Mediensozialisation

Wenn man unter Sozialisation den Prozess versteht, in dem der Mensch zur sozialen, gesellschaftlich handlungsfähigen Persönlichkeit wird, dann liegt es auf der Hand, dass den Medien in diesem Prozess eine wichtige Rolle bei der Entwicklung kultureller Orientierung, von Weltbildern und Einstellungen sowie der Vermittlung von Werten zukommt. Insbesondere Orientierung über Moden, Lebensstile, Jargon und generell den Umgang miteinander wird schon von Kindern in den Medien gesucht. Medien bieten vielfältige Angebote und Materialien für die Identitätsbildung von Heranwachsenden. Damit gewinnen Medien als Sozialisationsinstanzen neben Elternhaus, Gleichaltrigen und Schule für Heranwachsende zunehmend an Bedeutung.


Dabei ist jedoch nicht von einem monokausalen Wirkungsverlauf auszugehen, in dem die Kinder und Jugendlichen passiv dem Einfluss der Medien ausgesetzt sind, sondern die Kinder und Jugendlichen sind vielmehr handelnde Individuen, die sich im symbolischen Feld der Medien selbst sozialisieren.

Bei der Beschäftigung mit der Mediensozialisation handelt es sich also um die Auseinandersetzungen mit den dynamischen Wechselbeziehungen zwischen Individuen, Medien und Gesellschaft und die Prozesse von Individuation, Identität, Individualisierung und Modernisierung. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Einfluss Medien ausüben und welche Potenziale sie für die Sozialisation besitzen.


 

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