Computerspiele und Gewalt

In Kriegs- und Schießspielen geht es in erster Linie darum, einen Gegner mit Hilfe eigener Waffenarsenale (Panzer und Kampfhubschrauber, aber auch Messer und Beile) auszuschalten und möglichst rasch zu vernichten. Je schneller dies geschieht und je mehr Gegner getötet werden, umso höher ist der Highscore.

Die Problematik solcher Spiele liegt vor allem darin begründet, dass Angebote zur friedlichen Konfliktlösung von vornherein unterschlagen werden und die totale Vernichtung des Gegners als das einzige und selbstverständliche Mittel der Auseinandersetzung und Konfliktbeilegung angeboten wird.

Einige weitere Computerspiele beinhalten detaillierte Gewaltdarstellungen und fordern zur Selbstjustiz auf, wenn es etwa darum geht, eine Stadt von Verbrechern zu „säubern".

Auch Computerspiele mit nationalsozialistischem, rechtsextremistischem oder pornographischem Gedankengut beinhalten meist gewalttätige Darstellungen.

Wirkung: Es gilt als sicher, dass Mediengewalt negative Effekte haben kann. Der direkte Schluss vom Inhalt von „Killerspielen" auf deren Wirkungen ist aber unzulässig. Der Wirkungszusammenhang zwischen Spieler und Spielen ist so komplex, dass generelle Aussagen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen nicht gemacht werden können.

In der Forschung besteht jedoch weitgehend Konsens darüber, dass, zumindest was bestimmte Individuen (z.B. durch hohe Aggressivität und soziale Isolation charakterisierte männliche Jugendliche) und Problemgruppen (z.B. aus einer violenten Subkultur stammende Jugendliche) angeht, eine negative Wirkung von Gewaltdarstellungen (Nachahmungstaten, Aufbau violenter Persönlichkeiten) anzunehmen ist. Ethisch-moralische Grenzsetzung: Unabhängig von der Frage, ob schädliche Wirkungen von Computerspielen nachweisbar sind, gibt es die Notwendigkeit, unter moralischen Gesichtspunkten zu entscheiden, welche Szenarien auf den Computerbildschirmen von Kindern und Jugendlichen zugelassen werden sollen und welche nicht. „Brutale, ungehemmte, menschenverachtende und - vernichtende Gewalt als einzig mögliche Spielhandlung überschreitet eindeutig die Grenze dessen, was Kindern und Jugendlichen zugemutet werden darf - unabhängig davon, ob eine solche Gewaltdarstellung schädigende Wirkungen hat oder sozialethisch desorientiert."

Für die gesellschaftliche Rechtfertigung jugendschützender Regelungen ist ein eindeutiger Nachweis von kausalen Gefährdungszusammenhängen nicht nötig, um Produktion und Verbreitung von Medieninhalten einzuschränken, die dem geltenden Menschenbild widersprechen oder überholte archaische Konfliktlösungen propagieren. Bei der Entscheidung, ob ein Spiel „jugendgefährdend" ist, sind primär pädagogische und ethisch-moralische Kriterien anzuwenden. (nach: jugendschutz.net)

 

Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder

CAPTCHA Image[ neues Bild ]
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln