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Ungarn

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Ungarn stellt sich vor

Ungarn ist ein Binnenstaat Europas, der im Norden an die Slowakische Republik, im Nordosten an die Ukraine, im Osten an Rumänien, im Süden an Serbien und Kroatien und im Westen an Slowenien und Österreich grenzt. Im Nordwesten liegt das fruchtbare Kleine Ungarische Tiefland, an das sich das Ungarische Mittelgebirge anschließt. Die Große Ungarische Tiefebene erstreckt sich von der Donau bis zu den Ausläufern der Karpaten, den Transsylvanischen Alpen in Rumänien und im Süden bis zur Fruska-Gora-Bergkette in Serbien. Der Balaton (Plattensee) ist einer der größten europäischen Seen.

 

Das Klima in Ungarn ist kontinental mit heißen Sommern (im August gibt es die so genannten Hundstage) und kalten Wintern. Der Herbst und der Frühling sind mild. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen, wobei die Niederschlagsmenge von Westen nach Osten wegen der vorherrschenden Westwinde abnimmt.

 

Die Wirtschaft Ungarns wächst vergleichsweise zu anderen Ländern der Eurozone nur langsam. Im Vergleich zu anderen Beitrittsländern ist das Inflationstempo deutlich höher. Daneben sorgen auch das Haushaltsdefizit und die hohe Staatsverschuldung dafür, dass Ungarn zum Einen noch nicht die Kriterien für die Einführung des Euros erfüllt und zum Anderen in Folge der Wirtschaftskrise 2008 den IWF um Hilfe bat, damit der Staatsbankrott abgewendet werden konnte. Die schwierige wirtschaftliche Lage äußert sich allerdings nicht in den Arbeitslosenzahlen, denn die Quote liegt weit unter der der anderen Beitrittsländer und auch unterhalb der alten EU-Länder. Wichtige Industriestandorte sind vor allem Budapest und die Grenzregion zu Österreich.  Der Mineralölkonzern MOL und Audi Hungary Kft sind die größten ungarischen Unternehmen. Eine wichtige Rolle für die Wirtschaft spielt darüber hinaus der Tourismus in Budapest, in der Puszta und am Balaton.

 

Die Ungarn wanderten Ende des neunten Jahrhunderts unter dem Großfürsten Árpád in das Karpatenbecken ein. Im Jahr 1000 wurde das Königreich Ungarn unter dem katholischen König Stephan I. gegründet. Das Ende der Unabhängigkeit Ungarns Mitte des 16. Jahrhunderts kam mit der türkischen Herrschaft. Erst nach 145 Jahren wurde Ungarn von den Habsburgern zurückerobert. Die Herrschaft der Österreicher missfiel den Unagrn und es kam vermehrt zu Aufständen gegen die Habsburger. Durch den österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 wurde Ungarn autonomer Teil der sogenannten Doppelmonarchie Österreich-Ungarn und Kaiser Franz-Josef I. von Österreich wurde König von Ungarn. Das Königreich Ungarn als Vielvölkerstaat hielt den inneren Spannungen nicht lange stand und zerfiel nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Aufgrund des Vertrages von Trianon musste Ungarn 1921 zwei Drittel seines Staatsgebietes an seine Nachbarn abtreten. Dies und wirtschaftliche Krisen führten dazu, dass Ungarn sich immer mehr dem nationalsozialistischen Deutschland annäherte und schließlich 1941 auf Seiten der Achsenmächte in den Krieg gegen die Sowjetunion eintraten. Während des Zweiten Weltkrieges versuchten die Ungarn die Seite zu wechseln, doch endeten die Kämpfe erst am 04.04.1945 mit dem Einmarsch der Roten Armee. Als Folge des Vertrages von Jalta kam Ungarn unter sowjetischen Einfluss. 1956 kam es zu einem Volksaufstand, bei dem die parlamentarische Demokratie sowie die Neutralität Ungarns gefordert wurden. Der Aufstand wurde durch die sowjetische Armee blutig niedergeschlagen. Erst mehr als dreißig Jahre später erreichten die Ungarn die Grenzöffnung nach Österreich und leiteten damit die politische Wende von 1989 ein. Die demokratische Republik Ungarn trat 1999 als erster Staat des früheren Ostblocks der NATO bei und ist seit der Osterweiterung 2004 Mitglied der Europäischen Union. Seit der Einführung von freien und geheimen Wahlen 1990 ist die ungarische Politik von ständigen Mehrheitswechseln geprägt. Die Bevölkerung ist politisch gespalten in Anhänger der Ungarischen Sozialistischen Partei und der Fidesz (rechtskonservativ).

 

 

Kooperation zwischen Ungarn und Niedersachsen

Zwischen Ungarn und dem Niedersächsischen Kultusministerium besteht seit 1990 eine enge Zusammenarbeit. Zur Förderung der deutschen Sprache wird die Aus- und Weiterbildung von ungarischen Deutsch-Lehrkräften und Deutsch-Studierenden durch die Entsendung von bis zu vier Landesprogrammlehrkräften sowie durch flankierende Maßnahmen in Form von Landeskunde- und Sprachpraxis-Seminaren für diese Zielgruppen in Niedersachsen unterstützt.

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