Geschlechtsspezifische Zugangsweisen

Aufgrund ihrer Sozialisationsbedingungen bringen Mädchen technischen Unterrichtsinhalten häufig ein geringeres Interesse entgegen. Dort allerdings, wo Technik in Beziehung zur Natur steht, zu Fragen des Alltags und der Umwelt, ist das Interesse von Mädchen und Jungen gleichermaßen groß. Mädchen und Jungen sehen Neue Techniken als eine "Domäne der Männer" an und halten in gleicher Weise die Jungen in diesem Bereich für kompetenter, obwohl Untersuchungen zeigen, dass sich die Jungen über- und die Mädchen unterschätzen.

Diese Selbst- und Fremdeinschätzung in Bezug auf Technik-Kompetenz führt dazu, dass beide Gruppen Erfolge von Mädchen auf Glück, Misserfolge dagegen auf Unvermögen zurückführen. Für Erfolge von Jungen werden dementsprechend Begabung, für Missrfolge ungünstige Umstände angeführt. Das Spektrum der angestrebten und erst recht der gewählten Berufe von Mädchen und Jungen spiegelt diese Selbsteinschätzungen wider. Um diese Erkenntnisse zu berücksichtigen, muss im Unterricht deutlich werden, dass Informations- und Kommunikationstechnik immer mit Menschen und der natürlichen Umwelt zu tun hat und diese betrifft. Die Neuen Techniken sind durchaus nicht eine ausschließliche Domäne der Männer: Frauen waren an der Entwicklung des Computers ebenso beteiligt (Lovelace, Hopkins) wie sie heute an qualifizierten Arbeitsplätzen der Neuen Techniken zu finden sind.

Daraus ergeben sich für die Planung und Durchführung des Unterrichts folgende Vorschläge:

  • Die Wahl eines Unterrichtsinhalts, des Kontextes und des Einstiegs hat die Interessenlage der Mädchen zu berücksichtigen.
  • Unterschiedliche Vorerfahrungen, besonders bei der Handhabung und dem ersten Experimentieren mit Geräten und Programmen, sind gegebenenfalls durch befristete geschlechtsspezifische Unterrichtsangebote auszugleichen.
  • Die Unterschiede in den Selbst- und Fremdeinschätzungen in Bezug auf Technik-Kompetenz können durch Schülerbefragungen und Rollenspiele problematisiert werden.
  • Beim Umgang mit dem Computer sollte überwiegend in kooperativen Formen gelernt werden.
  • Lehrer und Lehrerinnen müssen gemeinsam lernen, ihr Verhalten im Unterricht zu reflektieren. Dazu ist eine Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Zugangs- und Arbeitsweisen erforderlich,
    z. B. durch Selbstbeobachtungen und gegenseitige Hospitationen.
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