Der Holocaust

"Nie wieder!"

Warum soll man heute noch den Holocaust im Unterrricht behandeln? Eigentlich scheint die Antwort einfach: Der Holocaust ist ein monströses Verbrechen, das von Deutschen verübt wurde und für das die Deutschen bis heute eine kollektive Verantwortung tragen. Die Lehre aus dieser Verbrechen gegen die Menschheit kann nur "Nie wieder!" lauten. Im Unterricht wollen wir zeigen, wohin Antisemitismus, Vorurteile und Rassismus führen können.

Wie war der Holocaust möglich?

Seit 1933 wurden Menschen in Deutschland offen ausgegrenzt und verfolgt. Es traf politisch Andersdenkende, Juden, Sinti und Roma, Behinderte und Homosexuelle. Die Verachtung und die Gewalt, die diese Menschen erleiden mussten, schockiert uns. Schockierte sie aber auch die Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus? Wie war es möglich, dass ein Land mit rechtsstaatlichen Traditionen und einer zivilen Wertegemeinschaft systematisch Menschenrechte verletzte? Wie konnte es dazu kommen, dass "das Land der Dichter und Denker" einen industriellen Massenmord durchführte?

Wie man aus der Vergangenheit lernen kann 

Wenn Schülerinnen und Schüler selbst Fragen an diese Zeit formulieren, können sie der Vergangenheit Botschaften für die Gegenwart abgewinnen. Sie können erkennen, dass Freiheit und Recht Werte sind, die geschützt werden müssen.

Unterrichtsideen von Roman Herzog

In seiner Rede zur Einführung des Gedenktags formulierte Bundespräsident Roman Herzog Ideen, wie Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu dieser deutschen Vergangenheit finden können. Er schlug vor, sie sollten im Kleinen nachvollziehen, was die alltägliche Ausgrenzung für die Opfer bedeutete: Die scheinbaren Kleinigkeiten der Entrechtung, wie den Verlust des eigenen Zimmers durch die Zwangsumsiedlung in so genannte Judenhäuser; den Verlust der Freunde und Mitschüler durch die Ausschulung und durch das zunehmende Gemiedenwerden; den Verlust der Radiogeräte, die jener jungen Generation so viel bedeuteten wie unseren Kindern ihre Computer und Smartphones; schließlich - so simpel wie grausam - die Wegnahme der Haustiere.

Didaktische Möglichkeiten

Roman Herzog zitierte in seiner Rede die berühmten Tagebücher des Romanistikprofessors Victor Klemperer, der jüdischer Herkunft war. Solche Selbstzeugnisse bieten einen nachvollziehbaren Zugang zur Geschichte des Holocaust. Besonders die Beispiele jugendlicher Verfolgter, wie das des jüdischen Mädchens Selma aus Rumänien, das Gedichte in deutscher Sprache schrieb und mit 18 Jahren in einem deutschen Arbeitslager starb, können Schülerinnen und Schüler berühren.

Ein Patentrezept für einen wirksamen Holocaustunterricht gibt es nicht, Möglichkeiten jedoch viele. In der rechten Randspalte finden sie ausgewählte Materialien, Darstellungen und Unterrichtsreihen zur nationalsozialistischen Verfolgung von Minderheiten, Juden, Sinti und Roma, zu ihrer Ermordung im Holocaust und zum häufig übersehenen Widerstand der Verfolgten gegen die Verfolgung. Außerdem finden Sie Materialien zum Leben von verfolgten und oppositionellen Jugendlichen während des Nationalsozialismus sowie Darstellungen der Befreiung der Konzentrationslager 1945.

 

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Bildrechte: RonPorter (pixabay, CC0)

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