Wiki

Was ist ein Wiki?*


„WikiWiki“, abgekürzt Wiki, kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet soviel wie „schnell“, „sich beeilen“. Wenn man das Wort „Wiki“ hört, denkt man zunächst an die „Wikipedia“. Sowohl unter Schülern als auch unter Lehrern ist sie beliebt, weil man sich hier „schnell“ Informationen besorgen kann. E-Learning in einem Wiki meint nicht diese rezeptive Art der Mediennutzung. Denn die Wikipedia hat noch eine andere Seite: Alle Informationen, die man in dieser Online-Enzyklopädie findet, haben andere in einem gemeinschaftlichen Arbeitsprozess aktiv erstellt. Genau um einen solchen Arbeitsprozess, bei dem die Lernenden „permanent in der Gruppe zusammenarbeiten“ 1 und der in der Fachliteratur als kollaboratives Lernen bezeichnet wird, geht es bei der Wiki-Arbeit in Schulen. Für diese Arbeit ist nur ein Rechner mit Internetzugang und Webbrowser erforderlich, denn das Wiki ist nichts anderes als ein leeres Online-Buch, das noch mit Inhalt gefüllt werden muss.



Merkmale der Wiki-Arbeit*


Die Arbeit mit einem Wiki lässt sich wie folgt beschreiben:

  • Jeder, der ein Zugriffsrecht auf das Online-Buch hat, kann mitarbeiten und das „Buch“ gestalten. Er hat Zugang zu allen Inhalten und kann jeden Inhalt bearbeiten und verändern. Das Wiki ist damit ein demokratisches Tool.
  • Das Erzeugen und Verändern von Seiten ist sehr einfach und von allen Beteiligten leicht zu erlernen.
  • Jede Veränderung von Inhalten des Online-Buches wird unter dem Namen des Autors abgespeichert. Sie kann sichtbar gemacht werden und wird so für alle nachvollziehbar. Arbeitsprozesse werden damit absolut transparent.
  • Dabei geht kein Inhalt verloren. Jeder Inhalt kann jederzeit wieder zurückgeholt werden. Jegliche Form von Vandalismus wird damit unattraktiv.
  • Durch das Verlinken von Seiten werden Bezüge zwischen verschiedenen Themen, Sachgebieten oder Inhalten deutlich. Sinnvolles Verlinken setzt voraus, dass ein Autor sich auch mit den Inhalten seiner Co-Autoren auseinandergesetzt hat.
  • Strittige Fragen können mit Hilfe einer Kommentarfunktion diskutiert werden. Außerdem ermöglicht es die Kommentarfunktion, dem Autor ein „Feedback“ zu geben. Auch die Arbeitsprozesse auf der Plattform können über die Kommentarfunktion organisiert werden.
  • „Der Inhalt ist [streng genommen] nie fertig.“ 2 Wenn wir in einem Online-Buch lesen, ist das ein „Momentaufnahme“ aller Beiträge zu jenem Zeitpunkt. Für die Autoren bedeutet dies, sie müssen „'Mut zum Unfertigen' aufbringen und trotzdem zielgerichtet arbeiten.“ 3 Für Schule gilt dies nur in eingeschränktem Maße, da die Wiki-Arbeit dort stets mit einer bestimmten Lerngruppe für einen begrenzten Zeitraum unter einer vorgegebenen Zielsetzung erfolgt.

*Verfasserin des Textes: Barbara Feld, Medienpädagogische Beraterin des NLQ

1 Hinze (2004) zitiert nach http://bit.ly/kX9I4Z

2 http://teaching.eduhi.at/alfredklampfer/bachelor-wikis-schule.pdf, S. 5

3 Thelen/Gruber (2003) zitiert nach A. Klampfer, http://teaching.eduhi.at/alfredklampfer/bachelor-wikis-schule.pdf, S. 7

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