Die Don-Bosco-Schule ist eine Haupt- und Realschule in Trägerschaft des Bistums Hildesheim.

Geschichte

Ein persönlicher Rückblick von Burkard Hoffmann auf die Vorgeschichte und die Anfänge unserer Schule.
Dieser Artikel stammt aus dem Jahrbuch 2003/2004


1. Wurzeln

„Nachdem Sie durch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten dem Schulaufsichtskreis Hildesheim-Stadt zugeteilt wurden, weise ich Sie der Volksschule II für Schüler katholischen Bekenntnisses in Hildesheim zu.“ Diese Mitteilung der Schulaufsichtsbehörde erreichte mich gut zwei Wochen nach bestandenem Lehrerexamen im Juli 1963.

Dort sollte also meine erste Lehrerstelle sein, an der Volksschule II für Schüler katholischen Bekenntnisses in Hildesheim. Als Ortskundiger wusste ich natürlich: Das war die „K II“, das große, rote Backsteingebäude am Hohnsen, in dem heute die Fachhochschule untergebracht ist. Dass diese Schule einmal die Keimzelle bzw. die Vorläuferin unserer Don-Bosco-Schule sein würde, konnte damals noch niemand ahnen. Weil das aber so ist, lohnt sich ein Blick in die Chronik der K II. Dieser Blick in die Vergangenheit offenbart nicht nur ein Stück Schulgeschichte, sondern lässt uns vielleicht auch ein wenig bescheidener in unseren gegenwärtigen Ansprüchen oder zumindest zufriedener mit dem heute Erreichten sein.

Am Anfang der Chronik – es ist die Zeit nach dem Ende des 2. Weltkrieges – berichtet der Chronist über die kriegsbedingten Mängel am Schulgebäude und im Schulbetrieb: vom Feuer zerstörte oder von der Militärregierung beschlagnahmte Räume, notdürftig mit Pappe verschlossene Fenster, unzureichendes Schulinventar, Unterrichtsausfall wegen Kohlemangels. Alles in allem ein schwerer Beginn. Über die Geburtsstunde der K II möchte ich den Chronisten selbst sprechen lassen.

„Zu Ostern 1947 erfolgte eine Befragung der Eltern über die Einrichtung von Konfessionsschulen. Mit etwa 55% der Elternschaft wurde der Antrag auf Errichtung der Konfessionsschulen gestellt. Bei der katholischen Elternschaft ergab die Abstimmung etwa 85% (dafür). Nach dieser Abstimmung der Elternschaft wurde zum 28.5.1947 die Errichtung der evangelischen und katholischen Konfessionsschulen durch Verfügung der Regierung in Hildesheim angeordnet. Hiernach waren in der Hohnsenschule 1 drei Schularten untergebracht: die evangelische Volksschule, die katholische Volksschule und die Gemeinschaftsschule. Diese drei Schulen führten fortan die Bezeichnung: E II, K II und G II. Der katholischen Volksschule wurden drei Unterrichtsräume zugewiesen. In diesen Räumen mussten 406 Kinder, Knaben und Mädchen, unterrichtet werden. Es wurden 9 Klassen gebildet, die von 4 Lehrern und 3 Lehrerinnen unterrichtet wurden. Wegen Raummangels musste Kurzunterricht eingeführt werden.“

Was Lehrer und Schüler unter diesen Umständen zu leisten und zu ertragen hatten, erscheint uns heute unvorstellbar: über 60 Schüler in einer Klasse (die Klasse 3c hatte z.B. 69 Kinder), Unterricht in 3 Schichten bis 17.00 Uhr, dazu kam der Mangel an Unterrichtsmaterial wie Hefte, Bücher usw. Die Unterrichtsbedingungen waren allerdings in allen Gemeinden, die vom Krieg betroffen waren, ähnlich. Ich erinnere mich an die eigene Grundschulzeit ab 1947. Zeitweise quetschten wir uns zu dritt in eine Schulbank, zunächst schrieben wir mit Griffeln auf Schiefertafeln, später benutzten wir Federhalter, Schreibfedern und ein Tintenfass; ein Blatt aus dem Zeichenblock musste für sechs oder mehr Zeichnungen ausreichen.

Doch zurück zur K II! Nach und nach verbesserten sich die Unterrichtsbedingungen, allerdings vermeldet der Chronist, dass die Klassenstärke im Schuljahr 1956/57 immer noch bei über 40 lag. So besuchten beispielsweise 45 Kinder die Klasse 1a und 44 Kinder die Klasse 1b. Eines leichten Schmunzelns kann man sich heutzutage nicht erwehren, wenn man sich daran erinnert, dass Mädchen und Jungen ganz sittsam in getrennten Klassen unterrichtet wurden. Ungläubiges Kopfschütteln wird vielleicht auch die Tatsache hervorrufen, dass die Schülerinnen und Schüler sich vor Unterrichtsbeginn klassenweise vor der Schultür aufzustellen hatten, um dort von ihren Lehrern abgeholt und in die Klassenräume geführt zu werden.

Erwähnenswert ist ferner, dass es zu diesem Zeitpunkt nur 8 Schuljahre in der Volksschule gab. Erst ab Ostern 1961 wurde die Schulbesuchszeit um 1 Jahr auf nun 9 Jahre verlängert. Doch es gab weitere Veränderungen in den 60-er Jahren Der Schuljahresbeginn wurde vom 1. April auf den 1. August verlegt, sodass die Schulanfänger nun nicht mehr zu Ostern, sondern nach den Sommerferien eingeschult wurden. Außerdem wurden die E-Schulen mit den G-Schulen zusammengeschlossen. Die einschneidendste Neuerung im Bereich der niedersächsischen Volksschulen erfolgte in den 60-er Jahren durch eine Neufassung des Niedersächsischen Schulgesetzes, wonach eine Aufspaltung der Volksschulen des bisherigen Typs (Klassen 1 – 9) erfolgen sollte, und zwar in Grundschulen (Klassen 1 – 4) und Hauptschulen (Klassen 5 – 9). Die neu zu schaffende Hauptschule sollte durch diese Änderung neben der Realschule und dem Gymnasium in die Gruppe der „weiterführenden Schulen“ rücken.


2. Umwandlung

Bereits seit dem Herbst 1967 befasste sich in Hildesheim ein Arbeitskreis katholischer Fachleute mit der Frage, „wie die katholischen Volksschulen in der Stadt Hildesheim der rasch fortschreitenden Entwicklung angepasst und auf die Erfordernisse der zukünftigen Hauptschule eingestellt werden können“. So jedenfalls hieß es wörtlich in einer schriftlichen Darlegung des erwähnten Arbeitskreises. In diesem Arbeitskreis wirkte auch Herr Wehrmann maßgeblich mit, der im Oktober 1968 die Amtsnachfolge des in Pension gegangenen bisherigen Schulleiters der K II Dr. Dierker antrat.


Dr. Dierker wird verabschiedet


Um die weitere Entwicklung, die letztendlich zur Gründung der Don-Bosco-Schule führte, zu verstehen, muss man sich die damalige Situation der katholischen Volksschulen in Hildesheim vor Augen führen. Neben den Gemeinschaftsschulen gab es sechs katholische Volksschulen in der Trägerschaft der Stadt Hildesheim, nämlich die K I (Moltkestr.), die K II (Hohnsen), die K III (Moritzberg), die K IV (Nordstadt), die K V (Stadtmitte/Pfaffenstieg) und die katholische Volkschule Drispenstedt. Jede dieser sechs Schulen verfügte über die Schuljahrgänge 1 – 9, wobei die Oberstufe aber überall nur einzügig war, d.h. je Jahrgang 5 – 9 war je Schule nur eine Klasse vorhanden.

Es bestand jedoch zwischen dem Arbeitskreis (s.o.), der Bezirksregierung Hildesheim als staatlicher Schulaufsicht, der Stadt Hildesheim als Schulträger und dem Bischöflichen Generalvikariat Einvernehmen darüber, dass für eine effektive Arbeit in einer zukünftigen Hauptschule in der Regel drei Klassen je Jahrgang vorhanden sein sollten. Nur bei einer Dreizügigkeit würde es möglich sein, den für die neue Schulform geplanten Kern- und Kursunterricht, die Leistungs- und Wahlpflichtkurse sowie ein umfangreiches Angebot an Arbeitsgemeinschaften einzurichten. Unter diesen Voraussetzungen bot es sich an, die katholischen Volksschulen so zusammenzufassen, dass aus den sechs einzügigen Oberstufen der katholischen Volksschulen zwei dreizügige katholische Hauptschulen wurden. Als Standorte waren die Stadtmitte und die Marienburger Höhe vorgesehen.


Die Erdarbeiten für den Schulneubau auf der Höhe haben begonnen. Das Bild wurde von der Bromberger Straße aus aufgenommen, die Hochbauten im Hintergrund sind Teile der Pädagogischen Hochschule



Hierzu muss ergänzend eingefügt werden, dass auf der Marienburger Höhe in der Bromberger Straße mit dem Neubau einer Volksschule begonnen wurde. Dieses neue Schulgebäude sollte als Entlastung für die Hohnsenschule dienen. Dort standen nämlich für insgesamt 43 Klassen der K II und G II nur 30 Klassenräume zur Verfügung. Der Raummangel war so groß, dass einige Klassen der K II zeitweise in der Hauptschule Marienburger Höhe/Schillstraße und in der Sonderschule Süd/Lüneburger Straße (heute die Polizei-Fachhochschule) untergebracht werden mussten.

Während der erste Abschnitt der neuen Schule errichtet wurde, in dem heute die Bonifatiusschule zu Hause ist, gab es in der K II personelle Veränderungen. Nach nur 16 Monaten Dauer endete die Amtszeit von Herrn Wehrmann als Schulleiter; er trat eine Stelle als Schulrat in Quakenbrück an. Die Konrektorin Rita Flocken leitete 13 Monate lang die K II, bis Herr Gerhard Schlichting am 1.3.1971 zum neuen Rektor ernannt wurde.



Im Sommer 1971 waren die Bauarbeiten abgeschlossen, sodass am 29.6.1971 die K II mit 12 Klassen und der Verwaltung in das neue Gebäude umziehen konnte. Die Klassen 8 und 9 blieben weiterhin im Gebäude am Hohnsen. Wenn man bedenkt, dass die beschriebenen baulichen und personellen Entwicklungen vor einem Hintergrund liefen, der durch die geplante Umstrukturierung der katholischen Volksschulen gekennzeichnet war, so wird verständlich, dass dies im Schulbereich eine unruhige, ja spannungsgeladene Zeit war.

Die Planer und Vorbereiter des katholischen Schulkonzeptes hatten erhebliche Überzeugungsarbeit in der Öffentlichkeit, besonders auch bei der katholischen Elternschaft, zu leisten, um ihrer Idee eines „katholischen Schulverbundes“ zum Durchbruch zu verhelfen. Immerhin würden sich ja durch die Zusammenlegung der K-Schulen längere Schulwege für die Schülerinnen und Schüler ergeben. Außerdem würde die Einbettung der Schulen in die jeweiligen Kirchengemeinden gelockert oder ganz entfallen. Hinzu kam von Seiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der Vorwurf der Manipulation und Fehlinformation. (Dieser gewerkschaftliche „Gegenwind“ hat sich später, als es um die Einrichtung des Realschulzweigs an der Don-Bosco-Schule ging, noch einmal wiederholt.)

Gleichzeitig mit der Umwandlung der Volksschulen in Grundschulen und Hauptschulen sollte die Trägerschaft der katholischen Hauptschulen von der Stadt Hildesheim auf das Bistum Hildesheim übergehen. Hierzu war die Zustimmung der beteiligten Eltern einzuholen. Auch bei der Lehrerschaft waren Entscheidungen gefragt. Erst einmal ging es für jede Lehrkraft um die Frage, an welcher Schulform – Grundschule oder Hauptschule – jeder einzelne zukünftig unterrichten wollte. Wer sich für die Hauptschule entschieden hatte, musste dann weiter festlegen, ob er an der „Ersatzschule“ (so der Fachausdruck im Niedersächsischen Schulgesetz) in bischöflicher Trägerschaft oder an einer städtischen Schule arbeiten wollte. Im so genannten Schulalltag war von diesen Vorgängen kaum etwas zu spüren, sodass nicht nur eine solide kontinuierliche Unterrichtsarbeit geleistet werden konnte, sondern darüber hinaus die Bereitschaft zur Mitarbeit an neuen pädagogischen Ideen vorhanden war. Als zu Beginn der 70-er Jahre im niedersächsischen Kultusministerium der Schulversuch zur Einführung eines freiwilligen 10. Schuljahrs genehmigt wurde, war für das Kollegium der K II eine Beteiligung an diesem Schulversuch nahezu selbstverständlich.

Im Schuljahr 1973/74 wurden zum ersten Mal an der K II „Vorlaufklassen“ gebildet, d.h. zwei 9. Klassen, in denen die leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler der K II und K V zusammengefasst und ein Schuljahr lang auf den Besuch der 10. Klasse vorbereitet wurden – mit dem Ziel, am Ende des 10. Schuljahrs den Realschulabschluss zu erwerben. Nicht nur dieser Zuwachs an Schülern, sondern viel mehr noch das Fehlen jeglicher Fachräume sowie die weiterhin bestehende Auslagerung von Klassen in der Hohnsenschule machten es erforderlich, die Erweiterung des Schulgebäudes durch den 2. Bauabschnitt voranzutreiben. In diesem Erweiterungsbau wurden mit Blick auf die bevorstehende Trennung der Volksschule in Grund- und Hauptschule außer den dringend benötigten Fachräumen (Küche, Werkraum, Textilraum, Biologie-, Chemie-, Physikraum) auch Verwaltungsräume eingerichtet. Gegen Ende der Bauarbeiten – um es genau zu sagen: am 10.5.1974 – kam es zwischen der Stadt Hildesheim und dem Bischöflichen Generalvikariat zur Unterzeichnung eines Vertrages, der als Geburtsstunde der Don-Bosco-Schule angesehen werden kann. In dem Vertrag wurde vereinbart, dass zum 1.8.1974, dem Zeitpunkt der Trennung der Volksschule II für Schüler katholischen Bekenntnisses in eine Grundschule und eine Hauptschule, eben diese Hauptschule in die Trägerschaft des Bistums Hildesheim übergehen sollte.

Am 29.5.1974 beriet die Gesamtkonferenz über den Namen der zukünftigen Hauptschule. In den Wochen zuvor war Gelegenheit gegeben worden, Namensvorschläge einzureichen. Vier Vorschläge lagen schließlich vor:

Don Bosco,

Thomas Morus,

Franziskus,

Maximilian Kolbe.


Die Konferenzteilnehmer entschieden sich mit deutlicher Mehrheit für Don Bosco als Namensgeber unserer Schule.


Der Anbau vom Schulhof aus gesehen



Am 29.6.1974 war der 2. Bauabschnitt fertig gestellt und wurde im Rahmen eines Schulfestes seiner Bestimmung übergeben. „Das Wandern der K II hat ein Ende“, berichtete die Hildesheimer Allgemeine Zeitung und rief mit dieser Überschrift noch einmal den wenig schönen Zustand des Hin-und-Her-Pendelns der Klassen zwischen Hohnsen, Schillstraße (Gemeinschaftsschule Marienburger Höhe) und Lüneburger Straße (Sonderschule Süd) ins Gedächtnis.

Als wenige Wochen später das Schuljahr 1973/74 zu Ende ging, war es auch mit der Existenz der K II vorbei. Statt dessen gab es nun ab dem Schuljahr 1974/75 in der Bromberger Straße eine katholische Grundschule in der Trägerschaft der Stadt Hildesheim und die Don-Bosco-Schule als freie Hauptschule in der Trägerschaft des Bistums Hildesheim.

3. Aufbruch

Von den zuletzt 31 Kolleginnen und Kollegen der K II hatten sich 15 aus dem Dienst des Landes Niedersachsen beurlauben lassen, um ab dem 1.8.1974 in der Don-Bosco-Schule zu unterrichten. Es waren: Rektor Gerhard Schlichting, Harry-Günter Beck, Dorothee Bitter, Alwin Flügel, Margarethe Göstemeyer, Gerd-Joachim Hecht, Jens Hegemann, Burkard Hoffmann, Christa Klink, Heinrich Klink, Magdalena Ostmeyer (heute: Eggers), Colette Rafajac, Eva-Maria Volkmann, Brigitte Wenzel und Rosa Zlotos.

Die neu gegründete katholische Hauptschule hatte zu Beginn des Schuljahrs 1974/75 insgesamt 441 Schülerinnen und Schüler in 15 Klassen. Um eine ausreichende Unterrichtsvorsorgung sicher zu stellen, wurden weitere Lehrkräfte z.T. als Beamte, z.T. als Angestellte eingestellt, nämlich Josef Barlage, Regina Drobner, Gabriele Grunwald, Gerhard Kahlig, Renate Lassalle, Annegret Maaß, Gabriele Paschek, Ruth Schlichting, Klaus Schöne und Klaus-Michael Solf.

Diese neu zusammengesetzte Mannschaft sollte nun verwirklichen, was kluge Köpfe in jahrelanger Arbeit gedanklich vorbereitet und zu Papier gebracht hatten. So war beispielsweise im August 1993 vom Bischof Heinrich Maria Janssen die „Rahmenschulordnung für die Hauptschulen in der Trägerschaft der Diözese Hildesheim“ in Kraft gesetzt worden. Dort konnte man über die Zielsetzung und Aufgaben unserer Schule u.a. lesen:

„Die katholischen Schulen der Diözese Hildesheim sind ein  freies Angebot für Kinder und Jugendliche, deren Eltern eine im christlichen Glauben wurzelnde Alternative zum Erziehungsverständnis staatlicher Schulen suchen. … Sie vermitteln dem jungen Menschen religiöses Wissen und die sich aus dem Glauben ergebenden Wertvorstellungen.“ Nach dem Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Ordnung unseres Rechtsstaats folgte dann weiter der Aufruf, die jungen Menschen zu befähigen, „im gesellschaftlichen Leben soziale und politische Verantwortung zum übernehmen und die gesellschaftliche Wirklichkeit unter dem Aspekt der Sachgerechtigkeit und ethischer Normen zu bewältigen“.

Es gab also durchaus Vorstellungen darüber, wie eine gute katholische Schule auszusehen bzw. was sie zu leisten hatte, und als Kollegium fühlten wir uns von Anfang an verpflichtet, das Schulleben nach christlichen Wertmaßstäben zu gestalten. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb bewegte uns immer wieder die Frage, wie denn vorzugehen sei oder was konkret zu tun sei, um den in der Rahmenschulordnung beschriebenen Zielen näher zu kommen.

Eine Hilfestellung bei unserem Bemühen brachte die erste Klausurtagung des Kollegiums, die gemeinsam mit Professor Dr. Karl Gerd Pöppel von der Pädagogischen Hochschule Hildesheim (heute: Universität) im November 1974 im Haus Röderhof stattfand. (An dieser Tagung nahm damals auch schon Dieter Hintz teil, der bei Professor Pöppel studiert hatte und vom Februar 1975 an als Kollege an die Don-Bosco-Schule kommen sollte. Er blieb dann 5 Jahre als Lehrer bei uns und kam 15 Jahre später nach zwei „Umwegtätigkeiten“ an der Universität Hildesheim und im Ausbildungsseminar Hildesheim im Jahr 1995 als Schulleiter an „seine“ Schule zurück.) Ein Ergebnis der dort geführten Diskussion über die Frage, was denn eine christliche Schule kennzeichnet, war z.B. der Vorsatz, die personale Begegnung zwischen Lehrern und Schülern zu intensivieren. Als Kollegium nahmen wir uns vor, im Geiste Don Boscos stets offen zu sein für die Anliegen unserer Schülerinnen und Schüler, um eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens zu schaffen.

Greifbares Ergebnis dieses Vorsatzes war u.a. die Einrichtung des Freizeitnachmittags; hier sollte sowohl die Möglichkeit zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung als auch Gelegenheit zur Begegnung außerhalb des Unterrichts angeboten werden. Am 27.11.1974 wurde der erste Freizeitnachmittag durchgeführt. Die u.a. auch in dieser Aktion deutlich werdende Bereitschaft des Kollegiums, sich über das bloße Unterrichten hinaus in der Schule zu engagieren, d.h. zusätzlich Zeit und Kraft zu investieren, war symptomatisch für die Grundhaltung in jenen Tagen.

Heute leben und wirken andere Akteure als vor dreißig Jahren. Die Schülerinnen und Schüler, die vor 30 Jahren die Don-Bosco-Schule besuchten, schicken inzwischen ihre Kinder in unsere Schule. Dem Schulleiter Gerhard Schlichting folgten die Rektoren Winfried Haller, Heinrich Klink und Dr. Dieter Hintz und von den anfangs tätigen Lehrkräften ist nur noch eine Kollegin im Amt. Trotz dieser Veränderungen in den vergangenen 30 Jahren zeigen die vielen Aktivitäten, Projekte, Unternehmungen, Veranstaltungen und Entwicklungen, dass hier immer Menschen tätig waren und tätig sind, denen das Schicksal unserer Schule sehr am Herzen liegt.

So scheinen sich eine Bitte und ein Wunsch erfüllt zu haben, die Professor Pöppel dem Kollegium in der ersten Klausurtagung mit auf den Weg gab: „Ich bitte bei der Diskussion der besonderen Kennzeichnung unserer Schule jede aufgegriffene Frage bis in die zu realisierenden Details zu verfolgen. Das wird den Wust der Fragen heilsam reduzieren und uns andererseits vom bloß guten Willen befreien. Ich wünsche Ihren Beratungen über die Don-Bosco-Schule ein gutes Maß distanzierter Kritik und nüchternen Kalküls im Geist des Rates, der Wissenschaft und der Stärke.“  



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