Geschichte

Erfolgreiches Pilotprojekt

Gymnasium Haren kooperiert mit der Bochumer „Porta Polonica“

Ein erfolgreiches Pilotprojekt startete das Gymnasium Haren unter Federführung der Fachgruppe Geschichte mit der bundesgeförderten Institution „Porta Polonica“ aus Bochum, die sich das Ziel gesetzt hat, Spuren und Einflüsse des polnischen Lebens in Deutschland zu erforschen, zu dokumentieren und in Form eines Internetportals sichtbar zu machen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer waren nach Bochum und Dortmund gereist, um sich dieser Thematik zu widmen.

Dass man sich am Gymnasium Haren besonders für die polnische Geschichte und die deutsch-polnischen Beziehungen interessiert, hat nicht ausschließlich mit der speziellen Vergangenheit der Schifferstadt zu tun. In den Jahren 1945 bis 1948 wurde die emsländische Kleinstadt zur polnischen Enklave Maczkow. „Als Europaschule richten wir auch ein besonderes Augenmerk auf die Völkerverständigung“, sagte Oberstudienrätin Katrin Kleesiek-Herding, Fachobfrau Geschichte am Gymnasium Haren, die sich mit ihren Schülern auch im Rahmen des regulären Unterrichts mit den Themen „Flucht und Vertreibung“ oder „Nationalstaatsbildung“ beschäftigt und somit häufig auch die polnische Historie in den Blick nimmt. Auf den auch in diesem Sinne erfolgreichen Schüleraustausch mit dem Warschauer Edward-Dembowski-Lyzeum verweist Studienrätin Uta Möhlenkamp, die für das Gymnasium Haren seit geraumer Zeit im engen Austausch mit Dr. Jacek Barski, dem Geschäftsführer der „Porta Polonica“, steht.

Die nun gestartete und curricular verankerte Kooperation stellt eine weitere Säule der spannenden Auseinandersetzung mit der Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland dar. Von dem fachlich vielfältigen und spannenden Angebot der Institution konnten sich zeitversetzt jeweils zwei Klassen des Jahrgangs 10 im Rahmen einer eintägigen Exkursion ins Ruhrgebiet überzeugen. Während einer Stadtführung in Bochum war man der Geschichte der polnischen Zuwanderer auf der Spur. Die sogenannten „Ruhrpolen“ kamen im 19. Jahrhundert in die Region, arbeiteten zumeist als Bergleute und nahmen unter anderem Einfluss auf das Vereinsleben. Am Beispiel des Fußballvereins FC Schalke 04, bereits vor dem Ersten Weltkrieg abwertend als „Polackenverein“ bezeichnet, wurde den Harener Gymnasiasten die entstandenen Spannungen im Kontext der erstmaligen deutschen Meisterschaft im Jahre 1934 vor Augen geführt. Viele Spieler hatten seinerzeit polnisch klingende Spielernamen, so dass beispielsweise eine Warschauer Sportzeitung diese Meisterschaft als polnischen Triumph huldigte, während die Vereinsführung diese Feststellung energisch zurückwies.

Dass viele Fußballspieler zur damaligen Zeit noch zusätzlich im Bergbau arbeiteten, wurde auch bei einer Besichtigung der Dortmunder Zeche Zollern thematisiert, wobei sich die Zehntklässler aus Haren zu diesem Anlass vornehmlich der Perspektive polnischer Zuwanderer als Arbeitskräfte widmeten.

Insgesamt blickten die Schülerinnen und Schüler sowie die begleitenden Lehrkräfte auf eine erfolgreiche Pilotveranstaltung zurück, da durch das Aufsuchen mehrerer außerschulischer Lernorte eine praktische Anbindung von Unterrichtsinhalten sichergestellt werden konnte. Künftig sollen in Kooperation mit der „Porta Polonica“ noch weitere Veranstaltungen dieser Art folgen.


Mit einer Exkursion nach Bochum und Dortmund gestalteten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Haren ein erfolgreiches Pilotprojekt.

C. Rinné