| Lernen mit Computerspielen und im Internet
Seit einigen Jahren wird festgestellt, dass die durchschnittliche
Intelligenz von Kinder und Jugendlichen zunimmt. Der Anstieg wurde über
standardisierte Intelligenztest festgestellt.
Zum Teil wird diese Entwicklung in der Studie des Frauendorfer-Institut
auf die vielfältigen Wahrnehmungsvorgänge in Computerspielen
zurückgeführt. „Noch nie, so sagen sie, waren Intelligenz
und Kreativität einer Kindergeneration so umfassend trainiert wie
bei den
„Computerkindern". (Bergmann, 2000, S. 30)
Angesichts dieser erfreulichen Entwicklungen sollte nicht übersehen
werden, dass Abstraktionsfähigkeit wie räumliches Vorstellungsvermögen,
logisch-systematisches Denken... erforderlich sind. Diese Prozesse stellen
zwar hohe Ansprüche an die Denkleistung und Intelligenz der Kinder,
machen aber nur einen Teil der komplexen Prozesse aus, die sich beim Lernen
und der Bewältigung des Alltags
ergeben.
Grundsätzlich kann nicht davon gesprochen werden, dass Kinder
im Vor- und Grundschulalter durch Computerspiele Neues lernen. In diesem
Alter ist das unmittelbare Erfahren, Begreifen, Erleben und
mit möglichst allen Sinnen Wahrnehmen der Weg zu neuem „Wissen".
Der Computer taugt allerdings lediglich dazu, bereits Bekanntes zu trainieren.
In diesem Bereich kann er für manche Kinder eine sehr beliebte Art
des Übens darstellen.
Bei Kindern mit niedriger Frustrationstoleranz kann mit Übungsprogrammen,
die das individuelle Wählen der Schwierigkeitsstufe erlauben, eine
positive Einstellung dem Lernen gegenüber erreicht werden, indem
Erfolgserlebnisse ermöglicht werden.
Durch die „Verpackung" der Übungen in unterhaltsame Rahmenhandlungen
wird das Trainieren von Lerninhalten attraktiver gemacht.
Doch nicht für alle Kinder ist das Üben mit Computerspielen
oder die Nutzung des Internets, die geeignete Form, um zu Lernen oder
um Gelerntes zu wiederholen.
Probleme, die sich daraus ergeben können:
- Das Kind übt vermeintlich, ist aber durch den Charakter der Software
eher am Spielen und umgeht die Trainingssequenzen.
- Die Eltern kennen die Inhalte der Software nicht und orientieren sich
lediglich an den Altersangaben vom Hersteller. Das Kind kann durch die
Inhalte über- oder unterfordert werden. Ein Computerspiel ersetzt
die Unterstützung durch eine andere Person nicht.
- Die Inhalte sind unter Umständen nicht auf den Schulstoff des Kindes
abgestimmt, weil häufig für den deutsche Markt produziert wird
und können sich daher als ungeeignet für die spezifische Trainingssituation
erweisen.
- Es kann eine Überforderung bzw. eine Überförderung des
Kindes auftreten, wenn es Absicht der Eltern ist, die Leistungen des Kindes
durch die zur Verfügung Stellung von Lernspielen zu verbessern.
- Die am Markt angebotenen Lerntitel halten nicht immer, was sie am Cover
oder in der Werbung versprechen. Sie werden als pädagogisch wertvoll
und als Lernspiele bezeichnet, haben aber keine
klar erkennbaren Lernziele und Vermittlungskonzepte.
Computerspiele - und das gilt auch für Lernspiele und die Nutzung
des Internets - sind dann richtig eingesetzt, wenn sie Freude und Zufriedenheit
beim Kind hinterlassen.
Für die Praxis im Kindergarten stellen wir Ihnen daher folgende
Basistexte zur Verfügung:
- Lernen mit
Computerspielen
- Tipps zum Thema Computer
- Suchen und Finden im Internet
- Der Dreh mit dem www
- Sicherheit im Internet
durch Medienkompetenz www.klicksafe.de
Darüber hinaus finden Sie unter der Rubrik: Materialien weitere
Anregungen für die praktische Arbeit im Kindergarten.
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