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1.) Was glauben Sie, bezweckt dieses Projekt im
Wesentlichen?
Frau Bremer: Der Wettbewerb „Be Smart- Don’t Start“ möchte das
Thema „Nichtrauchen“ in die Schule bringen und attraktiver für die
Schülerinnen und Schüler gestalten. So soll der Einstieg in das
Rauchen verzögert, im besten Fall sogar verhindert werden. Zudem
sollen Jugendliche, die bereits mit dem Rauchen experimentieren,
zur Reduktion oder zum Aufhören motiviert werden.
2.) Wann wurde das Projekt zum ersten Mal durchgeführt?
Frau Bremer: Die Idee für den europäischen Wettbewerb stammt
ursprünglich aus Finnland. Dort wurde der Wettbewerb 1989 zum
ersten Mal durchgeführt. Deutschland und einige weitere Länder
haben sich dann erst einige Jahre später (1997) angeschlossen.
3.) Wer kam auf die Idee, das Projekt zu starten und
wie?
Frau Bremer: Das Europäische Netzwerk Jugend und Tabak (European
Network on Young People and Tabacco (ENYPAT)) hatte sich damals
zum Ziel gesetzt, den Tabakkonsum unter Jugendlichen zu
reduzieren. Dafür sollten europaweit die Länder zusammen arbeiten,
Informationen austauschen und neue Projekte erstellen. Der
internationale Name des Wettbewerbs lautet „Smokefree Class
Competition“ und ist eines der Programme, das am längsten
durchgeführt wird und am erfolgreichsten ist.
4.) Wie erfolgreich war das Projekt in der ersten Zeit?
Frau Bremer: In Deutschland haben sich im Schuljahr 1997/1998 beim
ersten Durchgang des Projektes 462 Schulklassen angemeldet. 2
Jahre später waren es dann schon rund 2.300 und im Jahr 2005/2006
erreichte „Be Smart – Don’t Start“ die höchsten Anmeldezahlen mit
12.425 Schulklassen. Die Zahlen zeigen, dass Projekte in den
meisten Fällen einige Zeit benötigen, um bekannt zu werden.
Derzeitig sind 10.587 Schulklassen für den Wettbewerb aktiv. Wir
hoffen es liegt daran, dass sich das Nichtrauchen in unserer
Gesellschaft allmählich zur Norm entwickelt, auch Dank des neuen
Nichtraucherschutzgesetzes.
5.) Wo wird das Projekt überall durchgeführt?
Frau Bremer: „Be Smart – Don’t Start“ wird in 15 Ländern in Europa
durchgeführt. Dazu zählen: Deutschland, Schweiz, Belgien, Estland,
Finnland, Frankreich, Italien, Island, Luxemburg, die Niederlande,
Bulgarien, Polen, Portugal, Spanien und Großbritannien. Im
internationalen Vergleich weist die Schweiz mit etwas mehr als
3.000 Schulklassen nach Deutschland mit ca. 10.000 Schulklassen
die zweitmeisten Anmeldezahlen auf.
6.) Denken Sie, den Jugendlichen gefällt dieses Projekt
?
Frau Bremer: Ich glaube, dass vor allem diejenigen Schülerinnen
und Schüler, die zusätzlich zum Wettbewerb kreative Beiträge
einreichen, sehr viel Spaß an dem Projekt haben. Die Fotos und
Dokumentationen zum Projekt verdeutlichen immer wieder, mit wie
viel Mühe und Begeisterung sie an ihren eigenen Songs, Gedichten
und Videoclips gearbeitet haben.
7.) Warum ist das so?
Frau Bremer: Sie bekommen im Rahmen des Wettbewerbs die
Möglichkeit, zum Thema „Nichtrauchen“ kreativ sein zu dürfen. Sie
entscheiden selbst, wie sie ihre Ideen umsetzen wollen und lernen
dabei viele Details, ohne Druck und Noten.
8.) Macht es Ihnen persönlich Spaß, bei dem Projekt
mitzuarbeiten?
Frau Bremer: Mir macht es sehr viel Spaß zu sehen, wie kreativ die
Jugendlichen sein können und wie wichtig das Thema Nichtrauchen
für sie werden kann. In Niedersachsen sind wir drei Kolleginnen in
der Jury, die die kreativen Beiträge der Schülerinnen und Schüler
bewerten. Wir freuen uns schon sehr auf die Einsendungen, die in
den nächsten Wochen kommen werden.
9.) Was ist das Besondere an diesem Projekt?
Frau Bremer: Die Schülerinnen und Schüler können selbst
entscheiden, ob sie an diesem Wettbewerb teilnehmen möchten und in
welchem Umfang. Sie können zudem selbst darüber entscheiden, ob
sie z.B. eigene Songs, Gedichte oder Videos einreichen. Die
Lehrerinnen und Lehrer ermöglichen die Umsetzung der eigenen
Projekte in den meisten Fällen in der Unterrichtszeit. Durch diese
Vorgehensweise können die Jugendlichen mit Spaß an der Sache
arbeiten, frei entscheiden, was sie wie lernen möchten, so dass
der Effekt ein größerer ist. Auch Studien belegen, dass der
Wettbewerb kurzfristig den Einstieg in das Rauchen bei
Jugendlichen verzögern kann. Nehmen die Schulklassen wiederholt
teil, kann die Wirkung sogar vergrößert werden.
10.)
Wie viele Personen sind in dem Team von „Be smart – Don’t start“?
Frau Bremer: Die Hauptkoordinationsstelle des Wettbewerbs ist das
IFT-Nord (Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung) mit
Sitz in Kiel. Von dort aus koordinieren einige Kolleginnen und
Kollegen die Umsetzung des Projektes in den einzelnen
Bundesländern. In Niedersachsen betreuen zwei Mitarbeiterinnen aus
dem Praxisbüro Gesunde Schule sowie eine Mitarbeiterin aus dem
Niedersächsischen Landesinstitut für schulische
Qualitätsentwicklung das Projekt. In Nordrhein-Westfalen stehen
zwei Ansprechpartner zur Verfügung.
11.) Wie
denken Sie, wird es in nächster Zeit weitergehen? Wird es
Veränderungen geben?
Frau Bremer: Die Vorbereitungen für die Durchführung des
Wettbewerbs auf Bundesebene im kommenden Schuljahr laufen bereits.
Ob allerdings Niedersachsen weiterhin das Projekt betreuen kann,
muss in den nächsten Monaten entschieden werden.
12.) Wie
wird das Projekt finanziert?
Frau Bremer: Auf Bundesebene gibt es fünf große Träger, die den
Wettbewerb finanziell fördern: Die Deutsche Krebshilfe, die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche
Lungenstiftung, der AOK-Bundesverband sowie die Deutsche
Herzstiftung. In den Bundesländern unterstützen dann weitere
Träger auf Länderebene das Projekt. In Niedersachsen zählen dazu
das Niedersächsische Kultusministerium, der Sparkassenverband
Niedersachsen, die Techniker Krankenkasse, das Niedersächsische
Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung, die Region
Hannover sowie die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie
für Sozialmedizin Niedersachsen e. V., welcher ich angehöre. Des
Weiteren unterstützen eine Vielzahl von Institutionen auf lokaler
Ebene den Wettbewerb, um für die engagiertesten Schülerinnen und
Schüler Preise zur Verfügung zu stellen.
Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter
www.besmart.info sowie auf der niedersächsischen Internetseite
unter www.besmart.nibis.de. |