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Aix-Marseille

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Die Region stellt sich vor

 

Die Akademie Aix-Marseille liegt in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Département Bouches-du-Rhône. Denkt man an diese Region, so fallen einem zuerst die weiten Lavendel-Felder, die weißen wilden Pferde der Camargue und die internationalen Filmfestspiele in Cannes ein. Dies verdeutlicht bereits die Vielfalt der Region:


Geografisch liegt die Region in direkter Nachbarschaft zu Italien im Osten, welches von einer 40 Meter breiten Bergkette mit Gipfeln von über 3000 Metern abgegrenzt wird. Etwa die Hälfte der Mittelmeerküste Frankreichs bildet die Grenze gen Süden, die andere Hälfte liegt in der westlichen Nachbarregion Languedoc-Roussillon, die durch das Rhône-Delta natürlich abgegrenzt wird. Die nördliche Grenze wiederum stellt ein ganz anderes Bild dar, denn hier teilt sich die Region die Alpen mit dem nördlichen Nachbarn Rhône-Alpes. Prägend für die Region sind die Gegensätze: auf der einen Seite die Alpen, auf der anderen Seite die Weite des Meeres; einerseits die kleinen verschlafenen Örtchen der Provence, ande- rerseits die Schickeria an der Côte d'Azur in Cannes.


Diese Gegensätze wirken sich auch wirtschaftlich aus. Der tertiäre Sektor ist mit 80% der Beschäftigten der größte Wirtschaftszweig. Lediglich vier Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft, obwohl in dieser Region bereits seit der Antike Landwirtschaft betrieben wird. Verschiedene Produkte werden erzeugt, auch wenn der Obst- und Gemüseanbau von primärer Bedeutung ist. Gerade im Bereich des Rhône-Deltas hat der Weinanbau eine besondere Stellung inne, aber auch die Bedeutung des Olivenanbaus an den Südhängen des Gebirges sollte nicht vernachlässigt werden. Weiterhin bedeutend ist der Anbau von Kräutern, die in ihrer besonderen Mischung den Namen der Region tragen, und die berühmten Lavendelfelder, die das Bild des Landesinneren prägen. Die Rhône prägt auch den sekundären Sektor der Wirtschaft. Das Ballungszentrum bildet allerdings Marseille mit dem Schiffs- und Maschinenbau. Die wichtigste Einnahmequelle der Region bleibt aber der Tourismus. Aufgrund der attraktiven Lage und des angenehmen Klimas gehört die Region zu den bevorzugten Urlaubsregionen weit über Frankreich hinaus. Der sanfte Tourismus als auch der Kultur- und Städtetourismus bekommen dabei eine immer größere Bedeutung. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote mit 11,5% über dem nationalen Durchschnitt.

 

Die ersten historischen Funde gehen weit zurück: vor etwa 400 000 Jahren errichteten Menschen die ersten Siedlungen an der Küste von Nizza. Werkzeugfunde zeugen davon. Knochenfunde belegen, dass in dieser Region bereits unsere Vorfahren, die Cro-Magnon-Menschen, vor mehr als 30 000 Jahren lebten. 6 500 v. Chr. bildeten die Ligurer, die vom Handel lebten, hier erste Siedlungen. Der Handel führt dazu, dass die Griechen sich hier niederließen und 600 v. Chr. Massalia (das heutige Marseille) gründen. Die vergrößert die griechische Kolonie und es werden weitere Handelsniederlassungen z.B. in Arles, Nizza und Avignon gegründet. Im zweiten Jahrhundert v. Chr. erbeten die Griechen vor der ligurisch-keltischen Urbevölkerung Schutz von den Römern. Die Römer sehen ihre Chance gekommen, eine Landverbindung zum bereits besetzten Spanien zu schaffen und besetzen 120 v. Chr. Südostfrankreich. In dieser römischen Provinz - der heutige Name Provence stammt von der römischen Bezeichnung Provincia - gründen die Römer die erste römische Stadt auf gallischem Boden: das heutige Aix en Provence.


Mit dem Zerfall des römischen Imperiums fällt das Gebiet im sechsten Jahrhundert an die Franken, die jedoch bald von den brandschatzenden Sarazenen abgelöst werden. Im elften Jahrhundert steht die Provence unter der Herrschaft des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das 12. bis 14. Jahrhundert sind geprägt von Thronstreitigkeiten, in Folge dessen die Region erst an die Katalaner und schließlich unter die Herrschaft der Päpste von Avignon fällt. Im 15. Jahrhundert steht die Region unter der Herrschaft von König René dem Guten, der der Provence zu einer Blütezeit verhilft, wovon Aix en Provence noch heute reichlich Zeugnis ablegt. Bis zur französischen Revolution wird die Region immer wieder in Kriege verwickelt. Außerdem schwächen zwei große Pestepidemien (1629 und1720-1722) die Region. Die französische Revolution führt zur Bildung der noch heute existierenden Départements, auch wenn Nizza erst wesentlich später (1860) dem französischen Herrschaftsgebiet zugeordnet wird.


Während des Zweiten Weltkrieges kommt der Region eine besondere Bedeutung für Intellektuelle zu: Schriftsteller und Künstler fliehen aus Deutschland hierher ins Exil. Thomas Mann, Heinrich Mann, Klaus Mann, Erika Mann, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und Arnold Zweig - um nur einige zu nennen - suchen hier Zuflucht. 1944 landen die Alliierten in der Provence und befreien die Region von den Deutschen, die aber zuvor im Januar 1943 das historische Viertel Marseilles nahezu dem Erdboden gleichgemacht haben.


Weiterführende Links:
www.frankreich-experte.de
www.franceguide.com
www.ac-aix-marseille.fr


 

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