Solidarische Ökonomie - Eine andere Welt ist möglich!

Eine allgemeine Definition der Solidarischen Ökonomie gibt es nicht, weil Solidarische Ökonomie dezentral und von unten aufgebaut wird und niemand die Definitionshoheit hat.

Allerdings gibt es Kriterienkataloge und auch Definitionen von verschiedenen Akteuren - z.B. von internationalen Organisationen, die sich seit langem mit dem Thema beschäftigen, Kongresse organisiert, Erfahrungswissen gesammelt und Definitionen ausgearbeitet haben. Hier ein solcher Vorschlag:

Neun Prinzipien Solidarischer Ökonomie

Form: Solidarische Kooperation

  1. Freiwillige & offene Beteiligung:
    Keine Zwangskollektivierung. Keine Diskriminierung. Sondern: Kultur der Kooperation.

  2. Demokratische Entscheidungsfindung:
    Kein Einfluss nach Geldbeutel. Sondern: Gleiche Mitspracherechte für alle (one person, one vote statt one dollar, one vote). Konsense suchen.
  3. Bildung, Experimente & Transparenz:
    Basis für „Ermächtigung" & Wandel! SÖ selbst ist Such- & Lernprozess.
  4. Vernetzung & Kooperation:
    Sich vernetzen, um SÖ öffentlich voranzubringen. Kooperation unter Betrieben/ Projekten.
  5. Autonomie & Unabhängigkeit:
    Weder staatlich noch privatwirtschaftlich kontrolliert. Kollektives Eigentum/ Besitz.

Inhalt: Sinnvolle Bedürfniserfüllung

  1. Ökonomische Selbsthilfe:
    Bedürfnisse erfüllen durch gemeinsames Wirtschaften. Selbstorganisation vor Wohltätigkeit.
  2. Not-for-private-profit:
    Un-kommerzielles (nicht gewinnorientiertes) Wirtschaften wird durch nachhaltige Gewinnverwendung unterstrichen.
  3. Fokus: regionale Ökonomie - plus fairer Handel:
    Fairen Handel und direkte Kooperationen stärken - auch lokal.
  4. Gemeinwohldenken, „vivir bien" & Ökologie:
    Echte Nachhaltigkeit. Die Abkehr von Wachstumsdoktrin, neoliberaler Globalisierung und kapitalistischer Ideologie zeigt sich in sozial & ökologisch sinnvollen Zielen, Produkten, (kollektiven) Produktionssystemen & Nutzungsformen (Commoning; Ko-Konsum;...). Gemeinwohlmatrix als neuer Maßstab für Betriebe. Beitragen zu einem würdigen und naturverwobenem „guten Leben" (vivir bien)!

Quelle: http://solidarische-oekonomie.de/index.php/informationen-zu-s%C3%B6

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