Die Don-Bosco-Schule ist eine Haupt- und Realschule in Trägerschaft des Bistums Hildesheim.

Aktivitäten 2012/2013
Life 2013, Auschwitz

Fahrt gegen das Vergessen und für eine friedvolle Zukunft

„Fragt uns, wir sind die Letzten!“, waren die ersten Worte, die uns Herr Krasnokucki, er ist 88 Jahre alt, sagte. Und wir, eine kleine Gruppe von Don-Bosco-Schülerinnen und Schülern, waren Zeugen seines authentischen Berichts über sein Leben, sein Überleben und seine Botschaft. Hier die Notizen von Henrike und Lara (10 R2) über das Gespräch mit unserem Zeitzeugen:

Am 9.4.2013 hatten wir uns um 16:10 Uhr in einem Konferenzraum zusammen gefunden. Dort trafen wir Herrn Krasnokucki, einen Überlebenden des Holocaust. Herr Ritter begrüßte ihn und dankte ihm dafür, dass er gekommen war, um uns aus seiner Lebensgeschichte zu erzählen.
Herr Krasnukuckis Ziel ist es, das Erlebte an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Der Vortrag stand unter dem Motto: „Hört uns zu, fragt uns, wir sind die Letzten.“

Am Anfang des Vortrags richtete er drei Bitten an uns. Als erstes bat er uns um Verzeihung wegen eventuell auftretender Grammatikfehler. Zweitens betonte er, dass wir die Fragen laut genug stellen sollen, da sein Hörapparat sehr alt sei. Seine dritte Bitte an uns war die Vermeidung der Benutzung der plattdeutschen Sprache.

Herr Krasnukucki erzählte uns von einigen seiner Erlebnisse während der nationalsozialistischen Zeit.

Die wichtigsten Eckdaten dazu:

- Geburt im April 1925
- zwei ältere Brüder
- wohnte in Lotz
- als die Judenverfolgung begann, war er 14 Jahre alt
- Zwangsumsiedlung ins Ghetto (230.000 Juden auf 4 km², keine Hochhäuser)
- das Ziel der Ghettoisierung war die Vernichtung von Juden durch Hunger und Überarbeitung und der daraus folgenden Krankheiten bis zum Tod
- sein Vater verschwand am 31. Januar 1940
- er machte eine Ausbildung zum Elektriker im Ghetto
- Acht-Tage- Ausgehsperre
- Tod der Mutter durch Nahrungsmangel
- im März 1944 wurde er mit drei Kollegen in ein Außenlager von Buchenwald deportiert
- nach fünf Monaten wurden sie ins Hauptlager Buchenwald verlegt
- im Februar begann der Todesmarsch
- er flüchtete durch einen Kanal
- traf einen anderen ehemaligen Häftling im Abwassersystem
- sie trafen Amerikaner, die ihnen halfen

In dem gesamten Vortrag erwähnte Herr Krasnukucki immer wieder, dass er viel Glück hatte, da er Elektriker geworden war.
Er wirkte auf uns wie ein Mann, dessen Wille durch diese schrecklichen Erlebnisse nicht gebrochen wurde. Mit seinen 88 Jahren arbeitet er immer noch und verliert seine Ziele, sich für ein friedvolles Miteinander der Menschen einzusetzen, nicht aus den Augen.
Sein Humor ist ihm, trotz seiner Lebensgeschichte erhalten geblieben.

Wir sind sehr dankbar, dass wir Herrn Krasnukucki treffen durften und somit seine Geschichte und dadurch seine Botschaft weitergeben können.

Weitere Bilder zum Artikel finden Sie in unserer Galerie.


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