Die Landesmedienstelle - ein pädagogisches Konzept im Wandel (1995)

"Die Landesmedienstelle (bzw. ihre Vorgängerinstitutionen) - eines der „Wunderkinder“ der niedersächsischen Filmproduktionslandschaft? Ein erster Blick in die über 70jährige Geschichte dieser Institution zeigt: Eine bedeutende Produktionsstätte von Filmen ist die Landesmedienstelle nie gewesen, eher schon ist sie als Produzent von Fotografien und Diareihen sowie Tonproduktionen in Erscheinung getreten. Gleichwohl gab es vielschichtige Berührungen zwischen der pädagogischen Praxis der Medienstelle und der Filmproduktion.


Die eigentliche Grundlage ihrer Existenz war zu allen Zeiten vor allem die Notwendigkeit der Unterstützung des Medieneinsatzes im Schulunterricht durch Sammlung und Verleih von Ton-, Bild- und Filmmaterialien, Verleih von Geräten, technische und pädagogische Beratung sowie Aus- und Fortbildung. Filmproduktionsaufgaben gehörten anfangs gar nicht zu ihren Aufgaben und konnten auch nachdem sie schließlich - Anfang der 50er Jahre - als Ergänzung in den Aufgabenkanon aufgenommen wurden, nur sehr selten umfassender wahrgenommen werden. Die pädagogische Arbeit der Medienstelle wirkte und wirkt aber in mehrfacher Hinsicht in den Filmproduktionssektor hinein:

  • Die Medienstelle war und ist Teil der bundesweiten Bildstellenorganisation mit dem FWU als zentralem Produzenten von Unterrichtsmedien, den gegenwärtig insgesamt 19 Landesbildstellen und mehr als 700 kommunalen Bildstellen und Medienzentren. Diese Organisation entwickelt durchaus ein Nachfragepotential auf dem Medienmarkt vor allem für Lehr- bzw. Unterrichtsfilme und Kurz(spiel)filme, aber auch für umfassendere Dokumentationen, Spielfilme und Fernsehproduktionen.
  • Die Landesmedienstelle, wie auch ihre Vorläufereinrichtungen, war immer auch eine Einrichtung, die zur „Förderung des guten Films“ beitragen wollten. Diese lange Zeit eher kulturkritische und bewahrpädagogisch motivierte Arbeit führte zur Unterstützung bzw. Förderung von Schulfilmveranstaltungen und vor allem zu „filmkundlichen“ Aus- und Fortbildungsveranstaltungen für Pädagogen, Mitarbeitern aus der Jugend- und Sozialarbeit und Kindern und Jugendlichen.
  • Und schließlich: Anfang der 80er Jahre wurde begonnen, die „aktive Videoarbeit“ zu einem der pädagogischen Schwerpunkte der Landesmedienstelle auszubauen und damit die Förderung der selbständigen, kreativen Filmarbeit von Schülern/Jugendlichen zu verstärken.

Im folgenden kann keine „Produktionsgeschichte“ und/oder Organisationsgeschichte der Landesmedienstelle geschrieben werden, dazu müßten erst die leider nur lückenhaften und vor allem nicht systematisch überlieferten Akten erforscht und ehemalige Mitarbeiter befragt werden. Ein Forschungsunterfangen, welches mir nicht möglich war. Deshalb hier eine erste Annäherung an die Geschichte...." [1]

>> mehr



[1] Detlef Endeward: Die Landesmedienstelle - ein pädagogisches Konzept im Wandel - Notizen zur Geschichte. Aus: Wir Wunderkinder. 100 Jahre Filmproduktion in Niedersachsen. Hrsg. von der GFS (Redaktion: S. Höbermann, P. Müller), Hannover 1995

Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder

Kontakt

CAPTCHA Image[ neues Bild ]
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln