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Aktive Medienarbeit

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Aktive Medienarbeit hat in der Schule eine Tradition, die im Rahmen der Schulfotografie und Schülerfilmarbeit bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreicht. Zum einen gibt es eine Traditionslinie, die auf die Kunsterzieherbewegung mit ihrer Entdeckung des "Schöpferischen" im Kinde und der Betonung der Eigentätigkeit verweist. Andere Traditionslinien führen zur Arbeitsschulbewegung und zur Projektmethode.


Die Besinnung auf die schulpädagogische Tradition aktiver Medienarbeit macht deswegen Sinn, weil man damit unmittelbarer Anschluss findet an pädagogische Leitideen und Konzepte wie "Öffnung von Schule und Unterricht" und "Erfahrungs- und Lebensweltbezug", die auch in der aktuellen Diskussion über Schulentwicklung eine Rolle spielen. Wie sich aus Beispielen aus der Unterrichtspraxis zeigen lässt, setzt aktive Medienarbeit fächerübergreifende Zusammenarbeit und offenere Formen der Unterrichtsorganisation voraus. Damit ergeben sich aus der Diskussion um Schulentwicklung und veränderte Lernkultur neue Chancen für die aktive Medienarbeit - und bietet aktive Medienarbeit Chancen für die Schulentwicklung.
Mit der Verfügbarkeit digitaler Medien und der dadurch erleichterten Arbeit mit multimedialen Textsorten bieten sich verstärkt Möglichkeiten, produktive Medienarbeit in handlungsorientierte Unterrichtsverfahren einzubeziehen: „Die kooperative Bearbeitung multimedialer Programme regt dazu an, dass die Lernenden sich gemeinsam Wissen zu einem bestimmten Bereich erarbeiten. Zentral dafür ist, dass die Lernenden in 'Lerngemeinschaften' Produkte (z.B. Texte, Animationen) erstellen und Information eben nicht nur rezipiert, sondern produziert und auch gegenseitig kritisiert wird." (Mandl u.a. 1998, S. 22)

 

Auszug aus: Mandl, Heinz; Reinmann-Rothmeier, Gabi; Gräsel, Cornelia: Gutachten zur Vorbereitung des Programms "Systematische Einbeziehung von Medien, Informations- und Kommunikationstechnologien in Lehr- und Lernprozesse" BLK Heft 66, Bonn 1998 

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