Medialitätsbewusstsein

Von Medialitätsbewusstsein ist bisher in der Mediendiskussion vor allem dann die Rede, wenn es im Zusammenhang mit Fernsehformaten wie Reality-TV um die Unterscheidung zwischen Realität und Fiktionalität geht. Mit Blick auf die Bildungsstandards bietet es sich an, den Begriff „Medialitätsbewusstsein" weiter zu fassen.


In den Bildungsstandards wird zum einen im Kontext von Methodenkompetenz die reflektierte Anwendung der Medien als Werkzeuge zur Wissensaneignung und Erkenntnisgewinnung gefordert. Zum anderen soll die Einsicht vermittelt werden, dass durch die Medien Wissen und Weltbilder konstruiert werden.

 

Dabei geht es um verschiedene Aspekte. Es geht u. a. um die Unterscheidung zwischen „eigentlicher Wirklichkeit und virtuellen Welten in den Medien", um die Aussagekraft von Modellen und die Methoden der Erkenntnisgewinnung in den Naturwissenschaften, um Kartenkompetenz im Geographieunterricht oder um Darstellungen von Geschichte und um Mediatisierungsprozesse in unserer Gesellschaft. Bei all diesen Aspekten spielen Medien eine Rolle und damit die Frage, welche unterschiedlichen Zugänge uns die Medien zur Wirklichkeit eröffnen und wie sie „Wirklichkeit" verändern. Diese unterschiedlichen Aspekte lassen sich unter dem Begriff „Medialitätsbewusstsein" zusammenfassen.


Medialitätsbewusstsein" ersetzt nicht den Begriff „Medienkritik", sondern steht für eine andere Perspektive. Kritik als „Kunst der Beurteilung" ist an bestimmten Normen orientiert, dies können Vorstellungen über das Wahre, das Gute oder auch das Schöne sein. Die Vermittlung von Medialitätsbewusstsein zielt auf die Einsicht, dass die Medien nie Wirklichkeit an sich, sondern immer eine Konstruktion von Wirklichkeit liefern. Dabei ist davon auszugehen, dass die spezifische Leistung der Medien im Sinne der Ausweitung unseres Wahrnehmungs- und Erfahrungshorizonts gerade darin bestehen, dass sie die Wirklichkeit nicht nur einfach verdoppeln.

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