Castilla y León

 

Die Region stellt sich vor

 

Zu der Region Castilla y León fällt einem zuerst nichts Typisches ein, doch wenn man genauer hinschaut, gibt es eine Vielzahl an Charakteristischem, das mit dieser Region in Zusammenhang steht:

 

Geografisch ist Castilla y León die flächenmäßig größte Region Spaniens und macht 19% der Gesamtfläche aus. Allerdings leben in dieser Region lediglich knapp sieben Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Duero fließt einmal quer durch die Region und bildet damit die größte Flussebene Spaniens. Natürliche Grenzen der Region bilden die Kantabrische Gebirgskette, das Iberische Randgebirge, das Kastilische Scheidegebirge und die galicisch-leonische Bergkette. Die Hochebene ist landschaftlich neben den bergigen und unwegsamen Randgebieten der Gebirge geprägt von Getreidefeldern, Schaf- und Tierweiden. 

 

Die geografische Lage abseits der großen europäischen Industriezentren und sehr verstreut liegenden Ortschaften prägen die wirtschaftliche Situation der Region. Sowohl das BIP als auch die Erwerbslosenquote liegen genau im europäischen Durchschnitt. Allerdings ist unter den unter 24 Jährigen die Quote wesentlich höher als im europäischen Durchschnitt, was dazu führt, das Castilla y León eine hohe Abwanderungsrate in andere Regionen Spaniens und das europäische Ausland hat. Heute hat die Region kaum mehr Einwohner als vor 400 Jahren. Der größte Sektor der Wirtschaft ist der Dienstleistungssektor. (Die Tourismusbranche boomt - auch wegen des Jakobsweges, der durch Castilla y León führt.) In diesem Bereich wuchs die Zahl der Beschäftigten in den letzten Jahren auch am stärksten. Ein wesentlicher Industriezweig ist mit FASA-Renault und Nissan m. Ibérica die Automobil- und Zulieferindustrie. Auf die Landwirtschaft entfallen lediglich zehn Prozent der Beschäftigten. In diesem Sektor nimmt der Weinanbau eine wesentliche Position ein. Weiterhin prägend für die wirtschaftliche Situation stellt die Tatsache dar, dass es zwar eine Vielzahl von Unternehmen gibt, diese jedoch relativ klein sind, denn 96% beschäftigen weniger als zehn Arbeitnehmer.

                                                                                                                            

Castilla y León ist das historische Kernland Spaniens und bestand ursprünglich aus den zwei Königreichen Castilla und León. Der Name des Königreiches León leitet sich aus der gleichnamigen Stadt ab, die 68 v. Chr. unter dem Namen Legio gegründet wurde. Die dort ansässigen römischen Legionäre kümmerten sich um den Schutz der Stadt vor Bergbewohnern. Castillas Namen geht auf die zahlreichen Bergschlösser (castella) der Region zurück und geht aus dem alten Bardulien hervor. Das Königreich León und die ursprüngliche Grafschaft Castilla sind seit jeher eng miteinander verbunden. Bereits im achten Jahrhundert steht Castilla unter der Herrschaft der Könige von Asturien und León.

 

Im zehnten Jahrhundert versucht Castilla seine Unabhängigkeit von León zu erreichen, doch vergeblich. Im elften Jahrhundert unterliegt León den Truppen Ferdinands von Castilla, der darauf ganz León mit Castilla vereint zum Königreich Castilla. Dieses steigt unter seiner Herrschaft zu Macht und beträchtlicher Größe empor. Bis 1230 erschüttern immer wieder Bürgerkriege die Region, in denen sich die einzelnen Reiche jeweils voneinander abzulösen versuchen. Unter König Ferdinand III. entsteht durch die Vereinigung der beiden Kronen Castillas und Leóns die heutige Region Castilla y León. Das so entstandene große Königreich dehnt sich in den Kriegen gegen die Araber bis 1252 bis an die Südküste Spaniens aus.

 

Auch im ausgehenden 14. Jahrhundert kommt das Königreich nicht zur Ruhe, sondern zieht in den Krieg gegen Portugal und das englische Haus Lancaster. Nach dem Friedensschluss nimmt Castilla y León zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Kanarischen Inseln in Besitz. Doch der Friede mit Portugal währt nicht lange: In Folge von Thronstreitigkeiten führen Portugal und Frankreich Krieg gegen das Königreich, der mit der Anerkennung Isabella I. als Königin von Castilla y León endet. Durch ihre Heirat mit Ferdinand II. von Aragónien werden die beiden Königreiche vereinigt und das alte Castilla damit Hauptbestandteil von Spanien. Dies erklärt auch, warum Christoph Columbus 1492 unter der Flagge des Königreiches Castilla y León Amerika entdeckt. Unter Napoleon wird Castilla y León zu Beginn des 19. Jahr-hunderts für fünf Jahre von französischen Truppen besetzt. Die Region verfällt zum Getreidelieferanten Madrids, da hier erst sehr spät die industrielle Revolution Einzug hält und die im Mittelalter als Quelle des Reichtums dienende Wollmanufaktur verkommt. Im spanischen Bürgerkrieg kämpft die Region an der Seite Francos. Erst 1983 erhält Castilla y León den Autonomiestatus und Valladolid wird Hauptstadt der Region.

 

Weiterführende Links:

http://www.spanien-abc.com/

http://www.educa.jcyl.es/

http://www.turismocastillayleon.com/

http://www.red2000.com/

 

 

 

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