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Zur Geschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen Die größten Gruppen stellten neben den Schlesiern mit knapp 3,2 Millionen, die Sudetendeutschen mit 2,9 Millionen und die Ostpreußen mit 1,9 Millionen dar. Bis 1950 waren circa 8 Millionen in die Bundesrepublik gezogen und knapp 4 Millionen in die DDR; circa 2,3 Millionen verloren auf der Flucht oder in Lagern ihr Leben - durch Kampfhandlungen, Hunger und Entkräftung, aber auch durch Terror und Exzesse, durch Misshandlungen und Mord. Die erzwungene Ost-West-Wanderung war von herausragender Bedeutung für die ost- wie westdeutsche Nachkriegsentwicklung. Die Integration der Flüchtlinge in die sich gerade erst etablierenden zwei neuen deutschen Gesellschaften stellte eine große Herausforderung und Belastung dar. Nach anfänglichen erheblichen Integrationsproblemen – 1950, war zum Beispiel jeder dritte Arbeitslose in der Bundesrepublik ein Vertriebener – gelang die rasche wirtschaftliche und gesellschaftliche Eingliederung. Sie war bereits Anfang der sechziger Jahre vollzogen und wird häufig als „Nachkriegswunder“ bezeichnet. Heute weiß man, dass die Zuwanderer für den wirtschaftlichen Wiederaufbau der Bundesrepublik von erheblicher Bedeutung waren und dass deren Arbeitskräftepotenzial zu einem „strukturellem Wachstumsfaktor“ für die westdeutsche Wirtschaft wurde. Aufgrund des Verlustes ihrer Vermögen und wegen ihres Flüchtlingsstatus entwickelten sich die Vertriebenen zu einer besonders motivierten und aufstiegsorientierten Gruppe. Erwähnenswert ist noch ein Effekt, der einen neuen religionsgeschichtlichen Abschnitt einleitete: Die Aufnahme der Flüchtlinge brach die bis dahin charakteristischen konfessionell einheitliche Milieus auf und verwandelte sie sie in Mischzonen. |
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