Die Don-Bosco-Schule ist eine Haupt- und Realschule in Trägerschaft des Bistums Hildesheim.

Profil Berta

Berta (Betriebserkundungstage)

Informationen zu den  Betriebserkundungstagen

Als Don-Bosco-Schule, deren Namensgeber vor allem benachteiligte Kinder und Jugendliche beherbergte und ausbildete, heißt unser Auftrag:

Fördern und Fordern unserer Hauptschülerinnen und -schüler. Wir wollen die Mädchen und Jungen für das Leben in der Gesellschaft und für den Beruf stärken. Unser pädagogisches Ziel ist die Ausbildungsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu erreichen. 

Das Fundament unserer Arbeit im Hauptschulzweig besteht aus drei Lernbereichen: Allgemeinwissen, Persönlichkeitsbildung, Berufsorientierung. 

Der Lernbereich „Berufsorientierung" an der Don-Bosco-Schule besteht aus den folgenden sich ergänzenden und ineinander greifenden Bausteinen:


•  Sozialtraining in Klasse 5 und 6 mit der Schulsozialpädagogin
•  Fach Wirtschaft ab Klasse 7
•  Fähigkeitenparcours Klasse 7, 2. Halbjahr
• 
Betriebserkundungstage (Berta) in Klasse 8, 2. Halbjahr
•  Bewerbungstraining intern und mit externen Kooperationspartnern
•  Dreiwöchiges Berufspraktikum in Klasse 9
• 
Einwöchiges Berufsschulpraktikum
•  Persönliche Berufsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit
•  Zweiwöchiges Berufspraktikum in Klasse 10
•  Tage religiöser Orientierung mit spirituellen, persönlichkeitsstärkenden Impulsen, Imageberatung, Bewerbungstraining
•  Begleitung, Beratung und Vermittlung durch die Schulsozialpädagogin



Im Jahr 2002 konzipierte und organisierte die Don-Bosco-Schule Betriebserkundungstage (BERTA) und integrierte sie in die schulischen Abläufe des Hauptschulzweiges. Ausgangssituation:

•  Schülerinnen und Schüler aus zum Teil instabilen oder vernachlässigten familiären Zusammenhängen mit teilweise wenig Lern- und Lebensmotivation und vielen schulischen Frusterfahrungen
•  keine oder unrealistische Berufsvorstellungen und -ziele durch Jugendsendungen, die mehr auf einen Job statt auf eine berufliche Ausbildung zielen
•  hohe Abbrecherquote von Auszubildenden im Landkreis Hildesheim

Ziel: Die Schülerinnen sollen durch die Betriebserkundungstage frühzeitig eigene Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln und sich durch intensivere Berufsbezogenheit des Lernens realistische Vorstellungen von Berufsbildern machen können. Dieses ist neben der fachlichen Qualifikation und der Förderung der Persönlichkeit ein entscheidender Parameter zur Erlangung der Ausbildungsfähigkeit.

Durchführung: In Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld konnte folgendes Konzept realisiert werden:

Die Durchführung der Betriebserkundungstage geschieht im 2. Schulhalbjahr der 8. Klasse. Hier verbringen die Schülerinnen und Schüler einen Tag pro Woche in einem Betrieb (jeden Mittwoch). Sie suchen sich, je nach Neigung, aus einem Angebot zwei mögliche Betriebe aus. Nach der Hälfte der Zeit (Osterferien) wird der Betrieb gewechselt. Für die Zeitspanne vor den Osterferien stehen zunächst die Einblicke in einen Betrieb unter den Gesichtspunkten der Berufsfindung. Die Betriebswahl für die zweite Zeitspanne nach den Osterferien ist dann stärker bestimmt von Überlegungen zur Konkretisierung des angestrebten Ausbildungsberufs.

In den beiden Phasen gewinnen die Schülerinnen und Schüler Erkenntnisse beispielsweise zu Arbeitsbedingungen, Produktionsabläufen, Vertrieb, Zulieferern, Kundenbetreuung, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und erhalten ebenso wichtige (korrigierende wie fördernde) Rückmeldungen zu  ihrer  Person  -  beispielsweise  zu Umgangsformen,  Freundlichkeit, Kleidung, Auftreten, Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit.

Ein fruchtbarer Nebeneffekt der Betriebserkundungstage für den schulischen Unterricht ist die Tatsache, dass die Schülerinnen und Schüler in den Betrieben die Relevanz der Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Informatik erkennen und diese Fächer ernster nehmen.

Der Stundenplan weist im 2. Halbjahr der Klasse 8 am Betriebserkundungstag schwerpunktmäßig die Fächer des Fachbereichs Arbeit, Wirtschaft, Technik aus. Ein Unterrichtsausfall für die weiteren Schulfächer entsteht somit nicht.

Die Betriebserkundungstage zeigen, dass die zukünftigen Auszubildenden durch dieses von rund 50 Betrieben verschiedener Branchen mitgetragene Angebot - zum großen Teil aus der Kreishandwerkerschaft - ihre Berufsvorstellungen konkretisieren können und wertvolle Schritte auf dem Weg zu einer qualifizierten Berufsfindung gehen. Zum Teil haben sich in der Zwischenzeit aus den Kontakten der Betriebserkundungstage Ausbildungsverhältnisse ergeben. Lehrlinge mit konkreten, geerdeten Vorstellungen brechen eine Berufsausbildung in geringerer Anzahl ab.

Die Betriebserkundungstage sind dem dreiwöchigen Berufspraktikum vorgeschaltet, welches dann im 1. Schulhalbjahr der Klasse 9 durchgeführt wird. Weitere Besuche im BIZ, die Berufsberatung in der Schule, die Teilnahme an den Berufsfindungstagen der Handwerkskammer, sowie ein zweiwöchiges Berufspraktikum in der freiwilligen 10. Klasse runden unser Angebot für die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler in unserem Hauptschulzweig ab. Die durch die Landesregierung finanzierte Arbeit unserer Schulsozialpädagogin ermöglicht in den verschiedenen Jahrgangsstufen individuelle Begleitung unserer Schülerinnen auf dem Weg zur persönlichen Berufsfindung und bei ihrem Übergang von der Schule in den Beruf.

Dieses von der Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld in Kooperation mit getragene Projekt wurde an vielen Stellen gelobt und von der Landesregierung mit der Verleihung derGoldene Treppe 2002" - für außergewöhnliche Initiativen und besonderes Engagement für Ausbildung in Niedersachsen - gewürdigt.

Seit zwei Jahren empfiehlt das Kultusministerium landesweit ein vergleichbares Beruforientierungsmodell für die Klassen 8 und 9 der Hauptschulen Niedersachsens, welches ab dem Schuljahr 2005/2006 verpflichtend ist.



Ziel und Aufgabe der Betriebserkundungstage

Warum gehen Schülerinnen und Schüler in die Betriebe?
- In den Erkundungstagen erhalten die Schülerinnen und Schüler einen ersten Einblick in die Wirklichkeit der Arbeitswelt.
- Die Schülerinnen und Schüler können sich in Teilbereichen mit der Berufswelt auseinander setzen.
- Die Erkundungstage vermitteln Hilfen für die Berufsorientierung.
- Während der Erkundungstage können die Schülerinnen und Schüler ihre Vorstellungen und Erwartungen überprüfen und Kenntnisse und Einsichten erwerben, die ihnen bei der Beurteilung von technischen, wirtschaftlichen, sozialen und beruflichen Fragen und Problemen helfen.

Welche Aufgabe haben die Betriebserkundungstage im einzelnen?
Die Schülerinnen und Schüler werden auf die Arbeitswelt vorbereitet, indem sie
- sich ihrer Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst werden;
- einige Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine qualifizierte berufliche Aus- und Fortbildung kennen lernen.

Die Schülerinnen und Schüler lernen den Betrieb als eine Einrichtung kennen,
- die die Aufgabe hat, Sachgüter und Dienstleistungen bereitzustellen;
- in der betriebliche Leistungen das Ergebnis des Zusammenwirkens von Menschen, Maschinen und Materialien sind;
- in der unternehmerische Entscheidungen von technischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Einflussgrößen abhängig sind.

Die Schülerinnen und Schüler erleben die Situation der arbeitenden Menschen im Betrieb und erkennen dabei,
- dass fast jede Tätigkeit die Zusammenarbeit mit anderen Menschen erfordert,
- dass die/der einzelne in eine betriebliche Ordnung eingebunden ist.

Welche Vorschriften sind einzuhalten?
Die Schülerinnen und Schüler unterliegen während der Betriebserkundungstage der Betriebsordnung. Sie sind verpflichtet,
- sich mit den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften des Betriebes vertraut zu machen,
- Schule und Betrieb bei Krankheit zu benachrichtigen,
- den Weisungen der Betriebsbeauftragten Folge zu leisten.

Sind die Schülerinnen und Schüler während der Betriebserkundungstage versichert?
Der Versicherungsschutz bei Unfall- und Haftpflichtfällen ist durch Erlass des Niedersächsischen Kultusministers vom 04.08.2004 geregelt (Schulverwaltungsblatt 09/2004, S. 394 f., geändert durch RdErl. d. MK vom 07.02.2006 - 32 - 81431 (SVBl. 3/2006) - Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen).
Bei Unfällen sind der Betriebsleiter, die Eltern und die Schule umgehend zu benachrichtigen.


Ablauforganisation der Betriebserkundungstage

Anfang 8. Klasse Vorbereitung von Berta im Unterricht
Dazu Verteilung der Vordrucke (Arbeitsblätter) an die Lehrkräfte
Mitte Oktober Anfrage an Betriebe zwecks Teilnahme
bis Mitte November Rückmeldung der Betriebe
Anfang/Mitte Dezember Einladung an Kreishandwerkerschaft und weitere Teilnehmer zwecks Absprachen
Mitte Dezember Berta-Elterninformationsabend
Aufteilung der Schüler für den 1. Durchgang, zum Teil auch für den 2. Durchgang
Anfang Januar Verteilung des Elterninformationsbriefs
Meldung beim Gesundheitsamt mit Belehrung für 1. und 2. Durchgang
Mitte Januar Einladung von Vertretern der Kreishandwerkerschaft zu einem Vorbereitungsgespräch in den Klassen
Brief an die Betriebe mit Schülernamen des 1. Durchgangs
Vorstellung und Absprachen der Schüler in und mit den Betrieben
Verteilung der Erkundungsmappen
Berta-Team-Besprechung der Klassen- und Fachlehrkräfte zwecks Absprache der Betriebsbesuche
Anfang Februar Beginn 1. Durchgang
Anfang März Aufteilung der Schüler für den 2. Durchgang (soweit noch nicht geschehen)
Vor den Osterfeien Abgabe der Erkundungsmappen 1. Durchgang
Verteilung der Erkundungsmappen 2. Durchgang
Beginn der Osterferien Brief an Betriebe mit Schülernamen 2. Durchgang
In den Osterferien Vorstellung und Absprachen der Schüler in den Betrieben
Nach den Osterferien Beginn 2. Durchgang
  Evtl. Foto-, Pressetermin mit Kreishandwerksvertreter in einem Betrieb
Vor den Sommerferien Abgabe der Schülermappen 2. Durchgang
Dankesbriefe an die Betriebe
Auswertungsgespräch mit Vertretern der Kreishandwerkerschaft


Evaluationen zu den Betriebserkundungstagen (BERTA) der Don-Bosco-Schule in Hildesheim

Schülerevaluation Unternehmensevaluation
Institut für Betriebswirtschaft
Betreuung: Dr. Ingrid Otto

Evaluationsteam:
Jens Büsel
Merle Haußmann
Christine Kothe
Nadine Garbe
Katja Koch
Simone Metje
Michael Rathmann 

31. Januar 2004

Institut für Betriebswirtschaft
Betreuung: Prof. Dr. Ilona Ebbers

Evaluationsteam:
Claudia Grande
Stefan Zimmer
Xenia Wissel
Claudia Gassmann
Patrick Rühmkorb

20. September 2005

 

Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Allgemeine Angaben
3. Allgemeine Fragen zu den Betrieben
4. Betreuung durch Lehrer und Betriebe (Frage 5, 9, 15, 21, 22)
5. Erfahrungen/Einstellungen allgemein (Frage 6, 8, 10, 11, 12, 16, 19, 20)
6. Konflikte (Frage 13 mit Unterfragen)
7. Tätigkeiten (Frage 17, 18)
8. Offene Fragen (Frage 23, 24)
9. Stellungnahme
10. Anhang 
Inhaltsverzeichnis:
1.    Einleitung
2.    Hintergrundinformationen zur Fragestellung des Fragebogens
3.    Auswertung des Fragebogens
3.1. Allgemeine Fragen/Angaben zu den Betrieben
3.2. Betreuung durch Lehrer und Betriebe/Tätigkeiten
3.3. Erfahrungen/Einstellungen allgemein, Konflikte
4.    Stellungnahme
5.    Schlussbetrachtung
6.    Anhang
Den vollständigen Text der Schülerevaluation gibt es hier als PDF-Datei (ca. 524 KB) Den vollständigen Text der Unternehmensevaluation gibt es hier als PDF-Datei (ca. 151 KB)


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