Schriftgröße:
normal gross extragross
Farbkontrast:
hell dunkel

Andalusien

  • drucken

 

                                                           

Die Region stellt sich vor

 

Denkt man an Andalusien, so schweifen die Gedanken automatisch zu den rassigen Pferden, dem Flamenco und der langen Küste. Doch die größte autonome Region (in Deutschland würde man von einem Bundesland sprechen) Spaniens hat noch mehr zu bieten:

 

Geografisch bildet Andalusien die Brücke zwischen Europa und Afrika. Die Straße von Gibraltar verbindet das Mittelmeer mit dem Atlantik. Doch nicht nur die mehr als 800 Kilometer lange Küste, die im Westen an Portugal und im Osten an Murcia und das Mittelmeer grenzt, mit ihren Buchten und felsigeren Abschnitten prägt das Land, sondern vor allem das gebirgige Relief ist charakteristisch für diese südlichste Region Spaniens: Die Hälfte der Fläche Andalusiens ist gebirgig. Das wohl bekannteste Gebirge ist die Sierra Nevada mit ihren zwei höchsten Bergen des spanischen Festlandes, dem Mulhacén (3481m) und dem Veleta (3398m). Neben diesem alpinen Hochgebirge finden sich zahlreiche Laub- und Korkeichenwälder in den Mittelgebirgen dieser Region. Das Zentrum Andalusiens wird vom Becken des Guadalquivir und seinen zahlreichen Nebenflüssen bestimmt. Die Mündungen der Flüsse in den Atlantik und das Mittelmeer sind fruchtbares Marschland.

 

Diese geografischen Gegebenheiten prägen die wirtschaftliche Situation Andalusiens. Nach wie vor spielt die Landwirtschaft eine wesentliche Rolle. Bekannt ist Andalusien für den Anbau und Export von Oliven, Baumwolle und Wein. Viehzucht prägt vor allem die Landwirtschaft in den Mittelgebirgen. Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten Andalusiens ist allerdings im Dienstleistungssektor und hier vor allem in der Tourismusbranche tätig. Auch wenn die Arbeitslosenquote in den letzten Jahren stark rückläufig ist, gehört Andalusien dennoch zu den ärmsten Regionen Spaniens, da das Pro-Kopf-Einkommen deutlich unter dem Durchschnitt Spaniens liegt.

 

Dies war nicht immer so. Andalusien war lange Zeit der Dreh- und Angelpunkt des europäischen Kontinents. Die historische Entwicklung dieser Region beginnt mit der Zeit der ersten Metallverarbeitung im dritten Jahrtausend vor Christus. Das erste Königreich des Abendlandes entsteht um 1100 vor Christus im Süden der Iberischen Halbinsel. Das Volk lebt von Ackerbau und Viehzucht, aber auch von Erzabbau und Goldverarbeitung und betreibt regen Handel. Die beiden Punischen Kriege prägen die Region maßgeblich, da Andalusien fortan das römische Weltreich mit Lebensmitteln, Öl, Wein und Metallen beliefert. Der Philosoph Seneca stammt aus der römischen Provinz Baetica. Nach 700 Jahren römischer Herrschaft folgen mit dem Untergang Roms die Vandalen. Die Forschung streitet darüber, ob den Vandalen die Region ihren Namen zu verdanken hat: Vandalusien. Die Vandalen werden nach nur 20 jähriger Herrschaft von den Westgoten abgelöst, die dort ihre Blütezeit erleben. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts fallen die Araber über die Straße von Gibraltar in Andalusien ein. Die Eroberung durch den Islam bringt für Andalusien Fortschritt und Wohlstand. Deutlich wird dies durch das Kalifat von Córdoba, das für lange Zeit der fortschrittlichste Staat des Mittelalters ist.

 

Das Jahr 1492 ist für die Region von besonderer Bedeutung: Zum Einen zieht sich der letzte Maurenkönig zurück und übergibt die Region an die Katholiken, zum Anderen startet Christoph Columbus von Huelva aus auf seine Entdeckungsreise. Das goldene Zeitalter Andalusiens beginnt. Sevilla erhält das Monopol für den Handel mit der Neuen Welt und damit auch über den Handel mit Gold und Silber aus Amerika. Gut 150 Jahre später halbiert die Pest die Bevölkerung Sevillas und die Stadt verliert ihr Handelsmonopol an Cádiz. Das 18. und 19. Jahrhundert prägen die Region: Während des spanischen Erbfolgekrieges fällt Gibraltar an England - was sich bis heute nicht geändert hat, Cádiz verliert das Handelsmonopol, die Napoleonischen Kriege erschüttern die Region und das spanische Kolonialreich zerfällt, was Auswirkungen auf die Küstenregion hat.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts profitiert die Region von der Dynamik der „Goldenen Zwanziger", doch der spanische Bürgerkrieg setzt diesem Aufschwung ein jähes Ende. Als Folge aus diesem dreijährigen Krieg regiert General Franco Spanien diktatorisch. Bereits in den sechziger und siebziger Jahren erfährt die Region durch die zunehmende Bedeutung des Tourismus' einen wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung. 1982 wird Andalusien autonome Region mit dem Regierungssitz in Sevilla und durch den Beitritt Spaniens in die Europäische Union ergeben sich für die landwirtschaftlich geprägte Region neue Perspektiven.

 

Weiterführende Links:

http://www.andalucia.org/

http://www.andalusienforum.de/

http://www.spanien-andalusien.com/

http://www.schwarzaufweiss.de/

http://www.juntadeandalucia.es/

 

 

 

Übersicht