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Szenische
Arbeit mit Texten der Kinder-und Jugendliteratur:
"Erwachsene reden . Marco hat was getan"
Zum Thema
Gewalt gegen Ausländer
- leider immer noch ein Thema. Ein Thema natürlich auch für
die Schule . Dabei kann man Diskussionen führen, Dokumentationen
erarbeiten, Aufsätze schreiben, Aktionen planen... Eine Vielzahl
von Möglichkeiten bietet sich an. Aber trotzdem bleibt oft Unbehagen
zurück - gerade bei denjenigen Schülern die es eigentlich angeht,
entsteht Abstumpfung und Widerwille "Schon wieder die Ausländerproblematik,
kein Interesse ".
Zunehmend hat sich
auch die Kinder- und Jugendliteratur dieses Themas angenommen. Eine Reihe
von fiktionalen Texten auf teilweise hohem literarischen Niveau ist entstanden,
die einen Einstieg und eine Beschäftigung mit dem Thema ermöglichen-
jenseits der aktuellen Ereignisse und darum durchaus geeignet, Anstöße
zu geben, ggf. Haltungen zu verändern (Bücherliste auf Anfrage)
Aber diese Texte verlangen zunächst einmal, dass man sie liest. Und
ein Buch zu lesen - das ist für Jugendliche eben auch schon ein Problem,
dass man nicht mehr voraussetzungslos erwarten kann.
Neue Aufmerksamkeit
kann wohl nur geweckt werden, wenn die SchülerInnen ausreichend Gelegenheit
erhalten, sich selbst "ins Spiel zu bringen", vielleicht auf
der Grundlage eines geeigneten Textes, der genügend Leerstellen offenläßt.
Dafür erscheint das o. g. Buch von Kirsten Boie besonders geeignet.
Zum Text
Kirsten Boie - "Erwachsene reden . Marco
hat was getan", Hamburg 1994 (als
TB)
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Inhalt
Der 15-jährige Marco, Sympathisant einer neonazistischen
Gruppe, hat Feuer in einem von türkischen Bürgern bewohnten
Haus gelegt. Zwei türkische Kinder sind bei diesem Brand ums
Leben bekommen. Ausgehend von dieser Vorgeschichte lässt die
Autorin in Form von "narrativen Tonbandinterviews" 13 Personen
aus Marcos Umgebung zu Wort kommen. Ihre Äußerungen zum
Geschehen und zu Marco stehen unkommentiert nebeneinander und geben
dem Leser Einblick in Ursachen und Hintergründe, die zu der Tat
geführt haben.
- Erzählstruktur
Der Text folgt in Form und Struktur Bertholt Brechts
epischem Theater. Eine Handlung im klassischen Sinne findet sich nicht,
es gibt keinen Erzähler und auch keine handelnden literarischen
Figuren. Der Text setzt sich stattdessen aus fiktiven Gesprächsprotokollen
zusammen. Der Journalist, der die Statements auf Tonband aufgezeichnet
hat, taucht im Text nicht als Figur auf, er wird nur einmal direkt angesprochen.
Seine Fragen sind nicht genannt und einzig aus den Antworten rekonstruierbar.
Die Aussagen geraten auf diese Weise in den Status eines inneren Monologs,
der unvollständige Sätze, Gedankensprünge, Einschübe
enthält. Dies erhöht den Eindruck der Authentizität des
Dargestellten. Im Prolog des Textes ist die Ausgangsfrage formuliert,
die lautet: "Wie wird so einer zum Mörder." Der von der
Autorin eingesetzte Journalist, der die Tat recherchiert, kennt ihre
Vorgeschichte nicht, womit es notwendig wird, das Geschehen analytisch
vom Ende her aufzurollen . Die Leser werden ihrerseits in die Position
des Reporters versetzt, der sich von dem Tathergang und den Umständen,
die anscheinend zur Tat geführt haben, selbst ein Bild machen muss.
Erst fortschreitend ergeben die einzelnen Mosaiksteine ein annäherndes
Bild von den Vorgängen. Ins Gewicht fällt, dass die Autorin
darauf verzichtet, Angaben zu den Befragten zu machen, einzig Daten
wie Alter, Beruf und Namen werden genannt.(aus: C. Gansel - Moderne
Kinder- und Jugendliteratur, Cornelsen 1999)
Zum Projekt
Das viertägige Projekt wurde für die Projektwoche
der BBS Cadenberge entwickelt. Die gemischte Gruppe setzte sich aus
Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Berufsfelder zusammen,
die sich vorher nur zum Teil kannten.
Folgende
Gesichtspunkte spielten bei der Entwicklung der Konzeption eine Rolle:
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Die Schülerinnen und Schüler
sollten verschiedene methodische Vorgehensweisen kennenlernen, mit
denen man sich einem Thema annähern kann. Die Auseinandersetzung
mit dem Thema und dem Text sollten ihren Ausdruck in Wandbildern,
Rollenbiographien, Video - Protokollen (Interviews) und in Szenen
finden, wobei die verschiedenen Gestaltungsformen und ihre Möglichkeiten
jeweils erarbeitet werden sollten.
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Die Anlage des Projekts war handlungs-
und prozessorientiert und sollte am Schluss, aber nicht als Bedingung,
falls möglich ein Ergebnis haben, das präsentiert werden
konnte.
Die Arbeit wurde ergebnisoffen angelegt, wobei die
drei folgenden Varianten angedacht wurden:
1. Gerichtsverhandlung (Szenen und Interviews als Material) ,
2. Fernsehbericht ( z. B. "Explosiv" ),
3. Szenenfolge mit einem Handlungsbogen.
Zum Verlauf
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Hinführung zum Thema und zum
Buch
Zunächst sammelt die Gruppe Texte und Bilder zum Thema Ausländerfeindlichkeit
und gestaltet aus besonders prägnanten Textstellen, Bildern,
Slogans eine Collage. Danach erfolgt eine kurze Einführung in
das Buch, ausgehend vom gemeinsamen Lesen der letzten Seite des Buches.
Danach suchen sich die Schüler aus dem Personenensemble diejenigen
Personen aus, mit denen sie sich näher beschäftigen möchten.
Sie haben die Auswahl:
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Martin
K. ,16 Jahre, Nachbar
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Rüdiger
P. , 14 Jahre, Freund
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Hubert
S.; 42 Jahre, Klassenlehrer
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Maren
F. , 32 Jahre, Nachbarin
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Silke
K. , 51 Jahre, Grundschullehrerin
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Hinnerk
F. , 42 Jahre, Pastor
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Sigurd
J. , 17 Jahre, Freund
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Hartmut
K., 59 Jahre, Schulleiter
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Klaus-Peter
W.,54 Jahre, Tankstellenpächter
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Friedhelm
K. , 54 Jahre, Bürgermeister
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Frank
W. , 32 Jahre, Sozialarbeiter
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Norman
L. , 17 Jahre, Freund
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Timo
K.,15 Jahre, ehem. Klassenkamerad
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- Arbeit mit dem Text
Jeder Schüler, jede Schülerin wählt
sich eine der Personen aus, die im Text vorkommen. Ziel ist es, dass
die Schüler, nachdem sie die Aussagen gelesen haben, die Position
der jeweiligen Personen zu Marco erkennen und beschreiben können.
Das Ergebnis stellen die Schüler mit einer Wandzeitung vor.

Der Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass die Schüler
den Text nicht unbedingt als Ganzes gelesen haben müssen. Wie bei
einem Puzzle entsteht trotzdem ein Gesamtbild , das noch dadurch ergänzt
werden kann, dass die Schüler fiktive Personen zusätzlich
erfinden ( z.B. die Mutter oder die Freundin von Marco)
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Rollenbiographien
Über das Schreiben einer Rollenbiographie können sich
die Schüler und Schülerinnen mit den Personen des Textes
noch intensiver auseinandersetzen, einen noch tieferen Einblick in
den Charakter und in das Denken der jeweiligen Person bekommen. Dabei
müssen sie den Text erweitern und Leerstellen besetzen. Aussehen
Sprache, Charaktereigenschaften...- alles wird wichtig.
Als Ziel wird den Schülern und Schülerinnen
vorgegeben, sich so gut mit „ihrer“ Person auszukennen, dass sie als
Figur interviewt werden könnten.
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Video
– Arbeit
Die Videokamera nimmt bei dieser
Arbeitsform eine eher zurückhaltende Position ein. Sie hält
die Szene fest und ermöglicht dabei wiederum Korrektur, Kritik
und ggf. die Wiederholung. Sie ist somit Motivationsgeber zu einem
konzentrierten Arbeiten. Bewusst wird jedoch auf die Möglichkeit
verzichtet, einen Fernsehfilm zu gestalten. Nur mit diesem Verzicht
wird die Kamera zu einer echten Hilfe in der szenischen Interpretation:
Sie hält den Prozess des Spieles in Gang, ohne zeitaufwendige
Drehbucharbeit zu beanspruchen und sie schafft dadurch die Freiräume,
die der inhaltlichen Arbeit dienen.
Wichtig
ist hierbei darauf zu achten, dass die Kamera von den Beteiligten
nicht als hemmender Fremdkörper empfunden wird und so das
eigentliche Ziel der szenischen Textbearbeitung stört oder
sogar verhindert. Obwohl das mögliche Endergebnis eines fertigen
Videofilms für alle Beteiligten einen zusätzlichen Motivationsschub
darstellen kann und soll, darf die Filmarbeit und der sich daran
anschließende Videoschnitt nicht mit der Erwartung verknüpft
werden einen vorzeigbaren Handlungs- oder Leistungsnachweis produzieren
zu können. Dieser Ansatz ginge an den inhaltlichen Intentionen
vorbei und hätte sehr wahrscheinlich eine weniger gelöste
Spielatmosphäre zur Folge. Sowohl die szenische Erarbeitung
und Umsetzung des Textes, als auch die Qualität des Videos
würden hierdurch erheblich beeinträchtigt. Nur wenn
szenische Umsetzung und Videoarbeit in einem aufeinander abgestimmten
– den jeweiligen Teilnehmern angepaßten – und von Leistungsdruck
befreiten Rahmen stattfinden, kann ein fertiger Videobeitrag zu
einem befriedigenden Ergebnis führen und den Darstellern
einen positiven Eindruck von sich selbst und von dem von ihnen
Geleisteten ermöglichen.
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Videointerviews
Im nächsten Schritt stellen die Schülerinnen / Schüler
„ihre Figur“ in einem Interview vor. Mögliche Fragen können
sein:
- Würden Sie sich bitte vorstellen ?
- Kannten Sie Marco ?
- Woher kannten Sie ihn ?
- Wie fanden Sie ihn ?
- Was halten Sie von seiner Tat ?
- Glauben Sie, dass Sie auch etwas mit dem zu tun hatten, was
er da gemacht hat ?
- Inwiefern hätten Sie es verhindern können ?
- Glauben Sie, das ein anderer etwas damit zu tun hat ? – Wer
?
- Wollen Sie abschließend noch etwas sagen ?
Für das Interview können sich die Schüler
einen Raum entwerfen, einen passenden Hintergrund gestalten, geeignete
Musik ausdenken, sich verkleiden...
Die Interviews wurden mit einer Videokamera aufgezeichnet. Die Videokamera
hat in dieser Phase zwei Aufgaben:
- Zunächst einmal das Festhalten
des Geleisteten. Dieses Festhalten ermöglicht Wiederholung,
Verbesserung, Kritik und ist auch Dokumentation des Erarbeiteten.
- Andererseits schafft die Arbeit
mit der Kamera aber auch einen „Baustein“ im Gesamtprozess ,auf
den im weiteren Verlauf zurückgegriffen werden kann.
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Szenisches Spiel ist Handeln in vorgestellten
Situationen. Je genauere Vorstellungen die Spieler / Spielerinnen
von ihrer Rolle und der Situation entwickeln, um so besser
sind sie in der Lage, reale Gegenstände, die Mitspielenden
und sich selbst als andere wahrzunehmen und aus der Rolle
heraus zu handeln. Werden ihre Vorstellungen systematisch
aufgebaut und entfaltet haben sie Gelegenheit, sich Schritt
für Schritt in die Rolle und in die Situation einzufühlen,
dann bleibt ihr Spiel nicht fiktiv und bloße Inszenierung,
sondern wird so real wie in anlogen Alltagssituationen auch.
Von innen heraus motiviert und gerechtfertigt, können
die Teilnehmer ihr körperliches und sprachliches Verhaltens-
und Ausdrucksvermögen situationsgerecht ausschöpfen.
Sie zeigen nicht nur, wie sie die Rolle verstehen und welche
Haltung sie ihr geben bzw. zu geben in der Lage sind. Sie
erleben und zeigen mehr und anderes als das, was sie ausdrücken
wollen. Denn ihr Spiel ist (...) immer auch wiederhergestelltes
Verhalten, ein Verhalten, dass sie (und häufig auch
die Beobachtenden) bei sich kennen oder kannten, das sie
einmal gelernt haben und jetzt wieder aktienthüllen.
( aus: Ingo Scheller – Szenisches Spiel:Handbuch für
die pädagogische Praxis, Berlin:Cornelsen Scriptor
1998)
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warming up
Setzt man szenische Methoden ein, so kann man davon ausgehen,
dass sich die Mitglieder der jeweiligen Gruppe gegenüber dem
Spielleiter / der Spielleiterin und den anderen Gruppenmitgliedern
gehemmt verhalten. Dies gilt besonders für Gruppen, die erstmalig
mit diesen Methoden arbeiten oder die im Rahmen von Projektwochen
mehr oder weniger zufällig zusammenfinden.
Es gilt also diese erste Phase der Arbeit so zu gestalten, dass die
Teilnehmer / Teilnehmerinnen sich kennenlernen und ein Vertrauensverhältnis
aufbauen können und dass sie beginnen ihre Ausdrucksfähigkeit
zu entwickeln.
Zwei Komponenten sollten diesen Einstieg bestimmen:
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Die Spieler / Spielerinnen müssen
so schnell wie möglich die Namen der anderen Mitglieder lernen
und sich mit den Gesichtern vertraut machen und
-
sie sollten so schnell wie möglich
in körperlichen Kontakt miteinander treten, um so die Scheu
vor den anderen zu verlieren.
Ein möglicher Ablauf soll hier stichwortartig vorgestellt
werden. Bei der Durchführung sollte man genügend Zeit vorsehen,
so dass sich die Beteiligten auf die einzelnen Übungen einlassen
können. Für den folgenden Ablauf sollte man etwa eine Doppelstunde
einplanen.
- einen großen Kreis bilden
– Blick in den Mittelpunkt – Augen schließen – absolute Ruhe
– Hände in Vorhalte nehmen - auf ein Zeichen gehen alle langsam
in Richtung Kreismittelpunkt – zwei fremde Hände greifen und
festhalten – hat jeder zwei fremde Hände gegriffen: „ Augen
auf“ – und versuchen den Ausgangskreis wiederherzustellen
- erneut Kreis bilden – jeder/jede
nennt seinen / ihren Namen – und macht eine bestimmte Geste dazu
- alle gehen durch den Raum – Variieren
der Geschwindigkeit – Vorgeben der Gehrichtung – Gehvarianten (
schlendern trampeln, tippeln u. a. m.) – jeder begrüßt
jeden – Grußvarianten - die ganze Übung kann mit Musik
unterstützt werden
- die Gruppe bewegt sich frei durch
den Raum – Stoppruf des Spielleiters – alle ordnen sich nach jeweils
vorgegebenen Kriterien (z.B. Körpergröße, Augenfarbe,
Vornamen in alphabetischer Reihenfolge u.a.m.)
- alle stehen verteilt im Raum –
sobald einer/eine „los“ ruft, gehen alle umher – ruft einer „stopp“
bleiben alle sofort stehen und halten ihre Bewegung – bis wieder
jemand „los“ sagt - Steigerung: die Person, die „los“ sagt, geht
in einer besonderen Gangart los und alle müssen genauso gehen
– wer „stopp“ sagt bleibt in einer besonderen Figur stehen, die
alle nachahmen müssen – kann auch ohne akustischen Impuls durchgeführt
werden
- Kombination von 4. und 5.
- alle gehen frei durch den Raum
– akustisches Signal – alle frieren in einer Abwehrpose oder in
einer Aggressionspose ein
- alle gehen frei durch den Raum
– „Klatschen“ – alle bleiben abrupt mit angespannten Muskeln stehen
– zeigen mit einem lauten „Du“ auf einen anderen Mitspieler – in
einem weiteren Durchgang auf mehrere andere Mitspieler, wobei das
„Du“ jeweils wiederholt wird
-
Figuren entwickeln
Augen zu – entspannen – ganz ruhig atmen – in sich hineinhorchen
– ca. 3.Min – Augen bleiben geschlossen – einen Sportler oder eine
Sportlerin einer bestimmten Sportart vorstellen – die Haltung dieses
Sportlers einnehmen – Haltung auflösen und wieder einnehmen
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Haltung fest einnehmen und halten – die nächst mögliche
Bewegung aus der Haltung einnehmen und halten – wieder zurück in
die Ausgangshaltung – mehrere Male wiederholen – die gewählte Haltung
einnehmen und halten – Augen auf – jeder gibt seinem jeweilig rechten
Nachbarn einen Text – z. B. was könnte er denken ? oder wie könnte
die Unterschrift unter diesem Sportfoto lauten? oder wodurch könnte
dieser Sportler/ diese Sportlerinn angefeuert werden ? usw.
Partnerübung
– ein Paar erhält jeweils ein Foto, auf dem jeweils eine Person in
einer ausdrucksstarken Haltung abgebildet ist – einer ist Baumeister,
einer ist Baumaterial –mit Hilfe des Fotos wird die Figur als Standbild
gebaut - ist das Standbild fertig, treten die Baumeister zurück –
jedes Paar entwickelt für das jeweils rechts stehende Paar einen
Text, der dem Standbild „ eingespeichert wird“ und dann auf ein verabredetes
Zeichen abgerufen werden kann oder der von dem benachbarten Paar gesprochen
wird oder es wird ein Satz entwickelt, der von dem Standbild eine neue
Haltung verlangt.
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Standbilder
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Es werden mehrere
Gruppen gebildet ( jeweils ca. 3 – 4 Personen ) – Aufgabe für
die Gruppen ist es, zu einer Situation aus dem Text, die die jeweilige
Gruppe für wichtig und bedeutsam für die Situation der
Hauptperson hält, jeweils 3 oder 4 Bilder wie in einem Fotoroman
zu stellen. An den Standbildern sollen alle Personen der Gruppe
mitwirken. Dafür werden ca.10 Minuten Zeit benötigt.
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In einem ersten
Durchgang stellt jede Gruppe ihre Bilderfolge vor, während
der Rest diese beobachtet.
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In einem zweiten
Durchgang soll mit den Standbildern weitergearbeitet werden. Dazu
erhalten die beobachtenden Gruppen bestimmte Aufgaben, wie z.
B.:
- Findet heraus, welche Situation besonders charakteristisch ist.
- Verändert die Bilder,
um diese noch deutlicher zu machen.
- Zeigt ein Bild vor oder nach der Bildfolge.
- Gebt eine Bildunterschrift wie in einer Zeitung.
- Stellt euch hinter eine Person und sagt, was sie gerade denkt.
- Gebt den einzelnen Figuren einen Text (einen Ausruf oder einen
kurzen Satz).
Weitere Variation sind möglich
und sinnvoll
- Abschließend werden die
Bildfolgen ausgesucht, mit denen weiter gearbeitet werden soll.
- Erareitung von Szenen
Besonders zwei Situationen findet die Gruppe bedeutsam:
die Situation, bei der Marco die entscheidende Klassenarbeit in Geschichte
zurück bekommt und die im Jugendzentrum, in der deutlich wird,
in welchem Umfeld Marco sich aufhält und wie die Gruppe auf Ausländer
reagiert.
Ausgehend von den gewählten Bildfolgen sollen nun aus
den gestellten Bildern Szenen entwickelt werden. Ausgangspunkt
sollen die Standbilder sein, deren Folge ständig erweitert wird,
wobei die Bildhaltung in Bewegungen umgesetzt wird. Liegt ein szenisches
Konzept als Ablauf vor, soll improvisierend nach und nach eine Dialogstruktur
entwickelt werden. Diese wird dann durch mehrmaliges Wiederholen verfestigt.
Durch ständiges Beobachten und Verändern erhält die Szene
durch diesen Arbeitsprozeß ihre endgültige Form. Steht diese
fest kann durch weitere Wiederholungen die Sicherheit der Darstellung
erprobt werden. Es ist auch möglich und sinnvoll in dieser Phase
die Szene schriftlich zu fixieren oder als Video-Protokoll festzuhalten,
um eine Grundlage für eine etwaige Präsentation zu haben.
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Ergebnissicherung
Ein Zwischengespräch versucht den bisherigen Stand des Arbeitsprozesses
festzuhalten
- Die Gruppe ist bis auf zwei Ausnahmen engagiert bei
der Sache- Die Problematik des Buches ist allen Beteiligten bewusst.
- Das Buch ist gleichsam „nebenbei“ gelesen worden.
- Alle Interviewszenen sind vollständig im „Kasten“.
- Die beiden Szenen sind zufriedenstellend abgedreht.
- Es ist reichlich Material vorhanden, die Einzelteile zu einem Gesamtprodukt
zusammenzufügen.
- Das Produkt
Aus dem Gespräch mit der Gruppe und unter
Berücksichtigung der noch zur Verfügung stehenden Zeit entstand
der Plan mit den vorhandenen Materialien einen Fernsehbericht zu erstellen.
Schnell ist eine passenden Begleitmusik gefunden. Eine Redaktionskonferenz
legt nun den Ablauf für eine „Fernsehdokumentation“ fest. Der Rest
ist einfach: Der Text für ein/e Moderator/in wird gemeinsam erstellt,
der die einzelnen „Bausteine“ passend miteinander verbindet. Der Klassenraum
verwandelt sich in ein Aufnahmestudio. Nochmals kommt die Videokamera
zum Einsatz und hält das Endprodukt fest.
Nicht alle Beiträge kommen dabei zum Einsatz. Aber viel entscheidender
ist es, dass alle Beteiligten ihre Auseinandersetzung mit dem Thema
als produktives Tun erfahren haben, das Nachdenklichkeit z. T. auch
Betroffenheit ausgelöst hat.
Kontakte:
Georg
Wippler – NLI, Lesebus
Andreas Thieme – NLI, Medienmobil
Hans – Hubertus Lenz – NLI,
Darstellendes Spiel
Anschrift:
Niedersächsisches
Landesinstitut
für
Schulentwicklung und Bildung (NLI)
Keßlerstr. 52, 31134 Hildesheim
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