Pressespiegel Dezember 2017


 
Weihnachtskonzert des Gymnasiums begeistert
Musikalischer Reigen in Rütenbrock
(22.12.2017)
 

Von Bianca Meyering

Haren. Musikgruppen des Harener Gymnasiums haben mit ihrem Weihnachtskonzert in der St.-Maximilian- Kirche in Rütenbrock ihr Publikum begeistert.

Voll besetzt war die Kirche anlässlich des Konzertes, und jeder der Anwesenden – egal ob alt oder jung – verfolgte gespannt und mit großer Freude die Darbietungen der Musikgruppen. Den Anfang machte der Schulchor, der unter anderem zu Ehren der französischen Gäste im Rahmen eines Schulaustausches auch ein traditionelles Stück aus Frankreich darbot. Die Young Voices, ein Chor aus Schülern der 5. und 6. Klasse, traten zunächst allein auf, um anschließend noch einige Stücke mit dem Schulchor und dem Ehemaligenchor zusammen zu präsentierten.

Der Ehemaligenchor bot selbst jedoch auch noch einige Stücke dar. Der musikalische Leiter dieses Weihnachtskonzerts, Thomas Stegemann, betonte anschließend, dass für ihn gerade dieser Chor etwas ganz Besonderes sei, denn schließlich seien diese 25 Mitglieder aus den Jahrgängen 1988 bis 2017 extra für dieses Weihnachtskonzert wieder zusammengekommen und hätten, obwohl sie überall verstreut wohnen, hohe Fahrtkosten in Kauf genommen. Und dies für die fünf Proben vor dem Konzert und den großen Tag des Konzerts selbst.

Ein Querflötenensemble, die Schulband und zahlreiche Solisten rundeten das abwechslungsreiche Programm mit Chormusik von der Gregorianik bis zur Gegenwart sowie modernen Liedern und Songs aus dem Gospeloratorium „There is a light“ von Lorenz Maierhofer ab.

Die insgesamt 140 Mitglieder dieses Weihnachtskonzert begeisterten die anwesenden Zuhörer so sehr, dass eine Zugabe gefordert wurde. So sangen alle zusammen „Let’s sing a song of Christmas“ und wünschten allen ein paar schöne und besinnliche Weihnachtsfeiertage.

Die Zugabe mit allen 140 Mitwirkenden bot ein imposantes Abschlussbild.
Foto: Bianca Meyering

aus: Meppener Tagespost, 22.12.2017

 
Der ganz normale Wahnsinn
Akademieabend des Gymnasiums Haren über Pubertät
(01.12.2017)
 

pm Haren. „Hier weiß jemand, wovon er spricht“ – zu dieser Erkenntnis kamen die Zuhörer des Vortrags „Hilfe! Mein Kind hat Pubertät“ von Christoph Hutter, zu dem
das Gymnasium Haren anlässlich seines alljährlichen Akademieabends eingeladen hatte.

Hutter, Leiter des Psychologischen Beratungszentrums Lingen und selbst Vater von vier Kindern, bestach durch die geschickte und humoristische Verknüpfung von Theorie und Praxis, die den Anwesenden zahlreiche Anregungen gab, mit dem „ganz normalen Wahnsinn“ umgehen zu können.

„Früher war doch alles so harmonisch, und jetzt ist alles ganz anders. Was ist nur passiert?“ Von dieser Frage ausgehend, referierte Hutter über die Entwicklungsprozesse im Gehirn, das bei Kindern im pubertierenden Alter einer Großbaustelle gleiche beziehungsweise „wegen Umbaus geschlossen“ bleibe. Dabei sei es vor allem für die Eltern wichtig, diese Umbauphase als solche zu akzeptieren, da es hierfür keine Alternative gebe: „Pubertieren muss sein, das Gehirn muss sich in dieser Phase voll ausbilden“, sagte der Referent.

Dass dies mit einigen Begleiterscheinungen wie Abgrenzung, Emotionalität, Verletzbarkeit, dem Entdecken der Sexualität und existenziellen Fragen einhergehe, sei vollkommen normal. „Auch wenn das sogenannte „Puber-Tier“ vor unseren Augen häufig als drei- bis siebenköpfiges Monster erscheint, ist es dennoch wichtig, dieses Bild zu revidieren“, erläuterte Hutter, der dafür appellierte, zu dieser neuen Situation „Ja“ zu sagen und in Kenntnis der notwendigen körperlichen Veränderungsprozesse gelassen und mitunter auch mit Humor zu reagieren.

Dabei verwies er auch auf die Einstellung pubertierender Kinder zur Schule, sei es doch vor dem Hintergrund des Gesagten nachvollziehbar, dass beispielsweise die Mathematik in dieser Phase nicht den höchsten Stellenwert besitze. An die Adresse der Eltern gerichtet, veranschaulichte der Familienvater ebenfalls, dass ein zu spätes Zubettgehen und ein morgendliches Langschläfersyndrom nichts mit gezielter Provokation, sondern vielmehr mit der veränderten Produktion des Hormons Melatonin zu tun habe.

Dass diese Phase der körperlichen und seelischen Entwicklung besonders für Erwachsene recht schwierig ist, konnten zahlreiche Zuhörer des Vortrags bestätigen, fanden sie sich doch in den Erläuterungen Christoph Hutters wieder, der betonte, dass sich Eltern, die beruflich und privat voll eingebunden seien, zu diesem Zeitpunkt in der „Rushhour des Lebens“ befänden, was im absoluten Kontrast zum „chilligen“ Pubertätsphänomen stehe. Dass in diesem Fall Auseinandersetzungen programmiert seien, liege auf der Hand, erklärte Hutter. Er plädierte dafür, trotz aller Widerstände nicht aufzuhören zu erziehen und vor allem keinen Kampf gegen die Heranwachsenden zu führen, da man diesen ohnehin nicht gewinnen könne. Stattdessen sei es wichtig, durch Versöhnungsgesten Beziehung zu gestalten, nicht zu resignieren und als Eltern stets sichtbar und spürbar zu bleiben.

Somit mündete der lebendige Vortrag im Forum des Schulzentrums in großem Applaus. Komplettiert wurde die Veranstaltung durch einen Informationsstand der örtlichen Buchhandlung Kremer, die eine breit gefächerte Auswahl von Fachliteratur präsentierte.

Seitens des Gymnasiums Haren bedankte sich Oberstudiendirektor Michael Heuking beim Referenten und brachte dabei besonders die Zustimmung der gesamten Schulgemeinschaft zur Entscheidung, zum neunjährigen Gymnasium zurückzukehren, zum Ausdruck. „Wir haben G 8 von Anfang an für einen großen Fehler gehalten, denn Pubertät ist ein Reifungsprozess. Und dieser Prozess braucht Zeit.“

Er bestach durch einen ermutigenden Vortrag zum Thema Pubertät: Christoph Hutter.
Foto: Gymnasium Haren

aus: Meppener Tagespost, 01.12.2017

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