Englisch in der Grundschule
Cards

1. Begründungszusammenhang
  1.1 Bild- und Wortkarten im Englischunterricht
  1.2 Methodische Überlegungen
2. Unterrichtsbeispiele
  2.1 Flowerpower
  2.2 Newspaper Sumo
  2.3 Months and Seasons
3. Arbeitsanweisung
4. Literatur

  

 1. Begründungszusammenhang

1.1 Bild- und Wortkarten im Englischunterricht

Den Schwerpunkt dieser Lektion bildet der Einsatz von Bildkarten (picture cards), Wortkarten (word cards) und „Blitzkarten“ (flash cards) im Englischunterricht der Grundschule.

Durch den Einsatz von Bild- und/oder Wortkarten werden insbesondere die Kompetenzbereiche Hör- und Hör-/Sehverstehen sowie Sprechen initiiert und erweitert. Die Kompetenz Lesen wird durch den Einsatz von Wortkarten berücksichtigt, das Erlesen spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Die sprachlichen Mittel wie Wortschatz, Aussprache, Intonation und unbewusst auch die Grammatik stehen im Mittelpunkt und sind bedeutsam für das Gelingen weitgehend störungsfreier Kommunikation. Die Schülerinnen und Schüler können an den Erwerb von Arbeitstechniken zur Wortschatzerschließung herangeführt werden (Nachschlagen von Wörtern in Bild-Wörterbüchern, Archivieren von Lernmaterialien im "Treasure Book").

Bilder transportieren neben dem Bedeutungsgehalt des Wortes kulturelle Hintergründe und Besonderheiten, können Traditionen abbilden und ebenso Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Kulturen aufzeigen. Bilder bzw. Bildkarten tragen so entscheidend zur Aubildung interkultureller Kompetenzen bei (vgl. Kerncurriculum, Kapitel 4.2).

Exkurs

Im Sinne des „ganzheitlichen Lernens“ versuchen wir im Englischunterricht, die gesprochenen englischen Lernwörter mit verschiedenen Sinneseindrücken zu verknüpfen. Dieses passiert unter anderem auf

1. akustischer Ebene:

  • Das Lernwort wird beispielsweise in Verbindung mit einem Geräusch eingeführt oder geübt (plane – Flugzeuggeräusch von CD)

2. spielerisch – haptischer Ebene:

  • Die Kinder spielen Alltagsszenen mit Realgegenständen unter Gebrauch der Lernwörter (Rollenspiel in englischer Sprache, z. B. Einkauf am Gemüsestand) oder

  • durch Bewegungslieder und action stories.


3. visueller Ebene:

  • Das neue Lernwort wird zusammen mit einem optischen Eindruck (Bild, Realgegenstand) eingeführt bzw. geübt.

Der Gebrauch von Bild- und Wortkarten kann und soll, wie der Exkurs zeigt, niemals die Arbeit auf den nicht-visuellen Ebenen ersetzen. Der Einsatz der Karten bietet jedoch vielfältige Möglichkeiten der Vermittlung von Fremdsprache.

1.2 Methodische Überlegungen

Am folgenden Beispiel zur Einführung der Farbbezeichnungen „yellow", „red", „blue", „pink" und „green" werden Hinweise zum praktischen Einsatz von picture cards, word cards und flash cards gegeben.

1. Schritt:

(Einführung)

Die Lehrkraft heftet eine picture card (z. B. gelbe Fläche) an die Tafel und spricht das Lernwort „yellow“ deutlich vor. Die Kinder sprechen nach. Das Vorsprechen und Nachsprechen wird mehrfach wiederholt. Zur Abwechslung können auch einzelne Kindergruppen ausgewählt werden („just the girls", „the children with blue jeans", ...), die das vorgesprochene Lernwort wiederholen. Schritt 1 wird mit jeder Farbe wiederholt.

Während die ausgewählte Gruppe laut nachspricht, können die anderen Kinder das Lernwort lautlos, d.h. nur mit Lippenbewegung mitsprechen. So sind alle aktiv und die Lehrkraft kann sich gleichzeitig auf die ausgewählte Gruppe konzentrieren.

2. Schritt:

(Übung und Einführung des Schriftbildes)

Eine picture card wird von der Lehrkraft wortlos an die Tafel geheftet. Die Kinder nennen das Lernwort. Bei unkorrekter Aussprache spricht die Lehrkraft vor, die Kinder wiederholen. Wenn - abhängig von der Lerngruppe nach ein bis zwei Unterrichtsstunden - Aussprache und Bedeutung des Lernwortes gesichert sind, wird die erste word card unter der zugehörigen picture card befestigt.

Da den Kindern die korrekte Aussprache des Wortes bereits bekannt ist, geraten sie nicht in den Konflikt, das geschriebene Wort „deutsch“ zu lesen: Sie wissen bereits durch das Vorsprechen und Nachsprechen, dass der Anfangsbuchstabe wie „j“ gesprochen wird und das „w“ am Ende des Wortes beim Sprechen wegfällt. Nun können die Kinder das Wort erkennen. Je nach Leistungsvermögen kann so für jede Farbe die entsprechende word card eingeführt werden.

   

Hinweis: Zeigen Sie die neue Wortkarte nur für einen kurzen Moment, so dass die Kinder lediglich das Wortbild erkennen, ohne die Zeit zu haben, es Buchstabe für Buchstabe zu „erlesen“.

Tafelbild:

 

Exkurs

"Die Kompetenz des Schreibens wird in der Grundschule lediglich angebahnt. Die Schülerinnen und Schüler schreiben nur nach Vorlage und äußern sich schriftlich noch nicht produktiv."
(Kerncurriculum, Seite 9)

Ein Problem besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für die Einführung des Lernwortes in Schriftform zu finden:

  • Ist die Aussprache des Lernwortes noch nicht sicher, sollte auf das englische Schriftbild vorerst verzichtet werden. Ansonsten könnten Grundschulkinder, die ja gerade erst das Lesen erlernt haben, das englische Wort „deutsch“ erlesen: „yellow“ würde wie „jelloff“ oder "jellohf“ ausgesprochen werden.

  • Wird die Schreibung des Lernwortes zu spät eingeführt, verfestigt sich bei einigen Kindern eine individuelle Vorstellung vom Schriftbild, die nur selten mit der tatsächlichen Schreibweise übereinstimmt.

3. Schritt:

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, anhand von picture cards, word cards und flash cards Lernwörter zu üben bzw. zu festigen. An dieser Stelle seien drei Varianten vorgestellt.

Variante 1 - KIM-Spiel:

Die Lehrkraft erteilt die Anweisung: „Close your eyes, please.“ Die Kinder schließen die Augen. Nun wird eine Karte aus der Bildkartenreihe entfernt. Mit „Open your eyes, please.“ werden die Kinder aufgefordert, ihre Augen zu öffnen. Die Lehrkraft fragt: „What's missing?“ Das Kind, welches die Frage korrekt beantwortet, übernimmt in der nächsten Runde die Rolle der Lehrkraft.

Tafelbild:

Variante 2:

Die Kinder werden aufgefordert, ihre Augen zu schließen. Die Lehrkraft vertauscht zwei oder mehrere Bilder. Nun öffnen die Kinder die Augen. Wer die vertauschten Farben benennen kann, übernimmt in der nächsten Runde die Rolle der Lehrkraft.

Tafelbild:

Variante 3 - Flashing:

Durch den Einsatz von flash cards kommt die Zeitdimension zum Tragen. Wie der Kartenname bereits andeutet, lässt die Lehrkraft eine Wort- oder Bildkarte „blitzartig“ erscheinen und ebenso schnell wieder verschwinden. Wer das Lernwort trotz der Kürze der Zeit erkannt hat, meldet sich. Bei richtiger Antwort übernimmt das Kind die Rolle des Spielleiters.

  2. Unterrichtsbeispiele

2.1 Flowerpower

Auf jede Tafelhälfte wird je ein Blumenstängel mit zwei Blättern sowie das Innere einer Blüte gemalt. Die Kinder stellen sich hintereinander in zwei Gruppen jeweils vor ihrer Blume auf. Jeweils der/die Erste jeder Gruppe muss möglichst schnell das gesuchte Lernwort nennen, wenn die Lehrkraft eine Bildkarte hochhält. Die Gruppe des Kindes, welches als Erstes das Lernwort genannt hatte, erhält ein Blütenblatt (mit Kreide an der Tafel). Jetzt gehen die vorderen Kinder beider Gruppen ans Ende ihrer Reihe. Dieses Spiel wird fortgesetzt, bis eine der beiden Blumen vervollständigt ist.

2.2 Newspaper Sumo

Ein großer Zeitungsbogen wird auf den Fußboden gelegt. Auf jede Schmalseite stellt sich ein Kind (Rücken an Rücken). Die Kinder schauen seitlich zu der Person, die eine Bildkarte hochhält. Wer beim Zeigen der Bildkarte als Erster das Lernwort nennt, darf einen winzigen Schritt (Fuß an Fuß) nach hinten gehen. Irgendwann berühren sich die Kontrahenten und versuchen, den jeweiligen „Gegner“ vom Zeitungsbogen zu schieben. Wer zuerst den „Ring“ verlässt, hat verloren. Variante: Wer beim Schieben zuerst einen Fuß bewegt, hat verloren.

2.3 Months and Seasons

Thema

Months and Seasons

Klasse

4

Voraussetzungen

Die Monatsnamen waren bereits eingeführt.

Hauptziel

Die Kinder sollen die Monatsnamen wiederholen und die Namen der vier Jahreszeiten kennen lernen.

Teilziele

Die Schüler und Schülerinnen sollen in spielerischer Form die Monatsnamen üben und dabei ein neues Spiel erlernen, die Namen der Jahreszeiten kennen lernen und Monatsnamen den Jahreszeiten zuordnen können.

 

Zeit/Phase

Lernsituation

Medien/Sozialform

warming up

„Bearhunt“ (oder gemeinsames Lied...)

Stehkreis

Hinführung
Anknüpfung

L.: „ We're going to play a new game! Let's have a look at the blackboard! “
L. befestigt eine Bildkarte an die Tafel. Kinder rätseln.


Frontal, Tafel, Bildkarten

 

Danach folgt eine weitere Karte.
S. äußern sich und erraten die Bedeutung dieser Karten.
Die Reihe wird bis December fortgeführt. Dann werden Wortkarten unter den entsprechenden Bildkarten befestigt.
Alle Monatsnamen werden gemeinsam gelesen.

U-Gespräch
Wortkarten

Übung

Tafel wird zugeklappt. Dann wird die Spielregel von
„Flowerpower“ erklärt und ein „Probedurchlauf“
gestartet. Zwei Gruppen werden gebildet und das Spiel beginnt.
Es werden dafür die Bildkarten der Monate genutzt.

Bildkarten
Tafel
S-Aktivität

Erarbeitung

Bildkarten werden zu„winter“ an der Tafel/Boden zusammengesetzt.
Eine Handpuppe erzählt, was sie auf den Bildern sieht. Spring, summer, autumn folgen. Kinder werden einbezogen.
Die Namen der Jahreszeiten werden gemeinsam mehrmals gesprochen.

Bildkarten, Tafel
oder Fußboden
Monolog/Dialog
Handpuppe

 

Dann werden die Monatsnamen (Wortkarten) den Bildkarten unter Vorlesen/Sprechen zugeordnet.


Bild-/Wortkarten

 

Eventuelle Fragen zur Zuordnung der Monate (Überschneidungen) werden besprochen. Neue Wortkarten werden eingeführt (winter...)
und mehrfach gemeinsam gelesen. Evtl. Vertiefung/Wdh.

U-Gespräch
Wortkarten 2

Abschluss

Jedes Kind nennt seinen Geburtsmonat und die Jahreszeit

U-Gespräch

 
Bildkarten zum Thema "Months and Seasons"

3. Arbeitsanweisung

  • Wählen Sie sich eine Geschichte aus und beschreiben Sie, wie Sie unbekannte Vokabeln mit Hilfe von picture cards einführen (Vorentlasten).

  • Führen Sie eine Geschichte mit Hilfe von picture cards und word cards ein. Stellen Sie den Stundenverlauf ins Netz.

  • Finden Sie noch mindestens eine weitere Möglichkeit, word cards, picture cards und flash cards zu Festigungszwecken spielerisch zu nutzen. Stellen Sie die Spielbeschreibung ins Netz.

  4. Literatur

'Bildimpulse und Sprache im Fremdsprachenunterricht der Grundschule'
von H.-E. Piepho in dem Buch
'Fremdsprachen in der Grundschule' von Bleyl, S.81-83


© NiLS, 2003

Stand: 04.09.2007