Kulturelle Bildung

Die Medienwelt ist kein begrenzbares Terrain. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verändern unsere Alltags- und Arbeitswelt, aber auch unsere Wahrnehmungs- und Denkweisen, Lebensformen und Gesellschaftsstrukturen. Sie erzeugen Unsicherheit, Euphorie, Angst, Faszination. Chancen, Risiken, Neben- und Wechselwirkungen. Und die Folgen bzw. Perspektiven dieser Entwicklung sind noch vielfach offen. Kulturpädagogische Praxis darf daher nicht als "rettende Gegenwelt" zu den Wirklichkeiten von Alltag und Arbeit stattfinden. Kinder verfügen über ein unerschöpfliches Reservoir an Erfahrungen und Informationen. Aus diesen materiellen und virtuellen Bausteinen kreieren und konstruieren sie Welten, die, in welcher Form auch immer, "Stoff" für Kunst und Kultur sind.

Ästhetische Kompetenz und Medienkompetenz in ihrer gegenseitigen Bedingtheit sind dabei bedeutsam. Ästhetische Kompetenz kann man als Wahrnehmungs- und Gestaltungskompetenz, als Schlüsselqualifikation für alle Lernvorgänge, in realen und virtuellen Räumen verstehen. Medienkompetenz ist auch der ästhetisch motivierte Gebrauch aller kultureller Symbolisierungen - nicht die sachgerechte Bedienung der Materialien und elektronischen Werkzeuge bzw. die reine Wissens- und Informationsaneignung und -vermittlung. Grundsätzlich ist Medienkompetenz als elementare Voraussetzung für individuelle und soziale Selbstbehauptung in unserer Gesellschaften anzusehen.

Im Rahmen des Programms "Kulturelle Bildung im Medienzeitalter" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) wurden bereits vor mehr als 10 Jahren insgesamt  17 verschiedene Projekte in 12 Bundesländern durchgeführt, in denen vielfältige Ansätze einer medienbezogenen kulturpädagogischen Arbeit erprobt wurden. Die BLK förderte mit ihren Modellprojekten innovative Vorhaben im Bildungsbereich. Die Schwerpunktsetzung auf die kulturelle Bildung spiegelt deren steigende Bedeutung in der Gesellschaft wider, die längst die Notwendigkeit erkannt hat, dass Lernen mehr als reine Wissens- und Informationsgewinnung ist. Gemeinsames Ziel des von 2000 bis 2003 angelegten Bundesmodells war die Entwicklung und Erprobung innovativer Modelle für einen kreativen und kompetenten Umgang mit den neuen Medientechnologien in den Bereichen der kulturellen Bildung und Ausbildung. Und dieses Ziel hat auch 10 Jahre später nichts an Bedeutung verloren, ganz im Gegenteil: die zunehmende Digitalisierung eröffnet neue Chancen für die kulturelle Bildung, die gerade in der Schule mehr genutzt werden sollte.

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