WebQuest

Der englische Begriff „Quest“ steht für die ritterlichen Abenteuerfahrten, wie sie in der Literatur des Mittelalters beschrieben werden, bedeutet im Englischen von heute aber auch eine anspruchsvolle Suche oder Nachforschung. WebQuest steht für die Lösung von Aufgaben mit Hilfe von Informationen aus dem Internet.

Das didaktische Konzept des WebQuest-Verfahrens stammt ursprünglich aus den USA und wurde bzw. wird seit einigen Jahren in der Schweiz, namentlich von Heinz Moser und anderen am Pestalozzianum in Zürich, weiterentwickelt.
(Heinz Moser: Abenteuer Internet – Lernen mit WebQuests, Auer Verlag Donauwörth 2000)

Das Konzept

Das didaktische Konzept der WebQuests geht davon aus, dass Schüler und Schülerinnen einen klaren Rahmen brauchen, um sich in den Weiten des Netzes nicht zu verlieren: Das bedeutet, dass die Lehrkräfte interessante Links im Internet vorrecherchieren und die Schüler und Schülerinnen nicht einfach ziellos suchen lassen. “Wer ... Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit im Netz einfach sich selbst überlässt, darf sich kaum wundern, dass die vermeintliche Motivation durch die Auseinandersetzung mit authentischem Material schnell zur bloßen Überforderung wird und die Demotivierung vorprogrammiert ist.“ Mit dieser Vorstrukturierung verschiebt sich der Akzent von der Informationssuche zur Analyse, Auswertung und Bearbeitung von Informationen.

Die Struktur

Nach Moser lässt sich die Struktur eines WebQuests durch sechs Elemente erfassen: Thema, Fragestellung, Ressourcen, Prozess, Evaluation, Präsentation:

    Das Thema und sein Hintergrund sind auf anschauliche Weise zu beschreiben. Es soll die Schüler/innen interessieren und zu eigenem Engagement motivieren.
    Es sind auf das Thema bezogene mach- und lösbare Aufgabenstellungen zu formulieren. Wichtig ist es, dass durch die Aufgabenstellung die Arbeit strukturiert wird.
    Es ist eine Anzahl von Quellen anzugeben, welche helfen, die Aufgabe(n) zu lösen. Damit sollen die Schüler/innen eine Hilfe bekommen, um sich nicht in der Informationsfülle des Internets zu verlieren. Dabei müssen nicht zwangsläufig ausschließlich Quellen aus dem Internet herangezogen werden, wie es das amerikanische WebQuest-Modell vorsieht.
    Die Lehrkraft berät die Schüler und Schülerinnen bei der Bearbeitung des WebQuests. Sie gibt Hilfen, wenn die Schüler/innen nicht mehr weiterkommen oder sich in der Thematik verlieren.
    Die Resultate der Arbeit werden im Internet publiziert oder - wenn dies zu schwierig ist - in der Klasse berichtet.
    Ergebnisse und Prozesse werden evaluiert und den Schüler/innen als Feedback zurückgegeben

Pädagogische Traditionslinien

Das didaktische Konzept WebQuest ermöglicht es, die Arbeit mit Multimedia und Internet in bisherige schülerzentrierte Lernformen wie Partner- und Gruppenarbeit, Projektunterricht, freie Arbeit, Wochenplan, Werkstattunterricht zu integrieren.

Von daher ist der Ansatz WebQuest für Schule nicht absolut neu. Durch die Einbeziehung von Multimedia und Internet verändert sich aber für die Lehrkräfte der zeitliche Aufwand für die Recherche, Beschaffung und Aktualisierung von Materialien ebenso wie der Aufwand, um das Material in geeigneter Form den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung zu stellen. Außerdem verändert sich die Qualität der Materialien. Die Materialien werden aktueller, authentischer, sie sind didaktisch „ungewaschen“. Für die Schülerinnen und Schüler erleichtern und erweitern sich die Zugriffs-, Bearbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.
Nicht zuletzt spricht für das Modell WebQuest, dass damit die Informations-, Arbeits- und Kommunikationsmöglichkeiten, die in der Gesellschaft vorhanden sind, genutzt werden. Damit erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, die sie in ihrem zukünftigen Leben benötigen werden.

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