Politik in der Oberschule 7 - 10

Das Unterrichtsfach Politik erfüllt in der Haupt-, Ober- und Realschule eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Durch den Politikunterricht werden Schülerinnen und Schüler befähigt, ihre anspruchsvolle Rolle als Bürgerinnen und Bürger in der Demokratie bewusst wahrzunehmen, indem sie „die Grundrechte für sich und jeden anderen wirksam werden lassen [...] und zur demokratischen Gestaltung der Gesellschaft beitragen1“. Um ggf. unrealistische Erwartungen der Schülerinnen und Schüler zu relativieren, muss im Unterricht vermittelt werden, dass Politik zumeist in kleinen Schritten funktioniert. Diese Erkenntnis trägt dazu bei, einer Ablehnung von Politik vorzubeugen. Durch den Politikunterricht soll der Gleichgültigkeit gegenüber politischen Themen - und dem unzulässig vereinfachenden Umgang mit ihnen - entgegengewirkt werden, um so einer möglichen Demokratieverdrossenheit oder Radikalisierung zu begegnen.

Der Politikunterricht orientiert sich am Fernziel des mündigen Bürgers. Dies bedeutet unter den Bedingungen demokratisch-gesellschaftlicher und demokratisch-politischer Lebenssituationen, in kritischer Loyalität am sozialen Leben und an der Politik partizipieren zu können. Dazu müssen Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, Sachverhalte zu analysieren, angemessen zu beurteilen und zu handeln. Sie erwerben diese Kompetenzen, um sich in einer wandelnden Welt zu orientieren und sich aktiv in die demokratische Gesellschaft einbringen zu können. Politikunterricht ist nicht ausschließlich auf Politik im engeren Sinne begrenzt, sondern umfasst ebenso kulturelle, ökonomische, rechtliche, ökologische, soziale, räumliche und historische Aspekte. Da diese weitere Unterrichtsfächer betreffen, ist die Zusammenarbeit mit anderen Fächern, insbesondere mit Geschichte, Erdkunde, Wirtschaft, Religion sowie Werte und Normen auch unter Berücksichtigung des Curriculums Mobilität unerlässlich.

Im Politikunterricht werden Inhalte unter Anwendung politikdidaktischer Analyse- und Urteilsverfahren sowie fachspezifischer Arbeitstechniken und Methoden bearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so einen fachlich angemessenen und der Bürgerrolle entsprechenden Zugang zu politischen Themen. Sie werden sich ihrer eigenen Interessenlage bewusst und artikulieren diese, und sie lernen andere demokratische Interessen und Meinungen zu tolerieren. Verschiedene Möglichkeiten der Partizipation mit anderen werden erprobt, wodurch Kooperations- und Kompromissbereitschaft als notwendig erfahren werden, um Konflikte friedlich austragen zu können. Damit wird den sich verändernden Lebensbedingungen der Schülerinnen und Schüler in offenen, pluralistischen Gesellschaften Rechnung getragen.

Der Beschäftigung mit den Medien kommt im Fach Politik eine besondere Bedeutung zu. Einerseits bieten sie den Schülerinnen und Schülern nahezu grenzenlose Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, andererseits stellen sie auch eine Gefahr der Beeinflussung dar. In der Auseinandersetzung mit Medien eröffnen sich Schülerinnen und Schülern erweiterte Möglichkeiten der Wahrnehmung, des Verstehens und Gestaltens. Für den handelnden Wissenserwerb sind Medien daher selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichts. Sie unterstützen die individuelle und aktive Wissensaneignung und fördern selbstgesteuertes, kooperatives und kreatives Lernen. Medien, insbesondere die digitalen Medien, sind wichtige Elemente zur Erlangung übergreifender Methodenkompetenz. Sie dienen Schülerinnen und Schülern dazu, sich Informationen zu beschaffen, zu interpretieren und kritisch zu bewerten, und fördern die Fähigkeit, Aufgaben und Problemstellungen selbstständig und lösungsorientiert zu bearbeiten.

1 § 2 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG)

Bürgerleitbilder

Unterrichtsgestaltung mit dem Kerncurriculum Politik in Niedersachsen
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Prozessbezogene Kompetenzen

Das Fach Politik umfasst Analyse-, Urteils- und Handlungskompetenz als prozessbezogene Kompetenzen.
Diese werden immer im Zusammenhang mit den inhaltsbezogenen Kompetenzen (Orientierungswissen)erworben. Lesen Sie mehr

Inhaltsbezogene Kompetenz

Themenfelder und Orientierungswissen für den Politikunterricht
Die Behandlung der Themenfelder und Fachbegriffe ist verbindlich und führt zum Erwerb der inhaltsbezogenen Kompetenz. Lesen Sie mehr

Wahlpflichtunterricht

Im Wahlpflichtunterricht Politik bietet es sich an, einzelne Aspekte der vorher aufgeführten Unterrichtsthemen
vertiefend zu behandeln. Zudem können weitere Inhalte erarbeitet werden, die auch aktuelle Fragen mit längerfristigen Perspektiven berücksichtigen. Lesen Sie mehr

Arbeitstechniken und Methoden

Arbeitstechniken und Methoden werden dadurch fachspezifisch, dass sie mit politischen Inhalten verknüpft werden. So erlangen die Schülerinnen und Schüler jene Fähig- und Fertigkeiten, die sie zum Kompetenzerwerb benötigen. Die Handlungskompetenz wird im Unterricht mit Hilfe geeigneter Methoden geübt und überprüft. Lesen Sie mehr

Operatoren

Operatoren sind handlungsinitiierende Verben, die signalisieren, welche Tätigkeiten beim Bearbeiten von Aufgaben erwartet werden. In der Regel sind sie den einzelnen Anforderungsbereichen zugeordnet. Lesen Sie mehr
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