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Pädagogische Arbeit mit elektronischen Medien
im Kindergarten
Im Hinblick auf den Stellenwert vor allem der elektronischen Medien in
der heutigen Lebenswelt von Kindern ist Medienerziehung bereits in der
frühen Kindheit ein besonders wichtiger Teil der Erziehung insgesamt.
Schon kleine und sehr kleine Kinder können elektronische Medien -
im Unterschied zu Druckerzeugnissen - häufig ohne die Mithilfe Erwachsener
nutzen, und allem Anschein nach tun sie dies in erheblichem Ausmaß.
Beispielsweise beträgt nach den Daten der GfK (1998) zur Fernsehnutzung
die durchschnittliche Sehdauer der Kinder von 3-13 Jahren pro Tag 95 Minuten.
Nach Zeitungsberichten stagnieren die Umsätze auf dem Spielwarenmarkt
beim klassischen Angebot vom Brettspiel bis zum Baukasten, dagegen haben
die Bildschirmspiele kräftig expandiert und sich mittlerweile den
größten Marktanteil erobert.
Die Lebenswirklichkeit der Kinder ist auch deshalb ein Ausgangspunkt pädagogischen
Handelns in Kindertageseinrichtungen, weil es die Erziehung in der Familie
unterstützen und ergänzen soll. Situationsgerechte und an den
Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien orientierte pädagogische
Angebote sind ein Qualitätsmerkmal der Kindertageseinrichtungen.
Hierzu gehören auch qualifizierte Angebote zur Medienerziehung. Die
Kooperation mit den Eltern ist gerade in der medienpädagogischen
Arbeit unerlässlich.
Die Vermittlung von Medienkompetenz ist darüber hinaus Teil des Bildungs-
und Erziehungsauftrags der Tagesstätten. Zum kompetenten Umgang mit
Medien gehört medienbezogenes Wissen ebenso wie die Fähigkeit
und die Bereitschaft zu verantwortlichen Urteilen und Entscheidungen.
Anders gesagt: Der kompetente Nutzer soll in der Lage sein, Qualitätsmaßstäbe
anzuwenden und auf dieser Grundlage aus dem medialen Angebot selbständig
auszuwählen.
Im Kontext der Jugendhilfe gilt Medienpädagogik als präventiver
Kinder- und Jugendschutz. Medienerziehung soll zum selbstgesteuerten,
kontrollierten Umgang mit Medien befähigen, ist sozusagen Jugendschutz
von innen. Der gesetzliche Jugendschutz reguliert das Medienangebot von
außen. Jugendschutz und Medienerziehung ergänzen sich demnach.
Die Jugendministerkonferenz hat in ihrem Beschluss vom 13./14. Juni 1996
in Hamburg festgestellt: "Es [ist] notwendig, Kinder und Jugendliche
sowohl durch Maßnahmen des gesetzlichen Jugendmedienschutzes vor
unverträglichen Einflüssen zu bewahren, als auch zu kompetenten
Mediennutzern zu erziehen. ... Die Jugendministerkonferenz [sieht] die
Notwendigkeit medienpädagogischen Handelns vor allem in bezug auf
die elektronischen Medien (Fernsehen, Video, Computer), da dies die Leitmedien
von Kindern und Jugendlichen sind. Da heute bereits Vorschulkinder mit
diesen Medien Umgang pflegen und präventives Handeln schon frühzeitig
ansetzen muss, soll im Kindergarten auf einen kompetenten Medienumgang
hingewirkt ... werden." (S. 90f.)
Medienerziehung ist in der institutionalisierten Kinderbetreuung nicht
zuletzt deshalb so wichtig, weil auch diejenigen Kinder die Chance haben
sollen, Medienkompetenz zu erwerben - beispielsweise im Umgang mit einem
Computer -, die zu Hause keine oder wenig Gelegenheit dazu haben. Für
Kindertageseinrichtungen ist dies eine ernst zu nehmende Herausforderung.
Den ausführlichen Text von Hans Eirich (Herausgeber des Praxis-Handbuch
Kindertageseinrichtungen, Regensburg, Walhalla Fachverlag) finden sie
hier als Online-Handbuch.
Folgende Basistexte haben wir für Sie bereitgestellt:
- Kindermedienbiografien
- Psychologie
Medienkonsum bei Kindern
- Elternabendmodell
- Mit Medien leben
lernen
- Medienerziehung
im Kindergarten
- Kinder und Fernsehen
- Kinder und Fernsehgewalt
- Kinder lieben
Hörkassetten
- Was willst du werden?
Für die Praxis finden Sie unter Materialien weitere Anregungen.
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