Spanisch

Ohne Sprachkompetenz kein Bildungserfolg. Durchgängige Sprachbildung ist daher eine Bildungsaufgabe aller Fächer und als solche auch in den Fach-Kerncurricula (KC) verankert. Auch Interkulturelle Bildung spielt in fast allen Fächern eine wichtige Rolle. Wir leben in einer plurikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft und Interkulturelle Kompetenz ist eine Ressource für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. 

Das Erlernen einer Fremdsprache ist eng verknüpft mit Interkulturellem Lernen. Im Folgenden wird aufgezeigt, in welcher Hinsicht Interkulturelle Bildung im Fach Spanisch eine Rolle spielt. Dazu wird exemplarisch das KC für die Integrierte Gesamtschule (IGS) herangezogen, da dieses alle Schulformen der Sekundarstufe I abbildet.

Interkulturelle Bildung im Spanischunterricht

"Spanisch wird von fast 400 Millionen Menschen auf vier Erdteilen gesprochen und ist so neben Mandarin und Englisch eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt. Die spanische Sprache eröffnet Zugänge zu europäischen und außereuropäischen Kulturen, denn sie bietet gleichermaßen Einblicke in die regionale Vielfalt der iberischen Halbinsel wie auch in die Traditionen, Kulturen und Gesellschaften der lateinamerikanischen Länder, in denen Spanisch gesprochen wird.

Die zunehmende, über Europa hinausreichende Globalisierung stellt den Menschen verstärkt die Aufgabe der grenz- und kulturüberschreitenden Kommunikation. Im Rahmen dieser Entwicklung kommt den Fremdsprachen eine besondere Bedeutung zu, da sie wesentlich zu erfolgreicher Kooperation beitragen.

Der Fremdsprachenunterricht schafft die Basis für Mehrsprachigkeit, für Verstehen und Verständigung bei Begegnungen mit Sprechern der Zielsprachen. Er hat die Aufgabe, auf zukünftige, auch berufliche sprachliche Herausforderungen vorzubereiten. Spanisch gewinnt zunehmend als Welthandels- und Konferenzsprache an Bedeutung, ist UNO-Sprache und als Amts- und Verkehrssprache in vielen anderen internationalen Organisationen vertreten. Zudem wachsen im Zuge der Globalisierung wirtschaftlicher und politischer Prozesse die Kontakte mit spanischsprachigen Ländern stetig.

Vor diesem Hintergrund lässt sich die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz erkennen, durch die ein respektvolles Miteinander erst möglich wird. Die Fremdsprachen leisten hier einen wesentlichen Beitrag: Sie bringen näher, was zunächst fern scheint, öffnen den Blick für Anderes und Andere. Das Spanische hat hier eine exponierte Stellung als ein Völker und Kontinente verbindendes Kommunikationsmittel. Die spanischsprachige Welt weist eine reiche künstlerische Produktion auf. Spanische und hispanoamerikanische Literatur, Musik, Filme und bildende Kunst sind international bedeutsam; ihre Kenntnis ermöglicht die Teilhabe an einem tiefer gehenden interkulturellen Dialog." (KC IGS, S.7)

„Im Bereich der interkulturellen Kompetenzen werden Schülerinnen und Schüler befähigt, fremdsprachliche Äußerungen vor dem Hintergrund ihrer eigenen kulturellen Identität zu deuten und zu beurteilen. Sie eignen sich soziokulturelles Orientierungswissen an, auf dessen Grundlage sie Interesse und Bewusstsein für eigene sowie andere Verhaltensweisen entwickeln und tolerant und kritisch mit kulturellen Differenzen umzugehen lernen. Ziel ist die praktische Bewältigung von interkulturellen Begegnungssituationen." (KC IGS, S.9)

 

Interkulturelle Kompetenzen

"Bis Schuljahrgang 10 entwickeln und erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre interkulturelle Handlungsfähigkeit. Im Verlauf dieser Schuljahrgänge eignen sich die Schülerinnen und Schüler ein soziokulturelles Orientierungswissen an. Sie erwerben Kenntnisse und Fertigkeiten zu wesentlichen Bereichen der Zielsprachenkulturen.

Der Bereich der Kenntnisse umfasst geografische, soziokulturelle, historische Bedingungen, Werte, Normen, Einstellungen sowie elementare Kommunikationsmuster und Interaktionsregeln.

Im Bereich der interkulturellen Fertigkeiten lernen die Schülerinnen und Schüler, die Ausgangskultur und die fremde Kultur miteinander in Beziehung zu setzen. Sie begegnen Neuem und stellen Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede in Bezug auf ihre eigene Lebenswelt fest. Sie lernen, kulturspezifische Denkmuster und Handlungsweisen und deren historische und soziokulturelle Bedingtheit bewusster wahrzunehmen. Sie lernen, Gegensätze zur eigenen Vorstellungswelt und zu eigenen Erfahrungen zu akzeptieren und die eigene Kultur sowie die eigene soziale Rolle mit Distanz zu betrachten. Dies sind erste Schritte, um bewusst und angemessen in einem interkulturellen Kontext zu handeln und mit interkulturellen Missverständnissen und Konfliktsituationen umzugehen.

Interkulturelles Lernen ist ein lebenslanger Prozess, der auch durch andere Fächer und vor allem außerschulische Erfahrungen geprägt wird. Haltungen und Einstellungen (wie z. B. Toleranz, Empathiefähigkeit, Multiperspektivität) sollen durch den Spanischunterricht angebahnt und weiterentwickelt werden; ohne sie ist interkulturelle Kompetenz und damit auch Handlungsfähigkeit nicht zu erreichen. Lernfortschritte in diesen Bereichen sind jedoch nicht standardisierbar und ohne den Realkontext nur begrenzt umzusetzen und nachzuweisen. Jahrgangsbezogene Standards werden daher nur für den Bereich der Kenntnisse und Fertigkeiten ausgewiesen." (KC IGS, S.24)

"Das übergeordnete Ziel im Spanischunterricht ist die interkulturelle fremdsprachige Handlungsfähigkeit. Hierbei greifen, wie im Strukturmodell (s. S. 10) dargestellt, die funktionalen kommunikativen, die interkulturellen und die methodischen Kompetenzen ineinander." (KC IGS, S.9)

 

Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln