| Textverarbeitung im Deutschunterricht |
1. Einführung in Klasse 5 2. Vorschlag für ein Curriculum "Textverarbeitung" Die Entwicklung von Schreibtechniken ist in ein umfassendes Netz technischer, gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen eingebunden. Am Gänsekiel, der von jedem Benutzer ohne technischen Aufwand präpariert und in dividuell zugeschnitten werden kann, ist der Bezug zu einer handwerklich und agrarisch geprägten Gesellschaft genauso augenfällig wie der Zusammenhang zwischen dem Aufkommen der Stahlfeder einerseits und der Industrialisierung und Massen produktion andererseits. Aber auch "das Schreiben" ist kein isoliertes Phänomen, sondern entwickelt und ver ändert sich mit den Verwendungszusammenhängen und Nutzungsgewohnheiten. Was "Textverarbeitung" ist, ergibt sich demnach nicht aus der isolierten Betrachtung von Hard- oder Software. "Schreiben ist ein Mittel - ein Werkzeug, das wir für den Austausch mit anderen Menschen verwenden. Computer müssen, wie jedes andere Medium auch, im Kommunikationszusammenhang und eingebunden in ein umfassendes Netzwerk an technischen Ausrüstungsgegenständen und Nutzungsgewohnheiten verstanden werden ... Wir können sagen, ein Textverarbeitungssystem muß über die Rolle verstanden werden, die es bei der Kommunikation, der Verteilung von Informationen und der Ansammlung von Wissen spielt." (WINOGRAD/FLORES, S. 23 u. 24) Erst aus dieser gesellschaftlichen und kulturellen Perspektive erschließen sich die Bedeutung einer Schreibtechnik und die Wechselwirkungen zwischen Schreibtechnik und Schreibprozeß. Gleichzeitig eröffnet die Beschäftigung mit der Schreibtechnik einen Zugang zum besseren Verständnis unserer Kommunikationskultur.
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| Ina Baumann, baumann@nils.nibis.de zuletzt aktualisiert am 13.12.04 |