekommen ist, die Mutter ist verschollen. In Warschau lernt David Dora Berkowicz kennen, die ihre Eltern verloren hat und ebenso verzweifelt ist wie er. Sie verlassen Polen und landen in der amerikanischen Besatzungszone in einem Lager für Displaced Persons. Dort heiraten sie und finden sogar Davids verschollene Mutter, die KZ und Krieg überlebt hat. Gemeinsam hoffen sie, Deutschland verlassen und in einem jüdischen Staat weiterleben zu können.

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Der Rat der Götter

Regie: Kurt Maetzig
DDR 1950, 84 Min.

Der Film thematisiert die Verstrickung der IG Farben in Rüstungsproduktion und Giftgasherstellung für die Konzentrationslager. Dem Vorstandsvorsitzenden Geheimrat Mauch geht es um Expansion und Gewinn für die Firma um jeden Preis. Der Chemiker Dr. Scholz ist ein Mitläufer, der sich aus Angst um Stellung und Familie der Wahrheit verschließt. Als 1948 eine verheerende Explosionskatastrophe in Ludwigshafen beweist, dass der Konzern trotz Verbotes der Alliierten wieder Sprengstoff produziert, bricht Scholz sein Schweigen.

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