Forum Medienethik in Schule und Bildung

Die Auftaktveranstaltung beschäftigt sich mit grundlegenden Überlegungen zur Medienethik in Schule und Bildung. Wir wollen gemeinsam die Chancen und Herausforderungen bildungsrelevanter Fragestellungen, die sich anhand der Digitalisierung ergeben, an der Schnittstelle von Medienethik und Politischer Bildung sowie Medienethik und Informatischer Bildung diskutieren.


 

"Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?"
"Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest", sagte die Katze.
(Lewis Carroll, Alice im Wunderland)

 

Bildung und Erziehung in Sachen Medien kommen ohne Wertvorstellungen nicht aus. Sie sind normative Maßstäbe und Richtgrößen pädagogischen Handelns. Allerdings sind Bildung und Erziehung immer auch geknüpft an historische Begebenheiten und an aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse, die Wertvorstellungen mitbestimmen. Die veränderten Rahmenbedingungen der Medien- und Informationsgesellschaft – komplexe Metaprozesse wie Mediatisierung, Ökonomisierung, Globalisierung, Konvergenz und vor allem Digitalisierung – stellen eine Struktur dar, in der mediales Handeln sich verändert: Mobile Netzzugänge und internetbasierte Produkt- und Serviceangebote lassen uns über nationale Grenzen hinweg mit Menschen in Kontakt treten und Informationen einholen; Medienformen, die von den RezipientInnen selbst gestaltet werden und/oder sich durch freiwillige Unterstützung der NutzerInnen online verbreiten, lösen sich aus der Abhängigkeit klassischer Medien und Medienanbieter: Die NutzerInnen selbst werden zu ProduzentInnen, mit Axel Bruns gesprochen zu Produtzern.

Medien sind nicht nur ein mögliches Moment kindlicher und jugendlicher Lebenswelt, sondern diese Lebenswelt selbst ist medial verfasst. Dabei kann der kompetente Umgang mit Medien nicht von einer normativen Betrachtung abgekoppelt werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu: Medienethische Fragestellungen sind seit über zwei Jahrzehnten in der wissenschaftlichen und seit knapp 100 Jahren in der öffentlichen Diskussion präsent. Als Bildungsinhalt oder als schulischer Kompetenzbereich ist Medienethik hingegen immer noch Desiderat. In den schulischen Curricula werden entweder nur medienpessimistische Aspekte oder aber allein medienpraktische Kenntnisse thematisiert. Einer eigenständigen Reflexion auf die normativen Kriterien und kompetenter Orientierung in der eigenen Medienpraxis stehen häufig bewahrpädagogische Vorbehalte und allein funktionale Nutzungskompetenzerwartungen gegenüber. Und auch die außerschulische Bildung bietet hier kein anderes Bild. Medienskeptische, funktionale oder allein ästhetische Zugänge stehen in der offenen Bildungsarbeit im Vordergrund.

Wenn Medien im Unterricht und in offenen Bildungssetting aber auch dazu dienen, ein kritisches Reflexionsvermögen und eine werturteilende Argumentationskompetenz auszubilden, dann gilt es, Medienangebote nicht nur in ihrer weltvermittelnden Bedeutung zu erfassen und zu verstehen, sondern sie auch im Hinblick auf ihre Inhalte, ihre Funktionen und Wirkungsweisen beurteilen zu können. Besonders die Förderung von Medienkritik gehört damit zu den zentralen Zielen schulischer Medienbildung. Hierbei kommt man nicht umhin, die Ethik, speziell die Medienethik, als Bezugsdisziplin und als normatives Fundament einer Grundbildung Medien zu formulieren.

Das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) und die Forschungsgruppe Medienethik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg kooperieren seit 2017 auf dem Gebiet der medienethisch und medienethikdidaktisch orientierten Politischen Bildung zusammen. Durch Tagungen, Aus- und Fortbildungsangebote und konkrete Materialien soll die medienethische Sensibilität, die jenseits der wissenschaftlichen Fachdiskurse und nahe an bildungspraktischen Fragestellungen orientiert ist, geschärft werden.

Für die Tagung „Medienethik in Schule und Bildung“ stehen dabei folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Welche (ethischen) Herausforderungen ergeben sich anhand der veränderten Bedingungen, der Wirkungen und Folgen medialen Handelns für den Einzelnen als auch die Gesellschaft?

  • Welche moralischen Forderungen oder Leitlinien lassen sich für die am Mediengeschehen Beteiligten formulieren?

  • Über welche Kompetenzen sollen die jugendlichen Produtzer verfügen und welchen Beitrag kann Schule dabei leisten?

Diese Fragen sind von der Medienethik her zu beantworten und werden im Rahmen dieser Veranstaltung aufgegriffen.

 

Tagungsort:

Stephansstift
Kirchröder Str. 44
30625 Hannover (Kleefeld)

Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder

Kontakt

CAPTCHA Image[ neues Bild ]
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln