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La Rioja

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Die Region stellt sich vor

 

Denkt man an La Rioja, so fällt einem als erstes der nach dieser Region benannte gleichnamige Wein ein. Die Entwicklung dieser autonomen Region ist eng mit der Bedeutung des Weines verbunden:

 

Geografisch ist die Region geprägt vom fruchtbaren Ebrobecken und den Bergketten des Iberischen Gebirges, der Sierra de la Demanda mit ihrem höchsten Gipfel, dem San Lorenzo (2371 m). La Rioja ist mit ca. 300 000 Einwohnern und einer maximalen West-Ost-Ausdehnung von 100 Kilometern die kleinste der spanischen Regionen. Im Norden grenzt sie an das Baskenland und Navarra, wobei der Ebro dort die Grenze zwischen den Regionen bildet. Im Südwesten grenzt die Region an Kastilien-Léon, im Südosten an Aragonien. Seinen Namen hat die Region dem Fluss (=Rio) Oja zu verdanken, der durch die Region in den Ebro fließt.

 

La Rioja ist wirtschaftlich sehr bedeutsam für die Iberische Halbinsel. Das BIP liegt über dem europäischen Durchschnitt bei 111 (EU=100). Dass die Region wirtschaftlich so gut aufgestellt ist, liegt zum einen am wichtigsten Industriezweig: der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. 50 Prozent der Wirtschaftskraft geht auf den Weinanbau zurück. Doch auch der Gemüseanbau im ertragreichen Ebrobecken prägt die Wirtschaftskraft. Dort werden vor allem Spargel, Champignons, Artischocken und Paprika für den Export angebaut. Der Tourismus spielt bisher eine untergeordnete Rolle, doch soll sich dies ändern, indem der Wein und neue touristische Wege miteinander verbunden werden sollen. Zusätzlich wird dieser Wirtschaftszweig voran getrieben, da der legendäre Jakobsweg die Region mit einem seiner Ableger mehrfach durchkreuzt.         

 

Die historische Entwicklung dieser Region geht Hand in Hand mit der Entwicklung der Bedeutung des Weines. Bereits in der Frühzeit verstehen sich die Ureinwohner Spaniens darin, Wein zu keltern. Auch die Römer, die das Land im zweiten Jahrhundert vor Christus erobern, laben sich am Rebensaft, wovon es reichlich Zeugnisse in Form von Weinkellern gibt. Im fünften Jahrhundert werden die Römer von den Westgoten aus dieser Region vertrieben. Der Weinanbau geht deutlich zurück, da Rioja als Grenzgebiet zur Verteidigung gegen Kantabrier und Vaskonen fungiert. Die Mauren vertreiben die Westgoten, doch auch unter ihnen wird der Weinanbau vernachlässigt, da ihnen ihre Religion den Genuss von Alkohol verbietet. Ab dem zehnten Jahrhundert kämpfen Navarra und Kastilien um die Vorherrschaft, was darin resultiert, dass Navarra den Großteil der Region Rioja an Kastilien 1177 abtreten muss. In diese Zeit fällt auch das erste Zeugnis der spanischen Sprache: In San Millán de la Cogolla im Kloster Yuso findet man auch heute noch die Glosas Emilianenses aus dem zehnten Jahrhundert, die als ältester Beleg der kastilischen und damit spanischen Sprache gilt. Vor der Niederlage der Navarren erklärt der christliche Herrscher der Navarren die Weine aus der Rioja rechtmäßig an, was bis heute Auswirkungen auf die Region hat.

 

Richtig Aufwind erfährt die Region durch die endgültige Niederlage der Mauren. Die Spanier erobern ihre Iberische Halbinsel zurück und Zisterziensermönche pflanzen in der Region eine Vielzahl von Rebstöcken an. Der Weinanbau wird zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor der Region. Die Vormachtstellung Spaniens führt dazu, dass Wein aus der Region erstmals exportiert wird, da die Spanier auch in Südamerika nicht auf ihren Wein verzichten mochten. Allerdings gelangt nur ein geringer Anteil unverdorben über den Atlantik. Dies ändert sich erst, als auf einer Reise nach Bordeaux das Konservierungsverfahren der Franzosen entdeckt und kopiert wird. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wird der Wein der Region Rioja erfolgreich in alle Welt exportiert und gelangt unverdorben an sein Ziel. Im Jahr 1833 wird die Provinz Logrono gegründet.

 

Ende des 19. Jahrhunderts profitiert die Region erneut von Frankreich: Die Reblausplage zerstört den dortigen Weinanbau, sodass viele Winzer in die Rioja auswandern und dort ihren Stil auf den Rioja übertragen. Die Weinwirtschaft boomt und mit ihr die gesamte Wirtschaft. Allerdings befällt auch die Rioja zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Reblausplage, doch die Weinbauern stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern bauen ihre Produktion kurz entschlossen nach neuesten agrarischen Erkenntnissen wieder auf.

 

1926 wird in der Region ein umfassendes Qualitätssicherungssystem entwickelt, das bis heute ein unabhängiger Kontrollrat überwacht und dazu führt, dass Rioja 1945 ein geschütztes Ursprungsgebiet wird. 1982 geht aus der Provinz Logrono die heutige Region Rioja hervor. Hauptstadt der Region wird Logrono, mit 145 000 Einwohnern die größte Stadt der Region. 1993 bestimmt der unabhängige Kontrollrat, dass alle Rioja-Weine ausschließlich in der Region in Flaschen abgefüllt werden dürfen, was den Wein vor Fremdeinwirkungen schützt.

 

Weiterführende Links:

http://www.spain.info/

http://www.educarioja.org/

http://www.red2000.com/

 

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