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Der Groove muss stimmen |
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| Kinder- und Jugendliteratur sollte längst einen festen
Platz im Deutschunterricht haben. Das Lektüreangebot ist gewaltig und
gut und auch an Unterrichtsmaterialien herrscht kein Mangel. Doch was in
der Grundschule noch die Regel ist, in der Orientierungsstufe noch gepflegt
wird, wird ab Klasse 7 eher zur Ausnahme: das Lesen von Jugendbüchern
im Unterricht. Übereinstimmend wird geklagt, dass das Jugendbuch bei den Schülern oft nicht mehr ankommt; nicht etwa weil Themen falsch wären, die literarische Qualität minderwertig, die Preise zu hoch, sondern einfach darum, weil die Schüler nicht mehr lesen wollen. Doch Möglichkeiten, Bücher und Schüler zusammen zu bringen, gibt es unendlich viele. Im Folgenden wird eine Unterrichtseinheit beschrieben, die in der Realschule Hameln durchgeführt wurde. Auf ausführliche didaktische Begründungen wird dabei zugunsten einer möglichst knappen Übersicht bewusst verzichtet. |
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| Lerngruppe Klasse 10, Realschule Hameln, 23 Schüler/Schülerinnen |
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Ein Buch wird vorgestellt |
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| Ausgewählt war das Buch "So lonely" von
Peer Nielsson. Mit einer "Lesekiste" (beschrieben von Jörg
Knobloch in Beiträge Jugendliteratur und Medien, 1999) werden den Schülern
Gegenstände, die im Buch eine wichtige Rolle spielen, vorgestellt.
Ein möglicher Inhalt des Buches wird auf diese Weise antizipiert. Zur
Überprüfung bekommen nun die Schüler den gesamten Text, von
dem sie jedoch zunächst nur den Teil/die Teile lesen, die sich um den
von ihnen gewählten Gegenstand drehen. Mit Hilfe eines "Leseprotokolls"
sichern sie den Inhalt, der anschließend der Klasse vorgestellt wird.
An eine "Leseleine" aufgereiht, ist innerhalb kurzer Zeit der
Inhalt des gesamten Buches allen Schülern recht genau bekannt. |
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| Vom Buch zum Rap |
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| Nachdem diese Grundlage geschaffen worden ist, hat man
unzählige Möglichkeiten mit dem Text umzugehen, ihn spannend werden
zu lassen; so spannend, dass er reizvoll zum Lesen bleibt. In der vorliegenden
Unterrichtseinheit entschlossen wir uns zu einer besonderen Form des kreativen
Schreibens. Zu den einzelnen Kapiteln des Buches, die identisch waren mit
den vorgestellten Gegenständen, sollten die Schüler einen Rap
komponieren und zwar so, dass der Rap möglichst später auch ohne
das Buch verständlich ist. Technisch ist das Ganze recht einfach zu
organisieren: die Schüler hören sich in den Rap-Rhythmus rein,
der aus der "Konserve" kommt. Ein paar formale Hilfen genügen (z. B.eine Zeile besteht aus einem 4/4 Takt ; in16teln gesprochen: 1-ne-und-e 2-e-und-e 3 -e-und-e 4-re-und-e können maximal 16 Textsilben pro Zeile erfunden werden, wenn möglich am Ende von 2 Zeilen ein Reimpaar anpassen, 4 bis 8 Zeilen sind dann eine Strophe, zusätzlich sollte ein Refrain gefunden werden), und überraschend schnell bringen die Schüler ihre Rapstrophe auf das Papier. Ohne dazu aufgefordert zu sein, erzählen die Jungen dabei zum großen Teil aus der Perspektive der männlichen Hauptperson, die Mädchen aus der der weiblichen Perspektive. Ein kleines Problem entsteht schließlich bei der Aufnahme. Nur mit viel Überredungskraft gelingt, dass die richtigen Worte von den richtigen Autoren auch zum richtigen Rhythmus kommen. |
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| Ergebnis: |
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| In 4 Unterrichtsstunden eines Projektvormittages wurde
viel geleistet. Die Schüler waren von dem Ergebnis - es wurde später
eine CD daraus - positiv überrascht, wenn auch manches noch verbessert
werden könnte, z. B. ist der "rote Faden" der das Ganze durchziehen
sollte, nicht immer sichtbar; oder die Eingangsszene des Buches wird überdurchschnittlich
oft verrapt; auch gelangen die Texte nicht über den Status einer Nacherzählung
hinaus. Dennoch: die Möglichkeit den Inhalt eines Jugendbuches als Grundlage für einen Rap zu gebrauchen, wurde als reizvolle Möglichkeit entdeckt. Vielleicht eine neue Chance zum Lesen? |
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| Ein Arbeitsblatt für die Schülerinnen
und Schüler können sie hier einsehen bzw. über die rechte
Maustaste (Speichern unter) als Download erhalten. Eine Demoversion der CD kann angefordert werden bei: Herrn Uwe Backhaus Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule Suhler Straße 10 38444 Wolfsburg |
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| Maria beckmann, beckmann@nils.nibis.de 30.08.2004 |