Die Don-Bosco-Schule ist eine Haupt- und Realschule in Trägerschaft des Bistums Hildesheim.

Aktivitäten 2007/2008
ELF Eltern-Lehrer-Forum in der Don-Bosco-Schule
Krisenbewältigung und Suizidgefährdung bei Jugendlichen
Referentin: Jennifer Hahn vom Verein für Suizidprävention in Hildesheim

28. Februar 2008

Was, glauben Sie, ist wahr – was ist falsch? 

1. Wer sich einmal mit Suizidgedanken trägt, wird es sein Leben lang tun.
(Falsch: Der Gedanke ist oft nur ein Ausdruck einer aktuellen Krise, die mit Hilfe überwunden werden kann.)
2. Wer einmal versucht hat sich umzubringen, versucht es kein zweites Mal.
(Falsch: 80% aller durchgeführten Suizide gingen ein oder mehrere Suizidversuche voraus.)
3. Menschen, die sich mit Suizidgedanken tragen, möchten gar nicht sterben.
(Wahr: Viele wollen nicht sterben, sondern oft nur einen Weg finden, einer unerträglichen Situation zu entkommen.)
4. Jemanden auf das Thema Suizid anzusprechen, bringt ihn erst recht auf die Idee.
(Falsch: Wer gefährdet ist, ist meist froh darüber, angesprochen zu werden.)
5. Wenn sich eine suizidgefährdete Person besser fühlt, ist das Problem gelöst.
(Falsch: Wenn der/die Betroffene plötzlich wieder gut drauf ist, kann das ein Anzeichen sein, dass er/sie sich jetzt entschlossen hat sich das Leben zu nehmen. Diese innere Klarheit kann Erleichterung verursachen.)
6. Die größte Gefahr des Suizids besteht unter jungen Männern.
(Wahr: In vielen Ländern ist die Suizidgefahr bei Männern zwischen 18 und 24 am höchsten.)
7. Wer damit droht sich umzubringen, tut es sowieso nicht.
(Falsch: Die meisten Selbsttötungen werden vorher angekündigt.)
8. In Deutschland sterben mehr Menschen an Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogen und Aids zusammen.
(Kaum zu glauben, aber wahr!) 

Mit diesen in der Bevölkerung am weitesten verbreiteten Vorurteilen über Selbstmord wurde an diesem Abend aufgeräumt.
Besonders ging die Referentin auch auf das selbstverletzende Verhalten des Ritzens bei Jugendlichen ein. Vor allem Mädchen sind es, die sich selbst verneinen, die sich niemandem anvertrauen können. Sie richten ihre Aggressionen gegen sich selbst und erleben in ihrem körperlichen Schmerz beim Ritzen, dass sie „noch da sind“.
Wichtig beim Umgang mit lebensmüden, depressiven, suizidalen Menschen:
Zuhören, nachfragen, Aufmerksamkeit, Geduld und Verständnis schenken!                                             Maria Schwedhelm

 



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