Englisch in der Grundschule
Classroom phrases - Sprechsituationen im Englischunterricht

Der Weg zur Einsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht.

1. Begründungszusammenhang
  1.1 Spracherwerb
  1.2 Classroom phrases - Kategorien
  1.3 Vermittlungsmethoden
2. Unterrichtsbeispiel
3. Arbeitsanweisung
4. Materialien

  1. Begründungszusammenhang

"Alle Phasen des Unterrichts sollen ausgerichtet sein auf Herausbildung der funktionalen kommunikativen Kompetenzen; insofern ist der Unterricht stets (sprach-)handlungsorientiert. Für die Bereitschaft und die Fähigkeit zur produktiven Sprachverwendung (Sprechen) sind ausgedehnte Phasen verstehenden Hörens besonders wichtig."
(Kerncurriculum, S. 9)

1.1 Spracherwerb

Kinder gewöhnen sich umso eher an den Klang einer Sprache, je mehr sie mit dieser hörend konfrontiert werden. Schüler und Schülerinnen müssen die Fremdsprache dabei als Transportmittel für Informationen erfahren.

Hinsichtlich des aus Schülersicht rezeptiven Umgangs bedeutet das: Im Gegensatz zum simplen Vorsprechen - Nachsprechen wird die Fremdsprache als reales Kommunikationsmittel erlebt, wenn "wichtige" Inhalte wie z. B. Arbeitsanweisungen in der Fremdsprache vermittelt werden. Das Ausweichen auf die Muttersprache bei der Übermittlung "wesentlicher" Informationen kann bewirken, dass Kinder die Fremdsprache nicht als vollwertigen Träger für wichtige Mitteilungen einstufen. Der Wert der Muttersprache für die Kommunikation würde dann höher eingestuft werden als der Wert der Fremdsprache.

Für den aus Schülersicht produktiven Sprachgebrauch gilt: Die Kinder sollten von der ersten Unterrichtsstunde an zumindest einige wenige fremdsprachliche Redemittel erwerben, um mit der Lehrkraft und Mitschülern in Interaktion treten zu können. Der aktive Einstieg in die neue Sprache wirkt motivierend, wenn das Kind auf seine fremdsprachlichen Äußerungen bestätigende Reaktionen bekommt.

Das Ausweichen auf die Muttersprache - auch durch die Lehrkraft, "um mal eben schnell etwas zu klären" - sollte trotz des höheren Zeitaufwandes vermieden werden, denn es entwertet die Fremdsprache, so dass ein produktiver und aktiver Sprachgebrauch von Seiten der Schülerinnen und Schüler nur schwer anzubahnen ist.

Beispiel:

S1: "What's your name?"
S2: "I'm Anke. And what's your name?"

1.2 Classroom phrases - Kategorien

1.2.1 Classroom management

Ein wesentlicher Teil der classroom phrases befasst sich mit dem classroom management, das sich auf die Organisation des Klassenzimmers und des Unterrichts bezieht.

Beispiele:
"Please look at the blackboard now."
"Put your handout/sheet into your folder."
"Please go back to your seats."
"Let´s form a circle!"

1.1.2 Structure of the lesson

Jede Unterrichtsstunde sollte mit einem warming up beginnen, um die Kinder auf die Englischstunde vorzubereiten. Dieses Ritual sollte bereits in den ersten Unterrichtsstunden entwickelt werden.

Es ist sinnvoll, die Schüler und Schülerinnen in die Struktur der Stunde einzubeziehen: Was ist für die anstehende Unterrichtsstunde geplant?
Allgemeine Hinweise wären z. B.:
"Good morning boys and girls. Please listen very carefully. I'm going to tell you a nice story."
"That's all. We've finished for today."

Merke: Das "going to-future" drückt eine vorher fest gelegte Absicht aus. Das "will-future" gebraucht man dagegen für spontane Entscheidungen.

1.2.3 Rules and atmosphere

Auf kleinere Verstöße gegen vereinbarte Regeln in Standardsituationen sollte in der Fremdsprache reagiert werden.

Beispiele:
"Stop talking please."
"Please be quiet now."
"Don't shout out the answer. Raise your arm."

Eine andere Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler wiederzuerlangen, ist die Einführung von Ritualen. Besonders wirksam ist hier die Verbindung von Gestik und Sprache.

Beispiele:

"Listen, listen, what's going on."


Flash

WMV
"Form a circle."
"Stop that." (Heben Sie die offenen Hand zu einer Abwehrbewegung.)

1.2.4 Pupil talk

Von Beginn des Fremdsprachenunterrichts an sollten kommunikative Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden. Sie bieten eine willkommene Möglichkeit, sich aktiv mit der Fremdsprache auseinander zu setzen.

Einfache Pupil-Talk Phrases könnten sein:
"Is this right?"
"What's … in English?"
"Can I go to the toilet, please?"

Die ersten Versuche der Kinder, in einer neuen Sprache zu kommunizieren, sollten unbedingt positive Rückmeldungen von Seiten der Lehrkraft erhalten. Die Lehrkraft macht den Kindern deutlich, dass keine perfekten sprachlichen Äußerungen erwartet werden. Fehlerkorrekturen erfolgen daher sehr behutsam und ermutigend. Ausreichend ist die Wiederholung der Schüleräußerungen in korrigierter Fassung. Die Schüler dürfen bei fehlenden englischen Vokabeln ihre Sätze mit deutschen Worten ergänzen.

1.3 Vermittlungsmethoden

Die Vermittlung von Fremdsprache in der Grundschule beschränkt sich nicht auf die verbal-auditive Ebene, sondern enthält auch nonverbale Elemente (Gestik, Mimik).
Um mit Kindern ohne Rückgriff auf die Muttersprache sprachlich in Interaktion zu treten, bieten sich neben dem akustischen Kanal auch die Nutzung des "Körperlernens" an. Hier kombiniert die Lehrkraft das neue Wort/den neuen Satz mit einer Bewegung, die den Inhalt der Aussage eindeutig illustriert.

Beispiel:
Schritt 1:Bei Einführung der Aufforderung "Stand up" führt die Lehrkraft eben diese Bewegung während des Sprechens aus.
Schritt 2: Die Lehrkraft wiederholt das Kommando auf rein verbaler Ebene. Die Schüler und Schülerinnen imitieren das in Schritt 1 von der Lehrkraft gezeigte Verhalten - sie stehen auf die fremdsprachliche Aufforderung hin auf.

Die Lehrkraft erhält durch die Reaktion der Kinder unmittelbar eine Rückmeldung über deren Hörverstehen: Stimmt die Geste mit der vermittelten Botschaft überein?
Der Schüler/die Schülerin erhält ebenso eine Rückmeldung: Haben meine Klassenkameraden das gleiche wie ich verstanden? Fällt dem Kind auf, dass alle anderen Kinder einheitlich körpersprachlich etwas anderes ausdrücken, erfolgt automatisch eine Korrektur, ohne dass die Lehrkraft tätig werden muss.

Diese unter "TPR" ("total physical response") bekannt gewordene Methode geht auf den Psychologen James J. Asher zurück.

  2. Unterrichtsbeispiel

Vorüberlegungen

Vor Beginn der 1. Englischstunde im Anfangsunterricht ist es notwendig, dass die Lehrkraft die wichtigsten Classroom phrases kennt, die für die Unterrichtsstunde relevant sind.

"Der Unterricht erfolgt in der Zielsprache (Prinzip der funktionalen Einsprachigkeit)."
(Kerncurriculum, Seite 9)

Die verwendeten Classroom phrases sind gestenreich - fast theatralisch - zu begleiten (TPR).

Nachfolgend werden die für den Anfang notwendigen Arbeitsanweisungen (Phrases) mit einer möglichen Gestik dargestellt. Damit können die wesentlichen Unterrichtssituationen einsprachig gestaltet werden. In den anschließenden Stunden sollten immer die gleichen Anweisungen bzw. Rituale benutzt werden.

Phrase

Gestik

Stand up.

Steh(t) auf.

Beide Hände gleichzeitig nach oben führen

Sit down.

Setz dich
(setzt euch).

Beide Hände gleichzeitig nach unten führen

Look at me.

Schau(t) mich an.

Mit beiden Händen auf sich zeigen

Listen. Listen, what’s going on.

Ritual, um Klasse zu konzentrieren

Hand hinter das rechte Ohr, dann andere Hand hinter das linke Ohr halten, danach Unterarme umeinander bewegen

Come to me.

Komm(t) zu mir.

Beide Hände werden mehrfach an den eigenen Körper herangeführt

Let’s make a circle.

Bildet einen Kreis.

Kreisförmige ausladende Handbewegungen

Let’s sing a song.

Lasst uns ein Lied singen.

 

Go back to your seats.

Geht zu euren Plätzen zurück.

Beide Hände vom Körper wegschieben.

Stop that. Hör(t) damit auf. Heben der offenen Hand zu einer Abwehrbewegung

Here is a handout for you.

Hier ist ein Arbeitsblatt für euch.

Arbeitsblatt hochhalten.

Here you are.

Bitte.

Jedem einzelnen Schüler das Arbeitsblatt geben.

Write your name.

Schreibe deinen Namen.

Eigenes Namensschild hochhalten, Schreibbewegung vormachen.

Weitere Beispiele finden Sie in den unten aufgeführten Materialien.

Unterrichtsgliederung

1. Begrüßung
2. Lied
3. Vorstellung
4. Namensschilder gestalten
5. Verabschiedung

Stundenverlauf

Gliederung

Unterrichtsgeschehen

Sozialform

Bemerkungen

Einstieg

L:”Good morning.”
S:”Good morning.” 

 

Schüler stehen auf zur Begrüßung

Lied

L:”Come to me. Let`s make a circle, please.”
L:”Listen to me.”
L singt Begrüßungslied vor.
S singen nach.

Kreis

L singt selbst, begleitet mit Gitarre oder alternativ Lied  von CD.

Die Einführung von Liedern wird in der Lektion "Songs and Rhymes" beschrieben.

Vorstellung

L:”I`m ... . What´s your name?”
S:”I`m … .”

Schülerkette

Handpuppe eignet sich besonders für schüchterne Schüler

Namensschilder

L:”Go back to your seats, please.”
L zeigt sein Namensschild: “I`m ... . This is  my name.”
L hebt die Arbeitsblätter hoch: ”I`ll give you a handout and you write your name on it.”
L gibt jedem Schüler einzeln das Arbeitsblatt: “Here you are."
S: “Thank you.“
S schreiben ihren Namen auf und gestalten das Namensschild.

Einzelarbeit

Schüler setzen sich auf ihre Plätze

Verabschiedung

L: ”Stand up, please. Good bye.”
S: ”Good bye, ... .”

 

Ritual

Materialien

Wenn gewünscht: Handpuppe

Liedtext: 

Good morning! Good morning!
Good morning to you!
Good morning! Good morning
And how are you?

CD mit Begrüßungslied
Gitarre
Namensschild der Lehrkraft
Namensschilder blanko

  3. Arbeitsanweisung

  1. Erstellen Sie eine Liste der classroom phrases, die Sie häufig und sicher verwenden.
  2. In welchen Unterrichtssituationen fehlen Ihnen noch die passenden Formulierungen?
  3. Bereiten Sie sich darauf vor, in der Audio-Konferenz über Ihre Erfahrungen zu berichten.

4. Materialien

Ergänzungsmaterialien zu classroom phrases

Primary Classroom English
Ausdrücke und Phrasen für den Englischunterricht in der Grundschule
Mit Trainings-CD-Rom
Klett ISBN 3-12-587015-1

Look it up!
Die Hilfe für den einsprachigen Englischunterricht in der Grundschule
Classroom phrases, copymasters and CD-Rom
Schroedel ISBN 3-507-02573-6

Fremdsprachen in der Grundschule
Prof. Dr. Werner Bleyhl
Schroedel ISBN 3-507-34054-2
S. 56 - 58


© NiLS, 2003

Stand: 03.09.2007