Englisch in der Grundschule
Interkulturelles Lernen

1 Begründungszusammenhang
  1.1 Interkulturelles Lernen - warum?
  1.2 Unterrichtsbeispiel
  1.3 Anregungen für den Unterricht
2 Arbeitsauftrag
3 Literatur

"All people are the same.
It is only their habits
that are different“

(Confucius)

  1. Begründungszusammenhang

Interkulturelle Kompetenz umfasst mehr als Wissen und mehr als eine Technik. Sie beinhaltet auch und vor allem Haltungen, die ihren Ausdruck im Denken, Fühlen, Handeln und ihre Verankerung in entsprechenden Lebenserfahrungen und ethischen Prinzipien haben.
(Kerncurriculum, Seite 15)

1.1 Interkulturelles Lernen - warum?

Die Globalisierung macht auf vielerlei Weise auch vor unseren Kinderzimmern nicht halt.
Mal abgesehen von politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen begegnen viele Kinder "der Welt" jeden Tag in der Schule - durch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, die oder deren Eltern aus vielerlei Gründen ihr Heimatland verlassen haben, um hier bei uns zu leben.

Unsere Gesellschaft wird zunehmend von vielen verschiedenen Kulturen geprägt und beeinflusst.
Um so wichtiger ist es, so früh wie möglich mit den Kindern Strategien und Herangehensweisen zu entwickeln, die ein möglichst friedliches Miteinander ermöglichen.

Grundlegend sollte dabei das Bemühen um die Vermittlung bestimmter Wertvorstellungen sein, wie die bereits im Grundgesetz deutlich werdende Grundhaltung:

GG Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. ...

GG Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(3) Niemand darf wegen ... seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

1.2 Konkretisierung der Ziele

Aufbauend auf die im Grundgesetzt genannten Werte erstreckt sich der das Interkulturelle Lernen im frühen Fremdsprachenunterricht auf folgende Bereiche:

  • Kulturelle Hintergründe und Traditionen
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Kulturen
  • Sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas und der Welt
  • Kulturelle Gebundenheit von Intonation, Gestik und Mimik
    (Kerncurriculum, Seite 16)

1.3 Anregungen für den Unterricht

Mögliche Inhalte in der GS:

  • Kennen lernen wesentlicher Merkmale der eigenen und fremder Kulturen
  • Bewusst machen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden
  • Entstehung und Bedeutung von Vorurteilen
  • Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Didaktisch - methodische Umsetzung:

  • Fächerübergreifendes Arbeiten, z. B. in Projekten
  • Handelndes Lernen mit allen Sinnen
  • Öffnung der Schule
  • Ggf. Einbeziehung der Mehrsprachigkeit einzelner Kinder.

  2. Arbeitsanweisung

  1. Beschreiben Sie Unterrichtssequenzen, in denen interkultureles Lernen stattfindet.
  2. Stellen Sie für ein geplantes Unterrichtsvorhaben gut geeignete Materialien wie z. B. Literatur (sowohl für die Lehrerschaft als auch die Kinder), Lieder, Spiele, mögliche Aktivitäten zusammen.
  3. Optional: Entwickeln Sie zu einem der vorgeschlagenen Themen oder einem Thema Ihrer Wahl einen Plan für seine praktische Umsetzung z. B. in Form eines Projektes oder einer (vielleicht fächerübergreifenden) Unterrichtseinheit mit dem Schwerpunkt auf dem interkulturellen Lernen.

  3. Literatur

Eine ausführliche Einführung in das Thema "Kulturelles Lernen" finden Sie in Kapitel 2 der Begleit-CD zum Kurs "Faszination Sprachenlernen - Didaktik des Fremdsprachen-Frühbeginns".


© NiLS, 2003

Stand: 25.05.2005