Pressespiegel November 2017


 
Schülerinnen gegen Wegwerfmentalität
Schulprojekt am Gymnasium Harener
(10.11.2017)
 

pm Haren. Schülerinnen des Gymnasiums Haren haben sich mit dem Verbraucherverhalten und der deutschen Wegwerfmentalität beschäftigt.

„Wer kennt das nicht: Ein Lebensmittel aus dem Supermarkt ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen, und man nimmt an, dass man es mit Ablauf des Termins nicht mehr zu sich nehmen kann.“ Mit diesen Worten schildert Ilse Boland, Zwölftklässlerin am Gymnasium Haren, ein alltägliches Phänomen, dessen sie sich mit ihren Mitschülerinnen Sarah Gebken, Sarah Wilming und Katharina Wirkus angenommen hatten.

Im Rahmen des Seminarfachs unter der Leitung von Studienrätin Uta Möhlenkamp setzten sich die angehenden Abiturientinnen unter anderem mit der Frage auseinander, inwiefern sich Verbraucher in der Region vom Mindesthaltbarkeitsdatum eines Produkts leiten lassen.

„Die häufig formulierte These, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben, können wir durchaus bestätigen“, sagen die Gymnasiastinnen. Der Grund für diese Annahme sind empirische Ergebnisse, die im Rahmen einer Umfrage in der Stadt Haren und der Schule erzielt wurden und die andere Untersuchungen in größerem Rahmen bestätigten. Besonders Jugendliche, denen es heutzutage in materieller Hinsicht vergleichsweise gut gehe, hätten demnach recht häufig angegeben, Produkte zu entsorgen, obwohl diese definitiv noch verwertbar seien. Nicht zu unterschätzen seien dabei auch Marketingstrategien der Unternehmen, die zunehmend Verpackungen mit einem ausgeklügelten Design entwickeln, die das Konsumverhalten nachweislich beeinflussten.

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum“, sagt Katharina Wirkus, die mit ihren Mitschülerinnen auf Daten verwies, die verdeutlichen, dass beispielsweise Milchprodukte und Wurst ungeöffnet noch mehrere Tage nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genossen werden könnten. „Mehl, Kaffee oder Nudeln können sogar noch mehrere Monate nach dem auf der Verpackung abgedruckten Datum verwendet werden“, stellen die Gymnasiastinnen heraus. Vorsicht sei allerdings beim Aufdruck „Zu verbrauchen bis“ geboten. Diese Formulierung gebe das Verbrauchsdatum an und sei für leicht verderbliche Lebensmittel wie beispielsweise Hackfleisch vorgesehen.

Bei der Durchführung der Umfrage sind die Schülerinnen mit Passanten ins Gespräch gekommen, wobei man feststellte, dass die Einstellung zu Lebensmitteln unter anderem auch von der Sozialisation der Menschen abhänge. So hätten zum Beispiel Senioren häufig noch härtere Zeiten erlebt, in denen die freie Verfügbarkeit von Produkten alles andere als selbstverständlich gewesen war. Auch machte die Schülerinnen nachdenklich, dass ein nicht unerheblicher Teil von Menschen am Essen sparen muss und sogar auf Unterstützung wie beispielsweise der „ Tafeln “ angewiesen ist, während andererseits Lebensmittel im Überfluss zur Verfügung stehen.

„Wir möchten, besonders als Mitglieder einer „humanitären Schule“, mit unserem Projekt möglichst viele Menschen zum Nachdenken über das eigene Verbraucherverhalten animieren und für die Problematik sensibilisieren“, berichten die Harener Schülerinnen, die gespannt das europäische Tagesgeschehen in Brüssel verfolgen. Dort wird auf EU-Ebene nach wie vor über eine geplante Reform des Mindesthaltbarkeitsdatums debattiert.


Vier Schülerinnen des Gymnasiums Haren haben sich mit der Problematik des Mindesthaltbarkeitsdatums auseinandergesetzt.
Foto: Gymnasium Haren

aus: Meppener Tagespost, 10.11.2017

[zur Umfrageauswertung]

 

 
Gruppe des Gymnasiums Haren zu Gast in St. Louis
US-Schülern Handball nähergebracht
(01.11.2017)
 

pm Haren. Mit zahlreichen bleibenden Eindrücken zum „American Way of Life“ im Gepäck sind 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 des Gymnasiums Haren aus den USA zurückgekehrt.

In Begleitung ihrer Lehrer Studienrat Jörg Hillebrand und Studienrätin Kerstin Hamm hatten sie ihre Partnerschule, die Parkway West High School, in St. Louis besucht.

Im US-Bundesstaat Missouri, wo während der gesamten Austauschfahrt noch sommerliche Temperaturen von mehr als 30 Grad herrschten, wurde die Harener Delegation herzlich von den Gastfamilien willkommen geheißen. Bereits am nächsten Morgen begann der etwas andere Schulalltag für die deutschen Schüler: täglich sieben Unterrichtsstunden von jeweils 50-minütiger Dauer mit Unterrichts- und Arbeitsformen, die sich zum Teil deutlich von denen in Deutschland unterscheiden. Dennoch leisteten die emsländischen Gymnasiasten nach kurzer Eingewöhnungszeit ihren Beitrag zur Unterrichtsgestaltung, hielten sie doch in verschiedenen Klassen diverse Präsentationen, wie zum Beispiel zu deutschen Süßigkeiten, zur Stadt Haren oder zum Alltag eines Teenagers in Deutschland.

Auch über den Schulalltag hinaus konnten in den zweieinhalb Wochen des Aufenthalts zahlreiche weitere Erfahrungen gesammelt werden. Dazu gehörte unter anderem eine vorgezogene Halloween-Party, bei der die Schüler in amerikanischer Tradition im Kostüm von Haus zu Haus ziehen durften, um sich beim „Trick or Treat“ Süßigkeiten durch das Erzählen von Witzen zu verdienen. Auch der Besuch des Wahrzeichens von St. Louis, dem Gateway Arch, und eine Exkursion zur Middle School, wo die Harener Schüler auch den jüngeren Schülern über hiesige Gepflogenheiten berichteten, gehörten zum Programm. Zudem hielten die Gymnasiasten mehrere Unterrichtsstunden im Fach Sport an der Partnerschule, um den Amerikanern das in den USA fast unbekannte Handballspiel näherzubringen. Als Abschiedsgeschenk wurde demnach auch ein Handball an die Sportfachgruppe der Partnerschule überreicht.

Mit Spannung erwartet die Schulgemeinschaft des Gymnasiums Haren, das seit dem Jahr 1995 mit der Parkway West High School eine intensive und auf Nachhaltigkeit angelegte Partnerschaft pflegt, den Rückbesuch der amerikanischen Schüler im kommenden Jahr.


15 Schüler und zwei Lehrer des Gymnasiums Haren haben ihre US-Partnerschule besucht.
Foto: Gymnasium Haren

aus: Meppener Tagespost, 01.11.2017