Förderplanung

Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche nicht-deutscher Herkunftssprache im schulpflichtigen Alter, deren Sprachkenntnisse eine Teilnahme am Regelunterricht nicht zulassen, werden in eine Sprachlernklasse aufgenommen oder nehmen in Verbindung mit intensiven Sprachfördermaßnahmen am Unterricht der Regelklasse teil. Diese Maßnahmen werden entweder als Förderkurs DaZ, als Förderunterricht oder im Rahmen eines speziellen Förderkonzepts organisiert (vgl. Erlass, 3.2-3.4).

Die Förderung sprachlicher Kompetenzen - sowohl einsprachig als auch mehrsprachig aufwachsender Schülerinnen und Schüler - kann nicht allein im Deutschunterricht oder in Fördermaßnahmen gelingen, sondern ist als Teil durchgängiger Sprachbildung die Aufgabe jeden Unterrichts, jeder Lehrkraft und im Rahmen von Ganztagsangeboten Aufgabe aller an Schule Beteiligten. Jede Schule steht daher vor der Herausforderung, durchgängige Sprachbildung im Rahmen ihres Schulprogramms und ihrer schuleigenen Arbeitspläne zu realisieren.

 

Sprachstandsfeststellung

Ausgangspunkt für die Sprachförderung ist eine Feststellung der Sprachkenntnis in der Zweitsprache Deutsch. Für die verschiedenen Altersstufen stehen Beobachtungs- und Überprüfungsverfahren zur Verfügung, aus denen sich passende Förderplanungen und Maßnahmen ableiten lassen. Diese werden im Rahmen der individuellen Lernentwicklung regelmäßig überprüft und ggf. angepasst. 

Zur Beobachtung und Feststellung der Sprachkenntnisse im schulischen Kontext steht das Instrument Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache zur Verfügung. Es wurde zudem eine vereinfachte Form entwickelt, die einen raschen Überblick zum bereits erreichten Sprachstand gewährleistet und es ermöglicht, die individuellen sprachlichen Anforderungen in der Förderplanung zu berücksichtigen. Die Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache erleichtern auch die Kommunikation der Lehrkräfte über die angemessenen Fördermaßnahmen. 

Niveaubeschreibungen zum Download 

BiSS

Das Programm Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) ist ein fünfjähriges Forschungs- und Entwicklungsprogramm, das die in den Bundesländern eingeführten Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung für Kinder und Jugendliche im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und Effizienz wissenschaftlich überprüft und weiterentwickelt. Niedersachsen ist an diesem Programm mit zehn Verbünden  aus dem Elementar-, Primar- und Sekundarbereich  beteiligt. Im Rahmen des Themenclusters „Sprachbildung, -förderung und -diagnostik“ werden die Verbünde angeleitet, Maßnahmen zur Sprachbildung, -förderung und -diagnostik in den teilnehmenden Einrichtungen zu erproben, zu evaluieren und zu implementieren. 

Die Checkliste zeigt beispielhaft, wie Ressourcen, Maßnahmen und Strukturen als Grundlage für die weitere Arbeit ermittelt werden können. Derzeit ist die Liste noch eine vorläufige Arbeitsfassung des BiSS-Themenclusters. Sie kann jedoch schon jetzt eine gute Grundlage bilden, um Maßnahmen und Strukturen der Sprachbildung und -förderung zu bilanzieren und von den Einrichtungen individuell angepasst und im Laufe der weiteren Arbeit ausdifferenziert werden.

Angebote der Landesschulbehörde

Traumaarbeit für Flüchtlichtskinder und -jugendliche in der Schule

Wichtig ist, dass traumatische Erfahrungen der geflüchteten Schülerinnen und Schüler nicht verdrängt oder verschwiegen werden. Um adäquat mit den Belastungen der Kinder und Jugendlichen umgehen zu können, sollten Lehrer sich traumapädagogisches Hintergrundwissen aneignen und Unterstützungsangebote wie zum Beispiel eine Supervision nutzen. Diese Handreichung des baden-württembergischen Kultursministerium bietet einen Einstieg in die Thematik:

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