Medienkompetenz

Der Begriff der Medienkompetenz ist nicht neu, er wurde in den siebziger Jahren in die medienpädagogische Diskussion eingeführt. Der Kompetenzbegriff geht davon aus, dass Menschen von Natur aus befähigt sind, sich durch Zeichensysteme zu verständigen. Diese Tradition des Kompetenzbegriffs ist pädagogisch bedeutsam, da von einer vorhandenen Ausdrucks- und Artikulationsfähigkeit des Menschen ausgegangen werden kann. Welche Sprache zur Kommunikation verwandt wird, ist jedoch nicht genetisch festgelegt. Gesprochene Sprache aber auch Bild- und Tonsprache (Geräusche, Musik) sind vielmehr das Ergebnis über viele Generationen hinweg tradierter Vereinbarungen, die individuell erlernt werden müssen und deren Vermittlung bewusst erfolgt. Gesprochen Sprache, Bild- und Tonsprache und sogar Gebärdensprache sind geprägt vom jeweiligen Kulturkreis und nicht universell. Der Gebrauch der Sprache(n) im gesellschaftlichen Kontext wandelt oder bestätigt die verwandten Laute, Zeichen und Symbole.

Vorhandene Kompetenzen müssen durch das Schaffen geeigneter Lernumgebungen und Erfahrungsräume angemessen entfaltet und gefördert werden.

Medienkompetenz meint, sich der Medien bewusst - d.h. sachgerecht, selbstbestimmt und sozial verantwortlich - bedienen zu können, insbesondere bezogen auf Kinder und Jugendliche als künftige Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft. Sie sollen über Medien und ihre Funktionen Bescheid zu wissen; d.h., dass durch Medien vermittelte Botschaften entschlüsselt werden können, Medien kritisch eingeschätzt werden können und es zu einem begründeten Auswahlverhalten angesichts eines breiten Angebots kommt. Schließlich wird als Zielwert die Fähigkeit einbezogen, sich selbst mit Medien und ihren jeweiligen Codes verantwortungsvoll artikulieren zu können.

Bescheid wissen über Medien (Medienkunde); kritische Bewertung und begründbares Auswählen von Programmen (Medienerziehung/ Medienbildung); Fähigkeit zu medien- aktivem Ausdrucksverhalten (kommunikative Kompetenz) und Grundlagen der Medienbedienung (Medientechnik) gehören im Konzeptzusammenhang von Medienkompetenz also untrennbar zusammen.

Formen der Medienkompetenz beziehen sich auf folgende Bereiche:

  • Bild-, Ton- und Lesekompetenz in ästhetisch-sprachlicher Ebene
  • Medieninhalte, wie Entstehung, Wirkung, Nutzung und Verflechtung
  • Aktive Medienarbeit bezüglich produzierender, gestaltender Art
  • Informations- und kommunikationstechnologische Bildung
  • Distribution, Information und Dokumentation

Auch Medienkompetenz muss schrittweise erlernt werden. Dabei muss in allen Altersstufen auf die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen, die Bedürfnisse und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen Rücksicht genommen werden (Mediensozialisation).