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Elektronische Kommunikation (insbesondere durch E-mail,Chat,
SMS und Instant Messenger bzw. ICQ) kann in verschiedensten Kontexten
des Aufgabenbereichs "Reflexion über Sprache" thematisiert
werden.
In der Mittelstufe wird der Aspekt des situationsangemessenen, wirkungsorientierten
und partnerbezogenen Kommunizierens vorrangig sein, wenn man neue Medien
(konkret das Handy und das Internet) einbezieht. In anderen Worten: es
ist wichtig die Handlungs- und Kritikfähigkeit der Schülerinnen
und Schüler im Umgang mit den neuen Medien zu fördern,
und zwar insbesondere derjenigen Schülerinnen und Schüler, die
keinen freien Zugang zum Internet oder zu Handys haben und daher aus der
Sprachgemeinschaft der "Online-Gemeinde" Jugendlicher eher ausgeschlossen
bleiben.
In der Oberstufe wird es eher um Reflexion, um eine gesamtgesellschaftliche
Perspektive und um Sprachkritik gehen.
Methodisch betrachtet ist es sicherlich in allen Stufen interessant empirisch
und mit Selbstbeobachtung zu arbeiten, indem Chats oder SMS selbst gesammelt
und analyisert werden.
I. Lernziele
il. Arbeitshilfen
Übersicht möglicher Lernziele nach Jahrgängen
Die folgenden möglichen Lernziele sind nicht als Curriculum
gedacht, sondern es sollte eine kleine Auswahl getroffen werden:
| Klasse |
Lernziele |
| 7 |
Die
Bedeutung nicht-verbaler Mittel für die Verwirklichung einer
Sprech-/Schreibabsicht verstehen (in Emails und Chats häufig
z. B. Emoticons, Kleinschreibung, Zeichensetzung als Ersatz für
face-to-face Kommunikation |
| 8 |
V
erschiedene Sprachebenen vergleichen und angemessen einsetzen: formell,
informell, umgangssprachlich... (von "Netspeak" oder "Cyber-Slang"
im Allgemeinen kann eigentlich nicht die Rede sein. Je nach Zielgruppe
und thematischer Ausrichtung sind hier vielfältige Ebenen zu
finden) |
| 9 |
Vergleich
mündlicher und schriftlicher Kommunikation (z. B.Telefon versus
Chat)
Erstellen
einer "Kommunikette" bzw. "Netiquette" (Wie sollte
man sich im Chat / beim Simsen verhalten?)
Selbstbeobachtung:
Häufigkeit, Dauer, Zweck und Form der Nutzung verschiedener Kommunikationsmedien.
Abhängigkeit
stilistischer Merkmale in Wortwahl und Syntax vom jeweiligen Medium
und Gesprächspartner: formale Analyse von Emails oder Chat-Kommunikation |
| 10 |
Sprachwandel:
Medienspezifische Formen von Jugendsprache, Einfluss von computerspezifischen
Sprachgewohnheiten auf Sprache in anderen Lebensbereiche.
Sprachnorm:
Alles falsch? Iterationen, Kleinschreibung, Reduktionen, Assimilation,
Abkürzungen, Tilgungen, Rebusschreibungen in Chat und SMS (bedingt
auch in Emails) |
| 11 |
Kommunikationsanalyse:
Ablauf eines Chats, Kommunikationsverhalten beim "Simsen"
auch gegenüber Anwesenden, Analyse von Beziehungen im Chat ((eskapistisch,
kompensatorisch o. supplementär), eigene Motivationen und Inhalte
beim Chatten. |
| 12/13 |
Sprachentwicklung:
Wie könnte sich unsere Sprache (bzw. unsere Gesellschaft) durch
das "Simsen" und "Chatten" verändern?
Sprachkritik:
Anglizismen & Co. - Führt das Internet zum Sprachverfall? |
II. Arbeitshilfen
Übersicht:
Sprachliche Mittel in Chats und SMS (kommen natürlich auch in
anderen Kontexten vor) und ihre Funktionen
Material:
Chat-Beispiele (Jeweils mit von Schülern erstellter sprachlicher
Analyse)
I. Dialog (Sprache gemäßigt) II. Dialog (schwer
verständlich) III. offener Chat (häufig)
E-mail-Beispiel
Aufgabe
mit Schülerlösungen: Wie hätte König Gunther (Nibelungenlied)
heute seine Nachricht übermittelt?
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