Hardware

Hilfen für den Hardwarebereich

Was benötige ich, um Computer in der Grundschule nutzen zu können? 

Vorweg eine Begriffsdeutung: Im Folgenden wird das Wort Computer als Sammelbegriff für herkömmliche PCs, Laptops oder Tablett Computer verwendet.
Die Anforderungen an Computer im Grundschulbereich sind relativ moderat. Wichtig ist ein zuverlässiger netzwerkfähiger Computer, der möglichst schnell startet und dessen Benutzerführung wenige Gelegenheiten zu Fehlbedienungen lässt.
Im Folgenden sollen einige Denkanstöße für die Planung gegeben werden. Es besteht nicht der Anspruch auf Vollständigkeit. Am Ende der Seite sind weiterführende Links zu finden.
Tipp: Bei Ausstattungsfragen hilft der/die Medienberater/in vor Ort gerne weiter. Der/die für Ihre Schule zuständige ist in der Beraterdatenbank zu finden:

Computer
Die meisten Computer die heute auf dem Markt angeboten werden, sind ausreichend für den Grundschulbereich. Eine tragbare Mischung aus Energie-Effizienz und Finanzierbarkeit ist wünschenswert.
Hilfreich für die einfache Administration sind baugleiche Computer. So lassen sich Betriebssysteme (natürlich nur mit den entsprechenden Lizenzen) und Arbeitsoberflächen "clonen" oder auch defekte Teile tauschen.

Typische Ausstattungsmerkmale eines Computers für den Grundschulbereich (mehr ist eigentlich immer gut):

Prozessor Fast alle gängigen Modelle sind für den schulischen Betrieb ausreichend
Arbeitsspeicher Mindestens 2 GB
Laufwerke Festplatte (mindestens 200 GB), wenn möglich eine schnelle SSD-Platte als Startpartition für das Betriebssystem. Diese beschleunigt den Start und die Wartung erheblich
DVD-ROM
Sound Ist normalerweise integriert (möglichst ein Anschluss im Frontbereich),
kleine Lautsprecher und/oder Kopfhörer. Bei letzteren wird dringend eine Obergrenze der Lautstärke empfohlen, da Beschallungen über 85 dB die empfindlichen Kinderohren nachweislich schädigen
Schnittstellen Mindestens 2 x USB 3.0 und 4 x USB 2.0 (möglichst viele Anschlüsse im Frontbereich)
Netzwerk (Ethernet ist in fast jedem Computer integriert) oder/und WLAN-Adapter wenn der Rechner per WLAN in das Schulnetz eingebunden werden soll
Grafikkarte 2GB RAM
Monitor Flachbildschirm, Bildschirmdiagonale 17" oder größer
Tastatur Windows-Tastatur, deutsche Tastenanordnung
Maus optisch, mit Scrollrad
Betriebssystem z. B. Windows/ Windows 7/10 (Netzwerkversionen)
Tipp Ist in einem Computerraum wenig Platz und/oder gibt es Schwierigkeiten mit der Lüftung/Kühlung kann an eine Ausstattung mit Mini-PCs (NUC) gedacht werden. Diese sind sehr klein und produzieren wenig Abwärme. Mit SSD-Festplatten bestückt starten sie auch sehr schnell.

Funk-Mäuse und -Tastaturen sind für den normalen Schulgebrauch eher unnötig, da die Anschaffungskosten höher sind und diese eine zusätzliche Batterie benötigen. Für spezielle Anwendungen können sie aber hilfreich sein (z.B. Interaktiv Board). 

Drucker
Es sollte von jedem Computer gedruckt werden können d.h. entweder besteht die Möglichkeit über ein Netzwerk zu drucken oder jeder Computer benötigt einen Drucker. Notfalls reicht auch übergangsweise die Möglichkeit, diesen erst bei Bedarf anzuschließen. So könnten sich mehrere Computer einen Drucker teilen.

Bei kleinen Netzwerken kann unter Umständen ein Printserver sinnvoll sein, der vorhandene Drucker im Netz zur Verfügung stellt. Bei größeren Netzwerken lohnt sich meist ein Netzwerkdrucker.

Bei der Entscheidung für einen Laser- oder Farbdrucker können folgende Überlegungen helfen:
Wer soll den Drucker nutzen? (Schüler/innen, Lehrkräfte, alle?)

  • Was soll gedruckt werden? (überwiegend Text, Text und Grafik, Fotos?)
  • Wie viel wird voraussichtlich gedruckt? (10 Seiten/Woche, 50 Seiten/Woche, 100Seiten/Woche, mehr?)

Wo viel gedruckt wird, lohnt sich ein Laserdrucker. Auch Farb-Laserdrucker sind mittlerweile schon bezahlbar. Diese sind allerdings für den Fotodruck weniger geeignet. Tintenstrahldrucker sind dort gut geeignet, wo nicht allzu viele Druckaufträge anfallen und auch mal die Fotos vom letzten Schulfest in ordentlicher Qualität gedruckt werden sollen. Tintenpatronen trocknen allerdings auch ein, wenn lange nicht gedruckt wird. Oft gilt:
Je teurer der Drucker, umso günstiger sind Tinte oder Toner.
Wer ein Netzwerk hat oder plant, sollte die Drucker über das Netzwerk zugänglich machen. Dafür reichen evtl. schon ein vorhandener Tintenstrahldrucker und ein Laserdrucker mit einem Printserver.

Wer kein Netzwerk hat bzw. in absehbarer Zeit verwirklichen kann, benötigt ggf. mehrere kleine Tintenstrahldrucker.

Ziel sollte sein, von jedem PC aus drucken zu können (s.o.).

Netzwerk
Langfristig kommt man auch in der Grundschule um ein Netzwerk nicht herum. Nicht nur als Zugang zum Internet und zu einem Drucker, auch für eine zentrale Datenablage, Netzwerkprogramme und als Hilfe bei der Administration ist auf Dauer darauf nicht zu verzichten.

  • LAN, eine kabelgebundene Verbindung. Sie kann je nach Gebäude sehr aufwändig bei der Installation sein, ist dann in der Regel aber sehr schnell und stabil. Im Gegensatz zum WLAN (s.u.) benötigen alle Rechner einen Anschluss per Kabel, was einen mobilen Einsatz so gut wie unmöglich macht. Bewährt haben sie sich daher in Computerräumen, denn sind sie immer noch die stabilsten und auch schnellsten Netze.
  • WLAN (Funknetze) sind kaum noch störanfällig benötigen aber zur Verhinderung von Zugriffsverletzungen einen erhöhten Administrationsaufwand. Ihr großer Vorteil liegt in den flexiblen Möglichkeiten mobile Clients einzusetzen. Probleme gibt es oft, wenn sich zu viele Clients anmelden, da dies zu Lasten der Geschwindigkeit der Datenübertragung geht.
    Auch sind die in der Regel deutlich günstigeren Installationskosten für viele Schulträger ein Argument sich für ein WLAN zu entscheiden. In Untersuchungen zu der Strahlenbelastung von Funknetzen, sind keine "gefährdenden" Werte nachweisbar. Die Messungen liegen unter den gesetzlichen Vorgaben. Die Belastung liegt etwas unter der eines Mobiltelefons.

Um die Hardware sinnvoll nutzen zu können, ist natürlich eine entsprechende Server-Software notwendig. Da für einen Server das Betriebssystem der Clients (Benutzer-PC) eher unwichtig ist, hat sich in den letzten Jahren zunehmend Linux als Server-System durchgesetzt. Bei der Wahl des Serversystems sollte eine ausführliche persönliche Beratung stattfinden, damit der Server an die Bedürfnisse der Schule angepasst werden kann. Hierzu ist ein kompetenter und zuverlässiger IT-Partner notwendig, der auch später bei Problemen mit dem Netzwerk helfen kann.
Immer mehr setzen sich auch im Grundschulbereich netzwerkgestützte Arbeitsbereiche durch. Dies sind internetbasierte geschützte Portale, die einen Zugriff auf Dateien und Informationen von jedem Computer mit Zugang zmu Internet ermöglichen. Sie bieten viele Möglichkeiten sowohl für die schulische Organisation, als auch für neue Arbeitstechniken der Schülerinnen und Schüler. In Niedersachsen hat sich IServ bewährt. Es ist kostengünstig und die für Lehrkräfte wesentlich Funktionen sind einfach zu bedienen.

Interaktive Whiteboards
Interaktive Boards haben in den letzten Jahren verstärkt Einzug in die Klassenräume gehalten und in manchen Räumen bereits die herkömmliche Kreidetafel vollständig ersetzt. Empfehlenswert ist in jedem Fall sich auf einen Anbieter festzulegen um den Austausch von selbst erstellten und/oder gekauften Vorlagen oder auch Schülerarbeiten zu gewährleisten.
Ist eine Anschaffung geplant, sollten Sie sich möglichst frühzeitig vom medienpädagogischen Berater ihrer Region beraten lassen. Eine Kontaktadresse finden sie hier.

Sonstiges
Bekanntlich ist die Auswahl an weiterer Hardware fast unerschöpflich. Für den (Grund-)Schulbereich sollte immer auch daran gedacht werden, dass die Geräte nicht zu anfällig sind und diese auch gewartet bzw. ständig betriebsbereit gehalten werden müssen.

  • Digitalkamera - sollte an jeder Schule zur Verfügung stehen, um z.B. bei Schulveranstaltungen etwas zu dokumentieren. Im Notfall mag auch ein Handy mit guter Kamera reichen.
  • Scanner - sollte ebenfalls vorhanden sein. Oft lässt sich aber auch der vorhandene Kopierer in das Netzwerk einbinden. Für Einzelfälle lassen sich auch mit Hilfe einer Kamera analoge Vorlagen digitalisieren.
  • Tablets – aufgrund von geringer Größe und Gewicht, großer Robustheit und einfacher Handhabbarkeit halten sie verstärkt Einzug in Klassenräume. Sie passen daher auch in jeden Schülerranzen und können somit für den mobilen Einsatz gut genutzt werden. Allerdings lässt gerade die zumeist geringe Größe der Bildschirme und auch die Tatsache, dass die Zahl der grundschulgeeigneten Apps noch überschaubar ist ihren Einsatz im Grundschulunterricht – noch – nicht empfehlenswert erscheinen.
  • Videokamera - immer mehr Digitalkameras oder auch Handys bieten die Möglichkeit qualitativ brauchbare Filme zu erstellen. Eigentlich ist das eine schöne Sache, allerdings sollte man sich im Klaren über die oft aufwendige Nachbearbeitung sein. Hierfür sind dann auch leistungsstarke Computer notwendig
  • Beamer/Projektoren - es sollte an jeder Schule die Möglichkeit bestehen, Inhalte wie Unterrichtsvorlagen oder Schülerarbeiten entsprechend zu präsentieren. Das Modell muss tageslichtfähig sein. Die Tageslichtfähigkeit eines Beamers hängt stark vom Umgebungslicht ab, welches auf der Projektionsfläche herrscht. Im Endeffekt entscheidet nicht alleine die Lichtstärke darüber, ob ein Beamer tageslichttauglich ist, sondern auch der möglichst große Kontrast, den man an der Stelle schaffen kann auf die projiziert werden soll. Je höher der Kontrast ist, desto besser wird das projizierte Bild. Und natürlich gilt auch, je größer das Bild werden soll, desto mehr Lichtstärke braucht der Projektor.

Weitere Hilfen
Fachzeitschriften: Chip , C'T , PC-Magazin

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