Gesellschaftslehre

Ohne Sprachkompetenz kein Bildungserfolg. Durchgängige Sprachbildung ist daher eine Bildungsaufgabe aller Fächer und als solche auch in den Fach-Kerncurricula (KC) verankert. Auch Interkulturelle Bildung spielt in fast allen Fächern eine wichtige Rolle. Wir leben in einer plurikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft und Interkulturelle Kompetenz ist eine Ressource für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. 

Im Folgenden wird aufgezeigt, in welcher Hinsicht Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Fach Gesellschaftslehre eine Rolle spielen. Dazu wird exemplarisch das KC für die Integrierte Gesamtschule (IGS) herangezogen, da dieses alle Schulformen der Sekundarstufe I abbildet. 

Sprachbildung im Fach Gesellschaftslehre

Die mündliche Mitarbeit spielt in jedem Unterrichtsfach eine wichtige Rolle, nur mit Sprachkompetenz können Schülerinnen und Schüler an Unterrichtsgesprächen teilnehmen. Gerade in einem Fach wie Gesellschaftslehre, das sich mit komplexen Zusammenhängen befasst, spielen sprachliche Fähigkeiten wie erörtern, diskutieren und argumentieren eine zentrale Rolle.

"Unterricht und Lernprozesse im Fach Gesellschaftslehre basieren auf dem Zusammenspiel von Fachwissen, Beurteilung und Bewertung, Erkenntnisgewinnung und Kommunikation sowie sozialem und personalem Handeln.(…) Als Grundlage der Kommunikation müssen die Schülerinnen und Schüler fähig sein, sich an Regeln zur Gesprächsführung zu halten, frei zu sprechen und zu erzählen, Arbeitsergebnisse zu präsentieren und Erkundungen und Befragungen durchzuführen. Dabei können die Schülerinnen und Schüler eigene Deutungen sprachlich adäquat umsetzen, Fachbegriffe korrekt verwenden, Vergleiche verbalisieren, Ereignisse und Prozesse in einen Gesamtzusammenhang (z.B. Chronologie) einordnen, Argumente entwickeln und hinterfragen sowie die eigene Meinung angemessen vortragen und diskutieren. Gewinnung, Aufbereitung und Präsentation neuer Erkenntnisse erfolgen überwiegend in Kommunikation mit anderen.“ (KC IGS, S. 7 ff.)

Interkulturelle Bildung im Fach Gesellschaftslehre

„[Die Schülerinnen und Schüler] erkennen das friedliche Miteinander von Völkern und Staaten als unverzichtbare Voraussetzung auch für ihr eigenes Leben an und entwickeln die Fähigkeit, sich in das Denken und die Probleme von Individuen und gesellschaftlichen Gruppen hineinzuversetzen. Die Lernenden erweitern ihre interkulturelle Kompetenz und übernehmen Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte. Sie erwerben dadurch Voraussetzungen für politisches und soziales Engagement sowie die Wahrnehmung politischer Partizipation über die Schule hinaus.“ (S. 5)

Für die Interkulturelle Bildung ist nicht nur Kommunikationskompetenz von Bedeutung, sondern auch die Fähigkeit, sich innerhalb kultureller Vielfalt auf der Basis von Sachwissen zu orientieren und an einer kulturell vielfältigen Gesellschaft verantwortungsbewusst zu partizipieren. Dafür leistet das Fach Gesellschaftslehre einen wichtigen Beitrag.

Insbesondere das Lernfeld „Individuum und soziale Welt“ enthält zentrale Elemente interkulturellen Lernens. So vergleichen Schülerinnen und Schüler beispielsweise bis zum Ende des 6. Jahrgangs Lebensformen, Lebenssituation und Zeiterleben (vgl. S. 17). Am Ende des 8. Jahrgangs haben sie Geschlechterrollen durch Zeit und Raum beschrieben und kennen Ursachen sowie Auswirkungen von Migration (vgl. ebd.) Am Ende von Klasse 10 haben sie Aspekte kollektiver Identität reflektiert (vgl. ebd.)
Die Lernziele bezüglich der Urteilskompetenz ermöglichen ihnen, sich jeweils selbst zu positionieren, während sie zugleich andere Positionen verstehen und akzeptieren.

 

 

 

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