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Toulouse

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Die Region stellt sich vor


Die Akademie Toulouse liegt in der Region Midi-Pyrénées im Département Haute-Garonne. Diese Region stellt eine Besonderheit dar, da sie im Zuge der Gebietsreform 1960 erst in seiner heutigen Form entstanden ist und zuvor aus verschiedenen kleineren historischen Provinzen bestand. Toulouse liegt dabei in der ehemaligen Region Languedoc. Verbunden wird diese Region heute in erster Linie mit dem Flugzeugbau und der Firma Airbus S. A. S., die in Toulouse ihren Hauptsitz hat.


Midi-Pyrénées ist in ihrer heutigen Form geografisch die größte französische Region. Sie ist umgeben von den französischen Provinzen Aquitanien im Westen, Limousin und Auvergne im Norden und Languedoc-Roussilon im Osten. Der Süden grenzt an Spanien und Andorra, wobei die Pyrenäen die natürliche Grenze bilden. Mehrere Berggipfel des Gebirges erreichen dabei die 3000er Marke. Im Westen dominieren Hügel des Aquitanischen Beckens aus kalkhaltigem Gestein. Dieses kalkhaltige Gestein findet man auch im südlichen Teil des Zentralmassivs. Der nördliche Teil des Zentralmassivs an der Grenze zur Auvergne wird hingegen von Granitgestein dominiert. Doch nicht nur die Gebirge prägen diese Region: der größte Fluss, die Garonne, durchzieht das gesamte Gebiet und bildet am Zufluss ihrer zahlreichen Nebenflüsse eine breite Ebene. Eine direkte Verbindung zum Mittelmeer bildet der Canal du Midi, dem jedoch heute keine wirtschaftliche Rolle mehr zukommt.


Zwar war im Mittelalter die Landwirtschaft die wirtschaftlich treibende Kraft der Region, doch ist davon heute nur noch wenig zu bemerken, da lediglich fünf Prozent der Beschäftigten im primären Sektor tätig sind. Die Viehzucht im Zentralmassiv und der Weinanbau sind die einzigen landwirtschaftlichen Zweige, die auch heute noch von Bedeutung sind. Der milchverarbeitenden Industrie kommt in dieser Region zwar ebenso nur eine Nebenrolle zu, doch wird mit dem Rouquefort ein Käse produziert, der in aller Welt bekannt ist. Weiterhin bedeutend im sekundären Sektor ist die Textil- und Lederindustrie. Den wesentlichen Teil der 25% der Beschäftigten in diesem Sektor nimmt jedoch die Luft- und Raumfahrtindustrie ein, die sich aufgrund der industriellen Infrastruktur mit Airbus S. A. S. und Aerospitale Matra hier angesiedelt hat. Zahlreiche Unternehmen der Elektro-, Luftfahrt- und Waffenindustrie haben sich in Folge ebenfalls in dieser Region niedergelassen. Im tertiären Sektor sind 70% der Beschäftigten dieser Region tätig. Diese wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich auch deutlich darin, dass Toulouse die am stärksten prosperierende Stadt Frankreichs ist.


Diese Entwicklung ist auch historisch begründet. Toulouse hat seit seiner Entstehung zur Zeit der Kelten eine herausragende Stellung nicht nur innerhalb der Region inne. Während der Römerzeit wird die Stadt um neun Kilometer nach Norden verlegt und entwickelt sich als Hauptstadt der Region Gallia Narbonensis zum geistigen Zentrum der Region. Bereits im dritten Jahrhundert nach Christi ist die Stadt zur drittgrößten Galliens herangewachsen.

Nach den Westgoten im fünften Jahrhundert übernehmen die Franken ein Jahrhundert später die Herrschaft, doch liegt die Region so weit von der fränkischen Zentralmacht entfernt, dass sie eine weitest gehende Autonomie genießt und die Religion der Westgoten sich durch alle Bevölkerungsschichten hindurch ausbreiten kann.


Erst im elften Jahrhundert wird diese Religion durch die Katharer verdrängt. Dies führt im 13. Jahrhundert zu den Kreuzzügen der katholischen Kirche gegen die Ketzerei, in deren Folge nicht nur die Katharer ausgerottet werden, sondern das südliche Gebiet des heutigen Frankreichs vorerst in das französische Reich integriert wird. Außerdem verpflichtet sich der Graf von Toulouse als Folge seiner Niederlage gegen die französische Krone, zehn Jahre lang verschiedene Meister unterschiedlicher Disziplinen (Theologie, Kirchenrecht, Kunst und Grammatik) zu unterhalten, womit der Grundstein der Universität zu Toulouse gelegt war. Bevor die Region im Chaos der Religionskriege zusammen bricht, profitiert sie vom Färberwaidhandel der Toulouser Kaufleute, die mit der Pflanze, die als einzige einen beständigen blauen Farbton lieferte, international Handel betreiben, bis der Indigo Einzug in Europa hält. Während des Hundertjährigen Krieges und aufgrund zahlreicher Pestepidemien dezimiert sich die Bevölkerungszahl Südfrankreichs erheblich. Erst durch die Unterstützung der katholischen Kirche gelingt es Ludwig XIII., die südlichen Gebiete in die zentralistische Struktur Frankreichs endgültig einzubinden. Dennoch behält die Region rund um Toulouse bis zur französischen Revolution weitest gehend ihre Unabhängigkeit.


Im 19. Jahrhundert fordert das Garonne-Hochwasser zahlreiche Tote und viele Menschen werden obdachlos. Mit dem Ersten Weltkrieg erlebt die Region rund um Toulouse ein wirtschaftliches Wachstum, da die Flugzeugproduktion wegen der großen Entfernung zum Kriegsgeschehen hierher verlagert wird. Trotzdem bleibt die Region während des Zweiten Weltkrieges von Bombardements verschont. Die Bevölkerungszahl steigt stetig weiter. Zum Einen fliehen während des spanischen Bürgerkrieges 25 000 Spanier in die Region, zum Anderen kommen im Zuge des Algerienkrieges noch einmal so viele Menschen hierher.

 

Die Luft- und Raumfahrtindustrie sorgt seit den 60er Jahren dafür, dass die Region weiter prosperiert. 2001 wird Toulouse von einem schweren Schlag getroffen: Eine zu TotalFinaElf gehörende Düngemittelfabrik explodiert und 31 Menschen sterben. Die Zahl der Verletzten übersteigt die 10 000 und es gibt unzählige Opfer mit psychischen Auswirkungen wie Depressionen und Angstzuständen.



Weiterführende Links:
www.midipyrenees.fr
www.suedfrankreich-netz.de
www.ac-toulouse.fr

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